Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel (von links) tauschte sich mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Martina Braun und Kita-Leiterin Gabi Hirt aus. Foto: Gemeinde Schönwald/Picasa

Kindergarten, Ärzteversorgung, familienfreundliches Dorfleben und Feuerwehrgerätehaus: Beim Besuch der Landtagsabgeordneten Martina Braun von den Grünen gab es einiges zu besprechen – denn es braucht für alles Geld.

Die Zahl der Familien mit drei Kindern und mehr, überhaupt der Zuwachs an Familien in Schönwald, steige stetig an, was beim Betrachten der Sozialraumanalyse festzustellen sei. Das kam bei einem Austausch von Bürgermeister Christian Wörpel (parteilos), Kindergartenleiterin Gabi Hirt und der Landtagsabgeordneten Martina Braun (Grüne) zur Sprache.

 

Naturpark-Kindergarten

Daher sei die Frage nach dem Kita-Platz oft auch ein Kriterium für Familien, nach Schönwald zu ziehen. Erfreulich sei die Entwicklung von St. Antonius. Als zertifizierter Naturpark-Kindergarten steht die Auseinandersetzung mit den heimatlichen Besonderheiten, das Erleben von Kultur und Tradition, der Natur und deren Kreisläufe verstärkt im Mittelpunkt. Die Kinder erfahren ihr Lebensumfeld intensiver und lernen die Naturparkregion besser kennen.

„Das ist zwar mit zusätzlicher Arbeit für die Erstellung von Projektskizzen oder Dokumentationen verbunden, aber der Nutzen und die Lernerfahrungen, für die Kinder und auch für die pädagogischen Fachkräfte, bei den außerhäuslichen Projekten und Exkursionen ist um ein vielfaches höher“, unterstrich Gabi Hirt. Derzeit seien alle Plätze im Kindergarten belegt, und wie in vielen Orten müsse immer wieder um Personal gerungen werden, erläuterte Gabi Hirt.

Dass sich nun nach langer Suche seitens der Gemeinde wieder eine Ärztin in Schönwald niedergelassen hat, sei ein wichtiger Erfolg und ebenfalls ein Kriterium für Menschen, nach Schönwald zu ziehen, beziehungsweise hier zu bleiben. Dabei gestalte sich nicht nur die Suche nach Ärzten schwierig, sondern auch nach den passenden Förderprogrammen.

„Der Bedarf an Ärztinnen und Ärzten im Ländlichen Raum und insbesondere in kleineren Gemeinden steigt stetig an, jedoch fallen diese aufgrund ihrer Größe häufig durch das Raster der Förderprogramme. So leider auch Schönwald“, wunderte sich Braun, die Bürgermeister Wörpel dabei unterstützt hatte, für den Ärztinnen-Sitz aus den Förderprogrammen des Landes und der Kassenärztlichen Vereinigung finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Hohe Investitionen nötig

Welche Zukunftsthemen den Bürgermeister beschäftigen, wollte Martina Braun wissen. Dabei kam die Sprache unter anderem auf das Feuerwehrgerätehaus, das den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. „Hier ist ein hoher Investitionsbedarf, den wir ohne die finanzielle Hilfe durch das Land Baden-Württemberg nicht schultern können“, ist sich Wörpel sicher. „Wir brauchen die Freiwilligen Feuerwehren und müssen sie und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auch gut ausstatten, das tun wir im Land auch“, versicherte Braun.

Förderprogramme

Investitionen
Wichtige Förderprogramme für Schönwald sind unter anderem aktuell die Städtebauförderung, der Ausgleichstock und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), in dem das Land über 100 Millionen Euro im Jahr bereitstellt. In den vier Förderschwerpunkten Innenentwicklung/Wohnen, Grundversorgung, Arbeiten und Gemeinschaftseinrichtungen können 2024 sowohl kommunale als auch private Investitionen mit Zuschüssen gefördert werden. Private Investoren erhalten nähere Informationen bei der Gemeinde.