Rund 30 Besucher aus Rheinfelden weilten kürzlich eine ganze Woche lang zu Besuch in der Südtiroler Partnergemeinde Neumarkt.
Geleitet wurde die Gruppe von Pfarrer Joachim Kruse (Christuskirche) zusammen mit Monika Kautz (Management). Gemeinsam übernachtete man im Hotel „Andreas Hofer“ im Bereich der historischen Laubengasse von Neumarkt. Die Reise stand unter dem Motto „Gemeinde unterwegs“.
In einem Vortreffen samstags vor Ostern sagte Pfarrer Kruse zur einstigen Gemeinderätin Rita Rübsam als Teilnehmerin der Reise, die schon öfters bei Partnerschaftstreffen in Neumarkt war, dass die Besonderheit dieser Reise sei, dass auch seine Kirchengemeinde einen Kontakt zu Neumarkt habe, da Christen von dort zur evangelischen Kirchengemeinde gehörten, die Pfarrerin Frauke Leonhäuser leite.
Der Brenner als „großes Kino“
Nach einer Hinreise mit Alpenüberquerung auf Arlberg- und Brennerpass (Kruse: „Großes Kino!“) – erreichte man gegen Abend Neumarkt, wo man im Hotel „Andres Hofer“ von der Hotelier-Familie Tauber mit einem Aperitif empfangen wurde. Dabei war auch Hedwig Zanotti vom Freundeskreis Rheinfelden/Neumarkt.
Am nächsten Tag ging es per Bus mit einem Unternehmen von Neumarkt über die Passage einer Fahrt durch die Dolomiten. Kundig begleitete Luis Teutsch, ein Reiseleiter aus Neumarkt, seine Gäste aus Rheinfelden mit Notizen zu Südtirol: Holzschnitzer im Grödnertal, Zweisprachigkeit von Deutsch und Italienisch und Bergsteigerlegende Luis Trenker.
Architektur spiegelt Annexionszeit wider
Besonders interessant waren die beiden Besuchstage in Bozen. Teutsch zeigte die Siegerarchitektur der Italiener nach der Annexion Südtirols durch Italien nach dem ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) mit Triumphbogen und für heutige Verhältnisse monströsen Prachtstraßen.
Teutsch führte seine Gruppe aus Rheinfelden auch in die Altstadt von Bozen, erinnerte an Goethe, der hier vorbeikam, und zählte Bozener Wünsche auf: Laubenhaus, Weingut, Sommerhaus, Grab- und Theaterplatz, Kornfeld, Kleidung, Liebe und Bier.
Viele Gottesdienste gefeiert
Geistlich interessant war Teutschs Führung in das Franziskanerkloster von Bozen. Und hier erinnerte Pfarrer Kruse an den Heiligen Franziskus (1181 bis 1226) und seinen berühmten Sonnengesang: „Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen“.
Um gute und falsche Hirten und Herren und passend zu Franziskus (Natur, Bäume und Geschöpfe) ging es auch in den beiden Gottesdiensten, die die evangelische Reisegruppe aus Neumarkt dann bei Pfarrerin Leonhäuser zuerst sonntags in Bozen und später am letzten Reisetag der Gruppe in Neumarkts südlicher Nachbarstadt Trient besuchte.
Menschheit und Natur
In Bozen sprach Leonhäuser zum Thema „Guter Hirte“ an diesem zweiten Sonntag nach Ostern (Erbarmen des Herren) über Psalm 23 (Der Herr ist mein getreuer Hirte) und einen Text des Propheten Hesekiel über gute und falsche Hirten (Hesekiel 34, 1-16).
Drei Tage später ging es in einer Andacht in Trients evangelisch benützter Kirche um das Zusammengehören von Menschheit und Natur. Dies schloss für die Reisenden den Kreis, zu dem, was sie zuvor in Bozen über den Heiligen Franz von Asissi hörten.