Schwester Marie Bizenga aus Matadi (Kongo) Foto: Nesch

Neben den Vertretern aus Uganda weilte mit Schwester Marie Bizenga auch die Generaloberin der Marienschwestern von Matadi (Kongo) im Gäu und war beim Katholikentag vertreten.

Eutingen - Anders als Gerald Wamala aus Uganda spricht die Generaloberin des Diözesanordens der Marienschwestern von Matadi (SSMM) in der Provinz Zentralkongo zum ersten Mal in Deutschland kein Deutsch, sondern ihre Muttersprache und Französisch. Sie nahm nach drei Wochen Aufenthalt viele gute Eindrücke mit in ihr Heimatland.

Die Demokratische Republik ist zehnmal größer als das nordwestlich gelegene Uganda. Mit knapp 100 Millionen zählt es aber nur doppelt so viele Einwohner. Beide gehören jedoch zu den ärmsten Ländern Afrikas. Wie Gerald Wamala und Boniface Ssentongo kam Schwester Marie (Kia Banga) Bizenga auf Einladung von "Missio" und der Seelsorgeeinheit ins Gäu und als Teilnehmerin zum Katholikentag.

Die Kongregation der Marienschwestern wurde 1970 gegründet. Die Ordensfrauen kümmern sich um die Jugend mit Bildungsangeboten, betreiben Sozialarbeit, sind aktiv bei Gemeindeveranstaltungen und bringen sich in jegliche für die Gesellschaft nützliche Tätigkeiten ein.

Einrichtungen funktionieren und die Hilfe kommt an

Die Partnerschaft mit der Diözese Matadi, zu der auch die Kongregation gehört, wurde vor 33 Jahren mit dem verstorbenen Monsignore Philippe Dinzolele Nzambi begonnen. Nach dessen Tod wurden die Kontakte jedoch etwas weniger.

Mit dem Mut und dem Führungssinn des neuen Bischofs und durch eine enge Zusammenarbeit könnte die Partnerschaft wieder aufblühen und vorankommen, meint Schwester Marie. Priester und vor allem die Ordensschwestern garantieren, dass die Einrichtungen funktionieren und die Hilfe ankommt.

Zunächst wurde in Eutingen 1989 das "Missionsprojekt Kongotenta" nach dem Namen des Heimatortes von "Pfarrer Philippe" gegründet. Später erfuhr es eine Erweiterung auf die ganze Diözese, zu deren Generalvikar er ernannt wurde.

Unterbringung bei Roswitha und Winfried Platz

Das Überleben ist nur möglich, indem alle Mitarbeiter durch die von der Diözese unterhaltenen landwirtschaftlichen Projekte den Lebensunterhalt sichern. Zudem wird durch die finanzielle Unterstützung aus Deutschland – und dabei der Seelsorgeeinheit im Gäu – auch die Ausbildung von Nachwuchskräften ermöglicht.

Auch für Generaloberin verlief der Katholikentag "sehr gut" und für sie bereichernd. Sie war beeindruckt von der "perfekten" Organisation, der Sicherheit und vom reichhaltigen Angebot für den Gedankenaustausch und den Informationsmöglichkeiten. Auch sie habe zahlreiche neue Beziehungen und Bekanntschaften knüpfen können. Untergebracht war sie in Eutingen bei Roswitha und Winfried Platz.

Leere Kirchen stimmen Generaloberin traurig

Von Deutschland und dem Gäu nimmt sie die Gastfreundschaft und die Erkenntnis mit, "dass ihr ein Land fleißiger Arbeiter und großer Visionäre seid, die etwas erarbeitet haben und stolz darauf sein können, Deutsche zu sein". Die große Schwierigkeit habe allein darin bestanden, der deutschen Sprache nicht mächtig zu sein "und daher meine Ideen nur schwer kommunizieren und ausdrücken zu können".

Traurig habe sie aber zugestimmt, die vielen großen und sehr schönen, aber doch sehr leeren Kirchen zu sehen, mangels Beteiligung der Christen, weil es immer weniger seien oder immer mehr Menschen aus der Kirche austreten würden. Wichtig war ihr zum Schluss, sich persönlich, aber auch im Namen ihrer Kongregation und des Bischofs für die gewährte Hilfe und Unterstützung zu danken, in der Hoffnung, dass "Gott unsere brüderlichen Beziehungen bewahre und weiter wachsen lasse".