Das Naturverjüngungsgebiet nahmen die Teilnehmer der Exkursion in den ehemaligen Tannheimer Wald unter die Lupe. Foto: Willi Zimmermann

Der Ortschaftsrat und Bürger infomierten sich über Entwicklungen im Wald. Tannheim ist eine der wenigen Gemeinden, die sich mit Wasser aus eigenen Quellen versorgt.

Alle zwei Jahre begeben sich der Ortschaftsrat Tannheim und interessierte Bürger mit Revierförster Axel Lux und Vize-Forstamtsleiter Roland Brauner auf Waldbegehung durch den ehemaligen Tannheimer Wald.

 

Darüber hinaus berichtete Tobias Lange von der Stadtwerke Villingen-Schwennningen GmbH (SVS) über die Sanierung der Quellen im Wald. Das Interesse am Tannheimer Wald und Informationen darüber war schon immer groß von Seiten der Tannheimer Bevölkerung. Eine 30-köpfige Gruppe, so viele wie noch nie, und trotz Nieselregens, ging mit dem Forst auf Tour.

Erste Etappe war der neu angelegte sogenannte Krokodilteich, ehemals Windbruchgelände. Früher wurde im Wald viel entwässert, heutzutage ist man froh, wenn es feucht genug ist, erklärten die Forstleute. Oberflächenquellen drücken rein, der Untergrund ist geeignet. Es werden keine Fische eingesetzt, es bleibt naturbelassen, was sich darin tümmelt. Gegebenenfalls kann der Multifunktionsteich auch für Löschwasser für kleinere Vegetationsbrände benutzt werden. Und alles konnte zu kleinsten Preisen bewerkstelligt werden, betonte Forstamtsleiter Tobias Kühn.

Das Gebiet Wolfsjagen wurde vor Jahren unter völlig anderen Umständen schon einmal besichtigt. Der Sturm Niklas hatte vor zehn Jahren das Gebiet durch Flächenwurf verwüstet. Zur Stabilisierung der Fichten-Naturverjüngung mussten seinerzeit 3500 Weißtannen gepflanzt werden. Auch wird die Jungbestandspflege der Weißtannen bis heute systematisch fortgesetzt, sonst setzen sich die Fichten gegenüber den Weißtannen durch, erklärte Revierförster Axel Lux.

Eine scharfe Bejagung sei ebenfalls notwendig. Es wird auch darauf geachtet, dass die Baumsorten die für sie günstigsten Lichtverhältnisse haben. Die Bestände darum herum sind Altbestände, also Holzvorrat. Es sei denn, es gibt wieder Sturmholz.

Sammelbehälter gebaut

Im Gebiet zwischen Franzosenweg und Raudobelweg wurden in den vergangenen Jahren die sich dort befindlichen Waldquellen gänzlich generalüberholt und mit einem Sammelbehälter ausgestattet, von dem das Wasser zum Hochbehälter Tannheim geht, berichtete Tobias Lange von der SVS. Diese Quellen wurden einst vor 140 Jahren angelegt.

Foto: Willi Zimmermann

Auf die Oberflächenquellen ist man heutzutage angewiesen, es gibt kein Wasser mehr im Überfluss. So braucht beispielsweise Tannheim täglich rund 230 Kubikmeter Wasser. Aus der Schüttung der gefassten Quellen kommen täglich rund 85 Kubikmeter, je nachdem, ob es mehr oder weniger regnet.

Zwei Millionen Euro investiert

Die Investitionen in die Aufarbeitung der Quellen im Villinger Forst betrugen rund zwei Millionen Euro, war auf Anfrage zu erfahren. Auf den ersten Blick viel, „es macht die Zeit, die sich lohnt“. Man müsse nach bestem Wissen und Gewissen jetzt den Wald so gestalten, dass nachfolgende Generationen auch wieder was davon haben. Das Gebiet muss wegen der Quellen waldmäßig etwas offengehalten werden. Tannheim ist eine der wenigen Gemeinden, die noch aus eigenen Wasserquellen versorgt wird.