Warm anziehen müssen sich die Beschicker – hier am "Picante"-Stand – auf dem Lahrer Wochenmarkt. Foto: Baublies

Der Winter ist wieder da. Morgens sind die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Was machen da die Marktbeschicker? Unsere Redaktion hat sich auf dem Lahrer Wochenmarkt umgehört.

Lahr – Es ist noch dunkel, die meisten der Stände stehen kurz nach 7 Uhr. Auffallend sind viele Planen, die rund um Obst- und Gemüsestände aufgerichtet sind. Dahinter sind alle Beschicker damit beschäftigt, ihre Waren ordentlich zu sortieren. Fritz Lehmann, der einen Hofladen in der Martin-Luther-Straße hat, sagt, seine Frau Olga und er fangen am Samstagmorgen gegen 4 Uhr zu Hause an, alles für den Markt vorzubereiten. Etwa zwei Stunden später ist das Ehepaar mit dem Wagen auf dem Marktplatz und beginnt mit dem Aufbau. Jetzt, eine halbe Stunde, bevor der Markt um 8 Uhr beginnt, sortiert Olga Lehmann noch Gläser mit eigener Marmelade richtig ein. Da taucht bereits ein erster Kunde auf und wird prompt bedient. Wenn der Markt gegen 13 Uhr zu Ende ist, geht alles den umgekehrten Weg. Bis alles auf dem Hof wieder verstaut ist, sei es dann 15 oder 15.30 Uhr.

Die richtige Kleidung hilft

Gegen die Kälte hilft vor allem die richtige Kleidung. Fritz Lehmann hat einen Ofen dabei. Der steht hinter der reichhaltigen Auslage und würde im Fall der Fälle durch die Plane etwas Wärme liefern. Der Ofen wird aber erst angeworfen, "wenn die Hände richtig klamm sind". Kälte und Hitze würden eher zu einer triefenden Nase führen, als auf die Dauer richtig zu helfen.

Minus zehn Grad im Dezember

Bei "Picante", wo es Oliven, Peperoni, Schafskäse und andere eingelegte Spezialitäten gibt, sehen die zwei Mitarbeiterinnen das ähnlich. Der Ofen sei hilfreich, aber besser seien mehrere Lagen Kleidung, "eben wie bei einer Zwiebel". Und was die Minusgrade angeht, sind beide Frauen an diesem Tag nicht besonders empfindlich. "Da geht noch was." Gemeint sind deutlich tiefere Temperaturen. Sie haben zwei Wochen vor Weihnachten etwa minus zehn Grad erlebt. Erst bei 15 Grad unter null sei Schluss. Die Ware würde dann einfrieren. Sieglinde Suhm, die aus Ortenberg kommt, sieht das ähnlich. Allerdings nennt sie fünf Grad im Minusbereich als Grenze. "Das tut dem Obst dann nicht mehr gut". Auch sie hat einen Heizstrahler dabei.

Susan Fehrenbach, die aus Seelbach nach Lahr kommt und auf dem Wochenmarkt Backwaren anbietet, die mit Dinkel hergestellt worden sind, verzichtet auf Schutz und Ofen. Sie sagt schlicht, dass "gut angezogen" ausreichen würde. Gut haben es Barbara Schmiederer und ihre Tochter Ann-Kathrin, die aus Unterharmersbach nach Lahr kommen. Sie haben einen festen, geschlossenen Wagen und sind jetzt kurz vor 8 gerade mit den letzten Details der eigentlich fertigen Auslage beschäftigt. Der Wagen würde viel Schutz bieten, selbst an bitterkalten Tagen wie zwei Wochen vor Weihnachten. Da habe der nicht rechtzeitig geräumte Marktplatz mehr Probleme für die Kunden gemacht.

Start um 8 Uhr

Der Wochenmarkt auf dem Lahrer Marktplatz beginnt samstags um 8 Uhr. Bis dahin sollen alle Stände stehen und die Waren aufgebaut sein, so die Vereinbarung. Ein ähnlich definiertes Ende gibt es nicht. In der Regel ebbt der Besuch aber nach 13 Uhr deutlich ab. Da bauen die Beschicker ihre Stände wieder ab.