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Bestes Auswärtsteam der Liga Die zwei Gesichter des VfB Stuttgart

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Im Auswärtstrikot – hier beim 4:1 in Augsburg – jubelt der VfB Stuttgart in dieser Saison häufiger als jeder andere Bundesligist. Foto: Balk

Der VfB Stuttgart steht auf Platz eins – in der Auswärtstabelle. Unruhe gibt es deshalb lediglich auf der Führungsetage.

Pellegrino Matarazzo ist normalerweise nie um eine Antwort verlegen. "Weiß nicht" gibt’s nicht beim Trainer des VfB Stuttgart. Allerdings: Seine Mannschaft gibt Matarazzo mittlerweile Rätsel auf. Es gebe "aus meiner Sicht keinen Grund", sagte er nach dem eindrucksvollen 4:1 (2:0) des Aufsteigers beim FC Augsburg, "warum wir heute wieder gewonnen haben und zu Hause nicht so regelmäßig punkten". Anders ausgedrückt: Der VfB Stuttgart ist mit 17 Punkten fernab seiner eigenen Arena die beste Mannschaft der Bundesliga – und Matarazzo kann nicht erklären, warum das so ist.

Heimschwäche macht Matarazzo (fast) ratlos

"Der einzige Unterschied ist, dass wir eine Nacht vor den Spielen im Hotel übernachten. Vielleicht sollten wir überlegen, ob wir vor Heimspielen auch eine Nacht ins Hotel gehen", sagte er mit einem Schmunzeln. Daheim in Bad Cannstatt ist es jedenfalls nicht am schönsten für den VfB. Daheim sind keine Zuschauer – das könne ein Grund sein, überlegte Matarazzo, korrigierte sich aber umgehend selbst: Auswärts sei das ja auch nicht anders.

Tatsächlich gibt es aber einen Unterschied, wenn auch einen kleinen: Auswärts sehen sich die Stuttgarter nicht dazu verpflichtet, das Spiel zu machen, sie können abwarten. Und kontern. Den FC Augsburg jedenfalls überrumpelten Matarazzos junge Wilde immer wieder nach Herzenslust. So auch vor dem Foulelfmeter (10.), dessen Berechtigung die Gastgeber heftig bestritten. In der Tat spielte die frühe Führung durch Nicolas Gonzalez dem VfB in die Karten. Davon abgesehen waren auch die Treffer von Silas Wamangituka (29.), Gonzalo Castro (61.) und Daniel Didavi (87.) schön herausgespielt.

Matarazzo lobte aber vor allem, wie seine Mannschaft auf den Anschlusstreffer nur 28 Sekunden nach der Pause reagiert hatte. Marco Richter, gut 30 Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (76.), hatte die VfB-Abwehr um den guten Waldemar Anton kalt erwischt, doch es blieb ein Einzelfall. "Was mir gut gefallen hat", sagte Matarazzo deshalb, "dass wir nach dem Anschlusstreffer nur wenig Zeit gebraucht haben, um uns zu stabilisieren."

Machtkampf bringt das Team nicht aus dem Tritt

Und so verwundert es kaum, dass sich die Mannschaft erst recht nicht vom Getöse aus der Chefetage des Roten Hauses beeinflussen lässt. Der Machtkampf beim VfB, in dessen Mittelpunkt der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger und der Vereinspräsident sowie Aufsichtsratsvorsitzende Claus Vogt stehen, schwelt trotz einer angeblichen "Aussprache unter Männern" (Vogt) eine Woche zuvor mit wohl unverminderter Heftigkeit weiter.

"Uns lenkt das nicht ab", versicherte Sportdirektor Sven Mislintat: "Natürlich betrifft uns das Thema am Rande, aber das Gute ist, es betrifft uns nicht auf dem Spielfeld." Dort bleibt einstweilen nur zu klären, warum es daheim nicht so schön ist wie in der Fremde.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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