Simon Kotscherowski ist gekürter Koch im Adler in Ratshausen. Mit unserer Redaktion hat er über seine Leidenschaft für die Küche gesprochen.
Neben dem Vater in der Küche stehen oder mit der Oma Plätzchen backen. Bei den Kotscherowskis wurde viel und gerne gekocht. „Es war schon immer mein Ziel. Ich hab ein altes Freundebuch und da war schon mein Traumberuf Koch“, erzählt Simon Kotscherowski.
Seinen ersten Job in der Gastronomie nahm er bereits mit 15 Jahren beim Gasthof „Adler“ in seinem Heimatort Ratshausen an. Zunächst als Kellner, nach und nach auch immer mehr in der Küche. „Mein Bruder Marc hat hier auch als Kellner angefangen und ist dann Restaurantfachmann geworden.“
Nach dem Abi Ausbildung zum Koch
Für Simon Kotscherowski ging es nach seinem Abitur 2023 am Balinger AG weiter mit der Ausbildung zum Koch. „Als Kellner hab ich in der Küche gesehen, was da rauskommt und war fasziniert, was ich den Gästen so bringen durfte. Das kann man nicht mit dem Kochen zu Hause vergleichen. Man sieht, dass da Technik dahinter steckt.“
Technik, die auch der 20-Jährige inzwischen beherrscht. Schließlich wurde er kürzlich als bester Koch Baden-Württembergs gekürt. Bei den deutschen Meisterschaften in Bonn belegte er den vierten Platz. In der Teamwertung mit Restaurantfachfrau Lilli Hermann und Hotelfachfrau Carolin von Arend wurden die aufstrebenden Profis Zweitplatzierte.
„Ich wollte bei den Meisterschaften eigentlich nicht mitmachen“, gesteht er, da der Termin für den Wettbewerb bereits zwei Tage nach seiner schriftlichen Abschlussprüfung anberaumt war. „Aber mein Lehrer von der Berufsschule hat mich ermutigt.“
Vier Wochen hatten die Teilnehmenden Zeit, um sich ein auserwähltes Vier-Gänge-Menü zu überlegen, nachdem sie erfahren hatten, was im „Warenkorb“ von den Prüfern der Dehoga zur Verfügung gestellt wird. Als Herausforderung nahm der Ratshausener etwa die nicht geschälten Maronen wahr. „Die Menü-Gestaltung hat uns alle viele Nerven gekostet.“
Letztlich verbucht Kotscherowski die Teilnahme aber als positive Erfahrung, nicht nur wegen seines Erfolgs. „Ich habe total viele Leute kennengelernt. Die Connections hat man einfach, und die würde ich nicht mehr missen wollen. Disziplin habe ich auch gelernt. Man muss sich über mehrere Wochen auf eine Sache fokussieren, auch wenn mal was schiefläuft.“
„Es ist schön für uns und wir freuen uns mit ihm, aber die Hauptleistung hat er selbst gebracht. Du kannst nur jemanden ausbilden, der das möchte“, sagt „Adler“-Inhaber und Küchenchef Klaus Sauter über seinen Schützling. Der beste Koch Baden-Württembergs hat übrigens an Silvester seinen letzten Arbeitstag in Ratshausen. Ab Januar geht es für ihn weiter zum Stuttgarter Restaurant „Wielandshöhe“.
„Eigentlich wollte ich ins Ausland gehen“, berichtet Kotscherowski. „Jetzt möchte ich aber erst mal nach Stuttgart und ein bisschen Sterne-Luft schnuppern.“ „Adler“-Chef Sauter zeigt Verständnis: „Das ist ein normaler Prozess als Koch, dass man sich nach der Lehre weiterentwickelt und verschiedene Küchen kennenlernt.“
Die schwäbisch-französische Küche, wie sie Kotscherowski in Ratshausen kennengelernt hat, hat übrigens einen besonderen Stellenwert für ihn. „Die klassische Küche ist mein Favorit, da ich darin ausgebildet wurde. Aber wenn man Einflüsse aus allen Küchen zusammenbringen kann, ist es noch viel geiler.“
Lieblingszutat ist Rote Beete
So kommt seine Lieblingszutat ganz bodenständig daher: „Von Roter Beete bin ich voll der Fan. Für mich ist das eins der besten Gemüse, weil es das ist, was ich daheim auch am meisten gegessen habe. Und es schmeckt einfach super.“ Darüber hinaus stellt aber auch die asiatische Küche einen besonderen Reiz für ihn dar, „weil es hier zum Beispiel keine authentische Chinesische Küche gibt“.
Zu Hause koche der Profi wenig. „Ich muss da wirklich die Zeit dafür finden und verbinde es gerne mit der Familie, wie zum Beispiel an Weihnachten. Es geht auch ums Zusammenkommen, nicht nur ums Essen. Für mich persönlich ist gutes Essen Lebensqualität und es verbindet Menschen.“