Seit zehn Jahren würdigt die Stadt Hüfingen die besten Auszubildenden, so auch in diesem Jahr: Bürgermeister Patrick Haas (von links), Kevin Frommann, Luis Bäurer, Luzia Vetter (Wirtschaftsförderung), Tobias Roth und Marc Mädler. Foto: Silvia Bächle

Täglich mit dem Fahrrad von Hausen vor Wald nach Villingen. Da zieht selbst Bürgermeister Haas den Hut. Folgende Lehrlinge hat die Stadt für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Mit dem Weg, die besten Auszubildenden aus Hüfingen öffentlich zu ehren, geht die Stadt einen bedeutenden. Es ist eine Tradition, die bereits 2016 begonnen hat, so die Wirtschaftsförderin Luzia Vetter, und den Bürgermeister Patrick Haas gerne weitergeht – und manche beruflichen Werdegänge überraschen.

 

In feierlichem Rahmen wurden nicht nur die herausragenden Leistungen gewürdigt, sondern die Auszubildenden und die Ausbilder erhielten eine Plattform, um sich zu präsentieren. Bürgermeister Haas hatte dazu für jeden Geehrten einen individuellen „Fragenkatalog“ erarbeitet.

Der 24-jährige Kevin Frommann wurde als zweiter Kammersieger der Gebäudereiniger gewürdigt. Er kam zusammen mit seinem Ausbildungsleiter Oskar Lohner aus Engen, ein junger, engagierter und ebenfalls 24-jähriger Chef, für den nicht nur der Beruf „klasse und vielfältig“ ist, wie er sagte, sondern der auf Ausbildung setzt und damit auf Qualität der Arbeit, die auch gut bezahlt werde. „Erst in der dreijährigen Ausbildung mit der Schule in Metzingen habe ich gesehen, wie vielfältig und interessant dieser Beruf ist“, sagte Kevin Frommann aus Hüfingen. Sein Ziel sei es, nach ein bis zwei Jahren den Meister zu machen. Die Gebäudereinigung Lohner unterstützt diese auf Aus- und Fortbildungen.

Das Studium plus absolviert der 21-jährige Luis Bäurer aus Fürstenberg, der den ersten Teil, die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme, mit Bravour bestanden hat und sich nun dem Bachelorstudium in Furtwangen widmet. Vor allem das selbstständige Ausprobieren bestätige Luis Bäurer in seinem Berufswunsch. Die Lage der Fachkräfte-Ausbildungen habe sich dramatisch verändert, so sein Ausbildungsleiter Clemens Boog von Aumovio Germany Villingen-Schwenningen. Noch vor 15 Jahren hätten für die rund 20 Ausbildungsstellen 600 Bewerbungen vorgelegen, heute lediglich 50 und dies bis knapp vor Ausbildungsbeginn.

Rückgang bei Bewerbern

Diesen enormen Rückgang sieht auch Ausbilderin Ute Schweitzer von Edeka Strecker. Die langen Öffnungszeiten, Samstags- oder Schichtarbeiten stünden dem Berufswunsch vieler junger Menschen entgegen.

Nicht so bei Tobias Roth, der nach einem schwierigen Start nun mit Bestnoten die Ausbildung absolvierte. Der 30-Jährige ist heute Chef des Getränkelagers und ein Beispiel dafür, wie ein Mensch, der für die „Sache brennt“, sich nach ganz oben arbeiten kann. „Bei meiner ersten Prüfungsarbeit hatte ich eine 4,6, das war für mich ein Weckruf“, so der Kaufmann. Zur Ausbildung kam er über eine Anzeige. „Ich dachte, mit dem neuen Markt könne ich mitwachsen“, sagte er.

„Hut ab“, so Bürgermeister Patrick Haas über den 36-jährigen zweifachen Vater Marc Mädler aus Hausen vor Wald. Er gehört zu den Weiterbildungsbesten der IHK als geprüfter Industriemeister Metall. Ganz bewusst hat der Industriemechaniker mit 34 Jahren nochmals die Schulbank gedrückt, um sich diesen großen Herausforderungen zu stellen. „Es war nicht einfach, nach einer erfolgreichen vielseitigen Tätigkeit mit Auslandserfahrung diesen Schritt zu gehen, doch ich bin sehr stolz und froh, ihn gegangen zu sein“, sagte Mädler. Mit dem Fahrrad fuhr er täglich von Hausen vor Wald nach Villingen zur IHK. „Eine tolle, wenn auch harte Zeit.“ Als Meister sucht Marc Mädler nun eine neue Herausforderung als Ausbildungsleiter.

Wie ein Puzzle

Besten-Ehrung
Dass hinter dieser Besten-Ehrung eine Menge an Puzzlearbeit steckt, verriet die Sachbearbeiterin Wirtschaftsförderung, Luzia Vetter. Gerade im Zeitalter des Datenschutzes sei es nicht einfach, die besten Auszubildenden aus Hüfingen zu eruieren. Doch es sei für den Bürgermeister und sie ein großes Anliegen, diese herausragenden Leistungen in einer Feierstunde zu würdigen.