Der Gemeinderat diskutierte die Gestaltung der neuen Grabfelder auf dem Ostelsheimer Friedhof. Dabei ging es vor allem darum, wie viele Vorgaben die Kommune macht.
„Wir haben eine hohe Nachfrage nach Urnengräbern“, sagte Bürgermeister Ryyan Alshebl jüngst im Gemeinderat. Die Sitzungsvorlage listete alle aktuell noch freien Gräber auf: Drei Urnen-Wahlgräber sind noch frei und theoretisch könnten noch neun weitere Urnengräber hergestellt werden. Bei den übrigen Bestattungsarten sind noch 34 Gräber frei. Die Zahlen zeigen, dass die Urnengräber auf dem Ostelsheimer Friedhof langsam knapp werden.
Liebevollere Gestaltung
Die Verwaltung kam mit dem Thema schon im Februar in den Gemeinderat. Das Gremium erkannte den Bedarf damals, hatte aber ein Anliegen. Die Urnengrabfelder sollen künftig „attraktiver und liebevoller gestaltet werden“, wie es in der Vorlage heißt. Gemeinderat und Verwaltung einigten sich schließlich darauf, die Gartenbaufirma Walker aus Sindelfingen mit einem Entwurf zu beauftragen.
Platz für Rollstühle und Rollatoren
Der wurde nun im Gemeinderat vorgestellt. Geplant ist das neue Grabfeld auf der freien Fläche zwischen den großen Bäumen, die rechts des Weges vom Haupteingang her liegt, herzustellen. Die Urnengräber wären in kleineren Gruppen unregelmäßig angeordnet. Die einzelnen Gruppen sind dabei eingefasst. Zwischen den Gruppen führen Wege, die so breit sind, dass auch Rollstühle und Rollatoren hindurchpassen. Jedes Grab wäre mit einer einheitlichen Platte abgedeckt. Insgesamt könnten so 74 neue Urnengräber entstehen.
Das soll das neue Grabfeld kosten
Für die Umsetzung veranschlagt die Firma Walker rund 145 000 Euro. Der Preis komme dadurch zustande, weil alle Gräber gleich mit der Platte hergestellt würden, so Kämmerer Fabian Dieringer. Auch die Bepflanzung erfolge zu Beginn. Eventuell setze man dabei auf pflegeleichte Stauden.„Wir können noch sparen“, sagte der Kämmerer. Wähle man den günstigeren portugiesischen Granit für die Grabplatten, wäre die Umsetzung 7000 Euro billiger. „Wir müssen uns den Granit vor Ort anschauen“, meinte Ernst-Martin Gehring (OFW). Davor könne man keine Entscheidung treffen.
Stimmen aus dem Gemeinderat
Klaus Richter (OFW) fand den Entwurf grundsätzlich gut. Ihm gefiel, dass die Gräber nicht „schachbrettartig“ angeordnet seien. Was ihm nicht gefiel, war, dass die Grabflächen nicht individualisierbar seien. „Da können nicht mal richtig Blumen abgelegt werden“, sagte er. „Das stimmt, da fehlt die Individualität“, sagte Rudi Schlienz (OFW). Vielleicht könne man ja auf die Platten verzichten. Dann könnten die Leute die Gräber selbst gestalten.
„Ein paar Vorgaben müssen wir schon machen“, sagte Tobias Cascio (UO). Wenn die Kommune grob vorschreibe, wie die Grabplatten auszusehen hätten, könne man diese in der ersten Umsetzung auch weglassen. Dadurch spare die Gemeinde zudem Geld und die Leute wären in der Gestaltung freier. Richter argumentierte für eine Wahlfreiheit in der Gestaltung zwischen Bepflanzung oder einer Grabplatte. „Vielleicht können wir es ja aufteilen. Es gibt Bereiche mit Platten und welche ohne“, schlug Alshebl vor.
Platten in zwei Größen
Letztlich einigte sich der Gemeinderat darauf, Grabplatten in zwei Größen anbieten zu wollen. Eine Größe, welche das ganze Grab bedeckt und eine kleinere Variante, bei der neben der Platte auf dem Grab Raum für Bepflanzung bleibt. Die Verwaltung wird nun mit der Firma Walker die Realisierbarkeit dieser Idee besprechen.