Es ist ein Ärgernis sondersgleich – die Situation mit dem Kanalbau am Mooswald. Dieser musste aus haarsträubenden Gründen abgesagt werden. Mit einer neuen Lösung tun sich alle Seiten schwer.
Rückblende: Im vergangenen Jahr musste der Bau des Abwasserkanals im Mooswald abgeblasen werden. Grund war, dass beim Bau des Kanals im benachbarten Gebiet Spittel/Welschdorf aus ökologischer Sicht angeblich geschludert wurde.
Dort wurde Erdaushub für den Kanalbau auf einer ökologisch wertvollen Magerwiese abgelegt. Hinterher wurden auf der Wiese weniger Gräserarten als zuvor festgestellt – was aus naturschutzrechtlicher Sicht ausreichte, dem Projekt am Mooswald den Garaus zu machen – schließlich werde der Bereich als ein gemeinsames Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) angesehen, hieß es damals von den Verantwortlichen.
Nutzung alter Kläranlagen
Die fix und fertige und alles andere als günstige Planung musste in die Tonne getreten werden. Die Anwohner müssen weiterhin ihre in die Jahre gekommenen Hauskläranlagen nutzen. Niemand wollte mehr in diese investieren. Schließlich war ja der Bau des Abwasserkanals zum Greifen nahe.
Nun kam das Thema im Gemeinderat bei einer Anfrage von Manuela Buchholz wieder auf den Tisch. „Gibt es dazu etwas Neues?“, wollte sie wissen.
Wenige Rückmeldungen
„Die Rückmeldungen sind nicht so zufriedenstellend“, erklärte Hauptamtsleiter Andreas Kaupp, bevor er ins Detail ging. Die Gemeinde müsse klären, ob ein Spülbohrverfahren gewollt werde – also eines, bei dem kein Graben ausgehoben werden muss, sondern die Verlegung der Leitung komplett unterirdisch erfolgt.
Eine neue Planung müsse indessen gemacht werden – oder zumindest ein Angebot eingeholt werden, was eine neue Planung kostet. „Wir sollten eine Firma anfrage, was ein Meter im Spülbohrverfahren kostet“, schlug Ralf Schlögel vor. „Wir müssen uns in diese Richtung bewegen. Sonst kommen wir nicht weiter“, stellte Kaupp klar.
Rolle von Landratsamt
Ansgar Fehrenbacher sprach sich dafür aus, dass die Vertreter des Landratsamts eine Lösung bringen sollten, nicht die Gemeinde. „Es zieht sich und es ist teuer“, sagte er. Er zeigte sich sichtlich genervt davon, dass hier der Ball hin- und hergespielt werde.
Bürgermeister Jürgen Leichtle sagte, die Verwaltung werde sich mit einem Ingenieurbüro zusammensetzen, dessen Vorschläge anhören und dann über das weiter Vorgehen beraten.