Das Rathaus Aichhalden und die Ortsverwaltung Rötenberg erhalten im kommenden Jahr eine neue EDV-Ausstattung für rund 80 000 Euro.
Die derzeitigen Computer-Arbeitsplätze und Server in der Gemeinde- und Ortsverwaltung sind knapp sechs Jahre im Einsatz. Die Geräte sind damals von der Kommune gekauft worden, wie Kämmerer Philipp Stahl in der Sitzung des Gemeinderats berichtete. Da sich in diesem Zeitraum bei der Soft- und Hardware viel verändert habe, befänden sich die Geräte nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik.
Die PC’s seien durch ein Update zwar mit dem Betriebssystem Windows 11 ausgestattet. Allerdings werde das genutzte Microsoft-Office seit Mitte Oktober nicht mehr vom Support unterstützt mit der Konsequenz, dass neu auftretende Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden könnten. Dadurch sei das EDV-Netzwerk für lokale Cyberangriffe anfällig, schilderte Stahl. Gegenüber dem bisherigen Gerätebestand seien keine Ergänzungen erforderlich.
Anders als bei der im April 2020 beschafften EDV-Ausstattung könne beim Erwerb neuer Geräte nur eine Direktvergabe an das kommunale Rechenzentrum Komm.ONE erfolgen. Hierbei handle es sich um eine Anstalt des öffentlichen Rechts, deren Träger die Gemeinde und das Land Baden-Württemberg seien. Die Beschaffung könne als sogenannte „Inhouse-Vergabe“ erteilt werden, wodurch es keine öffentliche Ausschreibung brauche, erläuterte der Kämmerer. Das Rechenzentrum böte für Kommunen auch eine Cloud-Lösung an. So könne – mit Ausnahme von Endgeräten – auf die komplette IT-Arbeitsplatzinfrastruktur im Rathaus verzichtet werden. Zudem bestünde der Vorteil der größtmöglichen Sicherheit gegenüber zunehmenden Cyberattacken.
Reduzierte Abhängigkeit von Komm.One
Die Verwaltung habe sich bei Kommunen, die eine Cloud-Lösung im Einsatz hätten, erkundigt. Sie sähen den Schritt zur Cloud als richtig an. „Für die Neubeschaffung eines eigenen Servers im Rathaus spricht, dass damit die totale Abhängigkeit von Komm.ONE verhindert wird. Gerade bei reduzierter Datenleitung oder Totalausfall ist mit Einschränkungen an den Arbeitsplätzen bis hin zur Handlungsunfähigkeit der Verwaltung zu rechnen“, warnte Stahl.
Hinzu komme, dass kurzfristige Änderungen im Netzwerk oder Passwortneuvergabe nicht mehr ohne Ticketnachfrage an Komm.ONE möglich seien und das könne dauern.
Abwägung der Varianten
Eine Neubeschaffung der EDV-Ausstattung koste nach Kalkulation des Rechenzentrums circa 80 000 Euro. Dem gegenüber stünden Kosten für die Cloud hochgerechnet auf fünf Jahre bei etwa 165 000 Euro. „Die Verwaltung schlägt deshalb die günstigere Variante vor und auf die Cloud zu verzichten“, warb der Kämmerer um Zustimmung. Nach Ansicht von Bürgermeister Michael Lehrer könnte die Anschaffung auch zwei bis drei Jahre geschoben werden. Das Rechenzentrum rate jedoch dringend davon ab, da es jüngst einen Cyberangriff bei der WGV gegeben habe und die Attacken zunähmen. Komm.ONE überprüfe den Datenschutz der Gemeinde und zeige auf, wo Sicherheitslücken bestünden.
Deshalb müsse die Hardware auf aktuellem Stand gehalten werden, riet der Bürgermeister zum Kauf. Dem Vorschlag der Verwaltung folgten die Räte einstimmig.