Sie ist eine echte Power-Frau: Samira Skrzipek (23) aus Horb-Talheim (Kreis Freudenstadt) möchte mit ihrer Teilnahme in der neuen Vox-Serie "Besonders verliebt" auch anderen Menschen mit Handicap Mut machen.
Horb/Aistaig - Wer die 23-Jährige trifft, begegnet einer Frau mit Selbstbewusstsein und Schlagfertigkeit. Doch das musste sie erst einmal lernen. Denn Aufgrund ihrer Kleinwüchsigkeit erlebte sie in Kindheit und Jugend das, was andere Menschen mit Handicap ebenfalls oft erleben: Blicke, die zum Starren werden. Tuscheleien. Distanzierungen.
Wann sie das für sich selbst realisierte? "So genau kann ich das gar nicht sagen. Eigentlich seitdem ich denken kann. Man wird immer angeguckt, es wird getuschelt. In der Schule kamen dann die ersten Kommentare", sagt Samira, die in Aistaig (Kreis Rottweil) aufgewachsen ist und vor einigen Jahren mit ihrer Familie nach Horb-Talheim gezogen ist. Diese Reaktionen der anderen. Wie geht sie heute damit um? "Mittlerweile ignoriere ich das", antwortet sie.
Agentur sucht für die Kandidaten
Doch sie wagte nun auch einen weiteren Schritt – ins Fernsehen. An diesem Dienstag ist die 1,30 Meter große Samira eine der Protagonistinnen und Protagonisten des neuen Dating-Formats "Besonders verliebt" (Vox, 20.15 Uhr, zwei weitere Folgen jeweils dienstags).
Drei Flirtexperten der Agentur "Handicap Love" sollen Samira und drei weitere Kandidaten in Folge eins dabei unterstützen, ihre große Liebe zu finden. Insgesamt sind es elf Kandidaten in den drei Folgen.
Der Sender beschreibt sein neues Format so: "›Besonders verliebt‹ vermittelt den Zuschauenden einen authentischen Einblick in die Suche von Menschen mit Beeinträchtigungen nach ihrem ganz persönlichen Glück. In drei Folgen zeigt die Sendung die wichtigsten Meilensteine der Singles auf ihrer Liebesreise: von der Begegnung mit einer Agentur über die Einrichtung ihres Dating-Profils bis zur Vorbereitung auf das erste Date. Schließlich schaut die Sendung den Singles bei der ersten Begegnung mit ihrem Match über die Schulter."
Wie es dazu kam, dass Samira dort mitgemacht hat? "Ich habe mich irgendwann mal auf der Datenbank der Produktionsfirma registriert. Und dann wurde ich plötzlich kontaktiert." Samira sagte schließlich zu: "Das hat sich spannend angehört und ich habe mir gesagt: Ich habe nichts zu verlieren."
Nicht nur ihr eigenes Liebesglück war dabei der Grund fürs Mitmachen. Sie möchte auch eine Botschaft transportieren: "Mir ist wichtig zu zeigen, dass wir Menschen mit Handicap auch die Chance auf die große Liebe haben. Die Chance haben, normale Menschen kennenzulernen." Denn die Power-Frau möchte einen "normal großen" Partner haben. Ob es vielleicht der 31-jährige Lagerist Hans ist? Das erfährt der Zuschauer an diesem Dienstagabend. Das Date fand unter anderem im Biergarten auf dem Rauschbart in Horb statt.
Der Sender berichtet schon einmal so viel auf seiner Homepage: "Samiras erster Eindruck von ihrem Date Hans (Bietigheim-Bissingen) ist positiv: ›Er sieht tatsächlich besser aus als auf den Bildern‹, gibt sie nach den ersten Minuten erleichtert zu. Und auch für Hans spielt Samiras Größe keine Rolle: ›Ich hätte sie mir kleiner vorgestellt.‹ Das Date kommt direkt in Fahrt, doch reicht es am Ende für eine Wiederholung?"
Ohne etwas über den Ausgang zu verraten, sagt sie im Rückblick: "Ich bereue es auf keinen Fall. Es war spannend, auch die Dreharbeiten waren total spannend. Ich habe ein sehr nettes Dreh-Team erlebt." Von ihrer Familie bekam sie volle Rückendeckung. "Die kennen mich und trauen mir sowas zu, sie waren alle gespannt, sie freuen sich alle auf die Ausstrahlung."
"Kinder akzeptieren einen so wie man ist"
Samira – die in ihrer Freizeit gerne etwas mit ihren Freunden unternimmt und Sport ("Krafttraining") macht – geht ihren Weg. Wenn das Angebot passt, dann vielleicht auch mal wieder im Fernsehen. Doch auch sonst geht sie zielstrebig durchs Leben. Seit Kurzem ist die 23-Jährige mit ihrer Ausbildung als Erzieherin fertig. Einen Teil ihrer Ausbildung absolvierte sie beispielsweise in Horb-Nordstetten. Mittlerweile arbeitet sie in ihrer Heimatgemeinde Aistaig. Im täglichen Umgang mit den Kindern macht sie eine Erfahrung, die sie sich auch von Erwachsenen wünscht: "Kinder akzeptieren einen so wie man ist."