Der Musikverein Fahrnau unter Leitung von Céline Pellmont bei seinem Galakonzert in der Stadthalle Foto: Gudrun Gehr

Mit dem Tubisten Andreas Hofmeir holte der Musikverein Fahrnau beim Galakonzert einen ganz besonderen Gastmusiker auf die Bühne. Der musizierte, reimte und zeigte Humor.

Andreas Hofmeir ist ein Meister der Tuba: Bekannt als Gründungsmitglied der Kultband La Brass Banda, Echo-Klassik-Preisträger, Kabarettist, Dirigent und Professor für Tuba am Mozarteum Salzburg.

 

Wie bekannt wurde, war es die Idee von Dirigentin Céline Pellmont, den in Bayern wohnenden Blasmusik-Virtuosen einzuladen und beim Konzert gemeinsam zu musizieren.

„Kräftig würzig bis zart schmelzend“

Moderiert wurde der besondere Abend von Oliver Batt, der launig und informativ durchs Programm führte. Er versprach einen kräftig würzigen bis zart schmelzenden musikalischen Abend, und hielt sein Wort. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Benjamin Brenzinger eröffneten die 36 Aktiven des Orchesters mit einem spektakulären Start ein rund dreistündiges, ungewöhnliches Blasmusikerlebnis. Bereits zu Anfang des Konzertes zeigte das Orchester wieder sein besonderes Niveau. Beim Stück „Outburst“ des Komponisten Georges Sadeler erklang zunächst ein Weckruf mit Fanfaren, gefolgt von Schlagzeug und orchestralen Rhythmen in kraftvollem Tempo.

Im weiteren Verlauf des ersten Konzertteils machte das Orchester einen mystischen Ausflug in die Welt von Edvard Grieg mit „Peer Gynt“. In der ersten Suite Opus 46 wurden die vier bekannten musikalischen Episoden Morgenstimmung, Ases Tod, Anitras Tanz und In der Halle des Bergkönigs präsentiert.

Der „letzte Schrei der Instrumentenbaukunst“

Mit den einleitenden Worten „Jetzt ist er da“ begrüßte Moderator Batt den Tubakünstler, der sich bei seinen Auftritten gewohnheitsmäßig barfuß präsentiert. Hofmeir begrüßte die Gäste und sagte: „Es ist für mich ein Privileg, hier bei diesem wunderbaren Musikverein auftreten zu dürfen“.

Andreas Hofmeir an der Tuba Foto: Gudrun Gehr

Und schon war er mittendrin in der Beschreibung seiner Leidenschaft für die Tuba als das Instrument des Jahres 2024. Als im Jahr 1835 entwickeltes Instrument sei die Tuba der „letzte Schrei der Instrumentenbaukunst“. Er verlas Stücke aus seinem Gedichtband „Hundsgemeine Instrumentenkunde“ mit „77 Schmähgedichten auf die rudimentär entwickelten, prähistorischen Vorläufe der Tuba in Hochdeutsch und Starckdeutsch“. Ein Beispiel: „... ein vom Holzwurm zerfressenes Brett, dann ist es wohl die Klarinett’“.

Drei Stunden gemeinsames Proben reichen aus

Das Orchester und der Solist hatten seit seiner Anreise aus Bayern lediglich drei Stunden Zeit für eine gemeinsame Probe. Dennoch war die Präsentation des „Concertino for Tuba“ mit Solobeiträgen von Hofmeir vom Feinsten.

Zu hören war ein fröhliches, unkompliziertes und leicht verständliches Stück des Komponisten Rolf Wilhelm, der auch die Loriot-Filme musikalisch gestaltete.

Nach dem „Loriot-Feeling“ gab es vor der Pause noch ein ungewöhnliches Hörerlebnis. Der erste Satz der Flötenphantasie Nr. 2 von Georg Philipp Telemann war ungewöhnlicherweise für die Präsentation mit der wohlklingenden, warmen und tiefen Tuba umgeschrieben worden – und begeisterte das Publikum.

Im zweiten Teil des Konzertes reiste das Orchester musikalisch in die Vogelwelt des Amazonas. Das gemeinsam gespielte Stück „Czardas“ von Vittori Monti mit Solobeiträgen von Hofmeir beeindruckte die Gäste sichtlich, die langen Beifall spendeten.

Das Stück des amerikanischen Sängers Meat Loaf hatte sich das Orchester für den Schluss aufgehoben. Hofmeir schmunzelte und nahm sich mit Blick auf seine mit dem Rocksänger vergleichbare Körperstärke selbst aufs Korn: „Habt ihr euch das wegen mir ausgesucht?“

Kabarett-Einlagen mit „Starckdeutsch“

Dann schlüpfte Hofmeir in seine Kabarettistenrolle und präsentierte als Sprachakrobat die „Starckdeutsch“-Sprache, eine Erfindung der 1970er Jahre aus Berlin. Hier werden alle Konsonanten „verhärtet“ und alle Vokale werden „verdunkelt“. Unter großer Heiterkeit durfte das Publikum versuchen, die Worte zu verstehen, was häufig nicht gelang.

Natürlich durfte weder das Orchester noch der Solokünstler ohne mehrere Zugaben die Bühne verlassen.