Walter Simon hat gemeinsam mit seinen Söhnen eine Kapelle erbaut, die er in Erinnerung an seinen verstorbenen Bruder errichtet hat. Ein Besuch vor Ort zeigt ein besonderes Bauwerk.
Walter Simon wohnt mit seiner Familie in einem alten Bauernhaus, seinem Elternhaus, an der St.-Martin-Straße 5 in Brigachtal/ Kirchdorf. Er hat unsere Redaktion eingeladen, ihn zu besuchen, um seine Kapelle, die er mit seinen zwei Söhnen von 2010 bis 2011 gebaut hat.
Vor dem Hof angekommen, wird erstmal gesucht, wo denn die Kapelle steht. „Da ist sie doch“, erklärt er und jetzt fällt die Kapelle, die auf einem kleinen Hügel steht, auf. Sie ist schon etwas versteckt, aber bei näherem Hinsehen ein echtes Kleinod.
Sie stehe an diesem Platz, weil auch die Kirche auf einem Hügel erbaut wurde, erläutert Simon. Außen steht: „St. Hubertus Kapelle“, diesen Namen wird er später noch erklären.
Dankes- und Bittkapelle
Beim Betreten der Kapelle muss der Kopf gewaltig eingezogen werden, auf die Bemerkung, der Eingang sei aber niedrig, antwortet Simon: „Das ist Absicht, es ist eine Dankes- und Bittkapelle, man soll diese Kapelle gebückt betreten“.
In der Kapelle steht eine Kniebank, die er vom früheren Pfarrer Walter Mackert erhalten hat. Der große Corpus sei ein Geschenk von seinem Cousin, die Jesusfigur sei von seinem Nachbarn. Viele Kerzen und andere Geschenke von Freunden und Familienmitgliedern fallen auf: „Ich bin jeden Tag in der Kapelle“, so Simon.
Gebaut nach Bauschriften
Die Kapelle biete Raum für 15 Besucher und habe innen eine Höhe von genau 7590 Millimeter, auch sei die Kapelle genau nach den Brigachtaler Bauvorschriften gebaut, betont er. „Kein Baum musste der Kapelle weichen, sie besteht aus Ziegeln, Holz und Metall. Am 3. November 2011 wurde die Kapelle von Pfarrer Paul Beha geweiht. Simon war es an diesem Tag sehr wichtig, dass die Weihe am Verehrungstag des Heiligen Hubertus stattfinden konnte.
In Gedenken an den Bruder
Doch warum hat er die Kapelle St. Hubertus Kapelle genannt: Vor vielen Jahren sei sein ältester Bruder Hubert tödlich verunglückt und er habe regelmäßig auf dem Friedhof an seinem Grab seiner gedenken können, erzählt er. Dann sei der Friedhof neu gestaltet worden und er habe keinen Platz mehr gehabt, wo er an seinen Bruder denken konnte. Also habe er die Kapelle gebaut und nach dem Schutzpatron St. Hubertus genannt.
Laut eigenen Aussagen gehe er jeden Abend in die Kapelle, wo er seine Ruhe und Frieden finde, schließt Simon. Übrigens sei jeder Besucher in der Kapelle herzlich willkommen, ergänzt er noch.
Gelernter Stahlbetonbauer
Walter Simon ist Nebenerwerbslandwirt mit unter anderem Kartoffelanbau, auch hält er Schafe. Erlernt hat er in Donaueschingen den Beruf des Stahlbetonbauers. Er arbeitet seit 25 Jahren bei der Stadt Villingen-Schwenningen am Grünflächen- und Tiefbauamt.