Unter den Ehrengästen der Verabschiedung Winfried Kretschmanns war der vormalige Trigema-Chef. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung.
In einer dreiteiligen Veranstaltung wurde Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann an diesem Mittwoch, 29. April, im Neuen Schloss Stuttgart verabschiedet. Unter den Ehrengästen aus Politik, Sport, Adel und Kirche befand sich neben Armin Laschet (CDU), Kretschmanns Amtsvorgänger Günther Oettinger oder dem SC-Freiburg Trainer Christian Streich auch der langjährige Trigema-Chef Wolfgang Grupp.
Das Verhältnis zwischen Grupp und Kretschmann ist ein besonderes, insofern sich Grupp bei aller Kritik an Angela Merkel stets als wertkonservativer Unterstützer der CDU bekannte. Bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 votierte er jedoch für den Grünen Kretschmann. Wie er öffentlich sagte, gebe er seine Stimme nicht der Öko-Partei, sondern dem Ministerpräsidenten, der eine gute Politik für das Land mache.
„Gigantische Fußspuren“
Grupp und der Landesvater begegneten sich immer wieder, unter anderem 2019, als Kretschmann als Gast an der 100-Jahr-Feier von Trigema teilnahm. In seiner Ansprache würdigte er damals das Textilunternehmen auf der Alb und nannte es ein Musterbeispiel für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Im Rahmen der Feier überreichte er Wolfgang Grupp das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der Ministerpräsident blieb anschließend noch geraume Zeit. Beim Auftritt des Stargastes Helene Fischer am Abend war er jedoch wieder entschwunden. Wohl aus Termingründen, nicht weil er die klassische Musik bevorzugt.
Die Gäste zu Kretschmanns Verabschiedung wurden am Mittwoch im Neuen Schloss von Vize-Regierungschef Thomas Strobl (CDU) begrüßt. „Du hinterlässt gigantische Fußspuren“, sagte er zu Kretschmann, mit dem ihn persönliche Freundschaft verbindet, und fügte hinzu: „Nicht nur, durch das, was du für das Land getan hast, sondern wie du es gemacht hast.“ Alt-Bundespräsident Joachim Gauck würdigte in seiner Laudatio gleichermaßen den Politikstil Kretschmanns.
„Kulturprägend“ für Baden-Württemberg
Seine Wahl zum Ministerpräsidenten sei „kulturprägend“ in einem an sich konservativ geprägten Bundesland gewesen. Die Bürger hätten ihn und seinen Regierungsstil „angenommen“, weil sie in ihm einen „guten Menschen“ erkannten. Kretschmann sagte, er sei dankbar, dass er 15 Jahre Ministerpräsident des starken und schönen Landes Baden-Württemberg habe sein dürfen. „Das ist bei aller Anstrengung schon auch eine Gnade.“ Gerührt zeigte er sich über den Abschied, der ihm bereitet werde: „Jetzt kann ich nicht mehr sagen, dass ich ohne Wehmut aus dem Amt scheide.“
Sendung im Radio
SWR1 Leute
Wolfgang Grupp senior ist am 7. Mai in „SWR1 Leute“ zu Gast. Wie der Sender ankündigt, will er über seine persönlich schwerste Zeit sprechen und wie er die Krise nach dem Suizidversuch 2025 meisterte. Die Sendung soll am 7. Mai von 10 Uhr bis 12 Uhr ausgestrahlt werden.