Marina Jan macht Falten, Narben und Haaren den Garaus: In ihrer Praxis in Lahr möchte die Ärztin der ästhetischen Medizin ihren Patienten helfen, sich schöner zu fühlen. Dafür kommen Botox, Hyaluronsäure und Laserbehandlungen zum Einsatz.
„Ich weiß, wie wichtig es ist, sich wohlzufühlen in seiner Haut“, sagt Marina Jan. Die 42- Jährige ist Ärztin der ästhetischen Medizin und bietet in ihrer Praxis „Medizinisches Beauty Zentrum“ in der Kaiserstraße 63 unter anderem Laserbehandlungen, Botox-Therapie und Hyaluronsäure-Injektionen an. „In unserer Welt dreht sich viel um Äußeres. Wenn man gut aussieht, hat man auch mehr Selbstvertrauen“, so Jan.
Bevor die Ärztin ihre Patienten behandelt, fragt sie immer nach dem Ziel, das mit der Veränderung erreicht werden soll. „Jeder ist anders“, betont sie. Ihr gehe es nicht nur darum, etwa Falten verschwinden zu lassen, sondern um ein „gesamtästhetisches Bild“. Besonders Frauen würden häufig gerne „das erhalten, was sie erreicht haben. Ab 35 wollen sie so bleiben, wie sie sind und nicht älter werden“, so Jan.
Von den Menschen, die zu ihr kommen, um ihr Äußeres zu verbessern, seien 70 Prozent weiblich. Beim Alter gebe es keine Einschränkungen. „Mein ältester Patient war 91 Jahre alt.“ Kinder unter 18 Jahren bräuchten jedoch eine Einwilligung der Eltern, hebt sie hervor.
42-Jährige studierte in Litauen
Die 42-Jährige hat Medizin in Litauen studiert, ist nach ihrem Studium nach Deutschland gekommen und lebt seit 2013 in Lahr. Bevor sie 2020 entschied, sich mit ihrer Praxis, in der mit ihr noch eine Arzthelferin und ein Manager für den Einkauf arbeiten, selbstständig zu machen, war sie im Ortenau-Klinikum in Lahr tätig, im Fach der Inneren Medizin. Zudem hat sie eine Ausbildung in naturheilkundlicher Mesotherapie abgeschlossen.
Die Verbindung zwischen Kunst und Medizin habe sie an der ästhetischen Medizin immer fasziniert. „In der Schulmedizin konnte ich nicht finden, was meine Leidenschaft war“, sagt sie. Dennoch bereut die Mutter von drei Kindern ihre Ausbildung nicht – im Gegenteil. „Kenntnisse aus einem medizinischen Studium sind für viele Behandlungen wichtig“, erklärt sie. Zudem sei ihr beruflicher Hintergrund auch ein Alleinstellungsmerkmal, denn in Lahr gebe es viele Kosmetiker, die jedoch – anders als sie – nicht alle Behandlungen ausführen dürften. Auch lasse die Qualität bei vielen Anbietern zu wünschen übrig. „Ich habe auch viele Korrekturfälle“, berichtet die Ärztin.
Nach Behandlungen sind zwei Wochen Heilung üblich
Sie selbst etabliere in ihrer Praxis nur das, was medizinisch anerkannt sei und gut funktioniere. „Es macht mir und den Leuten Spaß, weil man wirklich auch Resultate sieht.“ Manchmal müsse sie ihre Patienten jedoch auch bremsen. „Wenn ich denke, dass etwas nicht passt, sage ich das auch. Mein Ruf leidet sonst ja auch darunter“, erklärt Marina Jan.
Die Kosten bewegen sich laut ihr zwischen rund 60 Euro für eine einfache Tattooentfernung und 200 bis 300 Euro für mehrere Behandlungen auf einmal. Schwellungen und blaue Flecken seien übliche Nebenwirkungen, mit denen man rechnen müsse. „Zwei Wochen Heilung ist normal“, erklärt die Ärztin. Schlimmere Nebenwirkungen habe es bei ihr noch nicht gegeben, „aber wenn es mal welche geben sollte, kann ein Arzt es gut behandeln.“
Dass Schönheitseingriffe und -korrekturen von manchen Menschen auch kritisiert werden, beeindruckt die 42-Jährige wenig. „Das Äußerliche ist ganz wichtig für die Leute – war es vielleicht immer. Jetzt gibt es Mittel, mit denen man nachhelfen kann“, erklärt sie. Zudem ist ihr wichtig zu betonen, dass es nicht nur um Schönheit, sondern auch um Gesundheit gehe. Etwa mit der Mesotherapie könne man viele Hautprobleme wie Schuppenflechte behandeln – und Botox helfe auch gegen Migräne. „Wir behandeln auch das Selbstbewusstsein. Viele haben ihr Leben hier neu angefangen. Wenn man anfängt, sich mehr zu lieben, ist das auch eine Art Psychotherapie“, sagt Jan.
Ärztin behandelt sich auch selbst
Auf die Frage, wie sie selbst Schönheit definiere, antwortet die 42-Jährige: „So natürlich wie möglich. So, dass andere kaum sehen, dass etwas gemacht wurde.“ Außerdem seien ihr Zärtlichkeit und Weiblichkeit wichtig. „Frauen müssen Frauen bleiben“, ist ihre Meinung. Die 42-Jährige nutzt die Behandlungen auch für sich selbst, verrät sie. „Vieles kann man selber machen. Wenn man sich selbst helfen kann, kann man auch anderen helfen.“
Und das – den Leuten zu helfen – sei auch das, was sie an ihrem Beruf am meisten liebe. „Es ist sehr schön, wenn ich einen Teil dazu beitrage, dass sich das Leben eines Patienten verbessert.“
Vorschläge für die Serie
Im Rahmen unserer Serie „Besondere Berufe“ stellen wir Menschen vor, die eine nicht alltägliche Profession haben. Wenn Sie Ideen für außergewöhnliche Jobs und interessante Berufe haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an redaktion@lahrer-zeitung.de.