Wilhelm Heizmann hat sich mit seiner Herdbuchzucht den Bundestitel geholt. Der 88-jährige Heiligenzeller ist Deutschlands ältester und erfolgreichster Züchter seiner Zunft.
Herdbuchzucht – ist die schwierigste Disziplin in der Rassekaninchenzucht. Nicht nur ein Tier muss vor den Augen der sehr genau hinschauenden Wertungsrichter bestehen. In der Herdbuchzucht sind es gleich vier Wurfgeschwister, die allesamt vorzügliche bis hervorragende Bewertungen erhalten müssen, damit überhaupt ein Weg auf das Siegertreppchen möglich ist, erklärt Wilhelm Heizmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Überglücklich ist er über seinen ungebrochenen Erfolg als Deutscher Meister.
„Zur Baden-Württembergischen Meisterschaft habe ich leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geschafft“, bekennt der 88-Jährige, der zu den erfolgreichsten Züchtern in ganz Deutschland gehört. Aber das nächste Jahr kommt und mit ihm die nächsten Landesschau – diesmal in Offenburg.
Die nächste Meisterschaft hat der Heiligenzeller bereits im Blick
Heizmann sagt: „Dass ich es nochmal geschafft habe Bundessieger zu werden, macht mich sehr glücklich und motiviert mich.“ Die Gesundheit zwinge ihn jedoch dazu, etwas Kürzer zu treten. Überhand nehmen dürfe die Zucht nicht mehr. Nur noch wenige prächtige Tiere sind in seiner Zucht. Trotzdem habe er die nächste Baden-Württembergische Meisterschaft fest im Blick, gibt er mit leichtem Lächeln zu. Seinen Tieren soll es an nichts fehlen. Kulinarisch erhalten sie ein Verwöhnprogramm mit besonderen Pellets, frischen Salatblättern, Karotten und Äpfel. Aktuell gibt es eine Rasselbande von elf Jungtieren im Stall. Sie alle hätten das Potenzial zu preisgekrönten Tieren.
Schon längst könnte er die Füße hochlegen. Tatsächlich gönne er sich nachmittags eine gute Pause. Aber morgens und abends gehört den Lohkaninchen schwarz seine geballte Aufmerksamkeit und Fürsorge. Unterstützt wird er dabei von Ehefrau Ruth, die nicht von seiner Seite weicht und auch Sohn Michael Heizmann sowie Schwiegersohn Harald Wendle helfen ihm bei der Sauberkeit der Ställe. Heizmann spricht von großer Dankbarkeit. Für ihn bedeutet die Kaninchenzucht eine Lebensaufgabe. Ein Hobby, das sein Leben mit sehr viel Freude und Hingabe erfüllt, sagt er gegenüber unserer Zeitung. An ein Aufhören ist nicht zu denken. Die Zucht schenkt Heizmann auch ein gutes Quäntchen Lebenssinn. Dass er kürzer treten muss, wisse er selbst.
Die Rasse Lohkaninchen schwarz hat es ihm seit gut 50 Jahren angetan. Ohne Unterlass ist er in der Züchtung sehr erfolgreich. Kaninchenzucht gehört jedoch schon seit mehr als 60 Jahren zu seinem Leben. Zum sechsten Mal ist er Deutscher Meister. Unzählige Male hat er bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften abgeräumt.
Das seine Züchtung sich im Land bei weiteren Züchtern fortsetzt, freut Heizmann
Genetisch sind die Kaninchen aus Heiligenzell nahezu über die gesamte Bundesrepublik verteilt. Züchter fragen direkt bei ihm an. Jüngst kam ein Züchter aus Memmingen und hat sich einen Rammler abgeholt. Exzellent ist nicht nur die Bewertung der Wertungsrichter. Diese hervorragende Züchtung setze sich jetzt bei weiteren Züchtern fort, sagt Heizmann und freut sich riesig über diesen Fortbestand. Die Liebe zum Tier und zur Züchtung teilt er mit Ehefrau Ruth. Beide schwärmen von der Schönheit des Lohkaninchens, das mit einem Gewicht zwischen 2,5 und 3,3 Kilo auf die Waage kommt. In der helleren Abstufung zeige sich das Tier mit „wunderschönen“ Augenringen. Lohfarbig umspielt wird auch die Nase. Heizmann ist der Anblick seiner Tiere pure Freude.
Bundesschau
Die Bundesschau findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr war es die 37. Bundesschau. Sie fand in Karlsruhe statt.