Die Freiwillige Feuerwehr Auggen hat im November ihr neues Löschfahrzeug in Betrieb genommen – darum darf das alte Fahrzeug (Foto) jetzt nach knapp 30 Jahren weiterziehen. Foto: Freiwillige Feuerwehr Auggen

Unter dem Motto „Einsatz beendet – Wenn Helden in Rente gehen“ versteigert die Gemeinde Auggen ihr altes Löschfahrzeug. Das Mindestgebot sind 12 000 Euro.

Die öffentliche Versteigerung des ehemaligen Einsatzfahrzeugs der Freiwilligen Feuerwehr Auggen findet am Samstag, 29. November, von 16 bis 17 Uhr statt. Vorab besteht die Möglichkeit, das Objekt zwischen 14 und 16 Uhr am Feuerwehrgerätehaus zu besichtigen.

 

Das Fahrzeug wird zu einem Startgebot von 12 000 Euro angeboten. Der Mindeststeigerungs-Schritt beträgt 100 Euro. Die ausführlichen Modalitäten und Bedingungen für die Versteigerung sind auf der Homepage der Gemeinde zu finden.

In die Rolle des Auktionators wird Bürgermeister Ulli Waldkirch schlüpfen, unterstützt von Feuerwehrkommandant Dominik Kittler. Der Auggener Rathauschef hatte auch die Idee zu der besonderen Aktion, die dann in Absprache mit der Feuerwehr-Führungsgruppe angegangen wurde.

„Top gepflegt“

Das zur Auktion stehende Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) hat knapp 30 Jahre auf dem Buckel und ist laut Waldkirch „in einem top gepflegten Zustand“. Der Bürgermeister lobt in diesem Zusammenhang die Feuerwehrmannschaft, die in all den Jahren sehr gut darauf aufgepasst habe. Das Fahrzeug sei hochwertig und habe viele Vorzüge, so Waldkirch im Gespräch mit unserer Zeitung. Wobei er auf das Mercedes-Benz-Fahrgestell und den Allradantrieb verweist. Außerdem habe das Dienstfahrzeug nur rund 15 000 Kilometer auf dem Tacho.

Interesse von Bürgern

„Ich wurde schon von mehreren Auggener Bürgern darauf angesprochen, ob es die Möglichkeit gibt, das alte Feuerwehrauto zu kaufen“, berichtet der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung.

Vor allem bei der Einweihung des neuen Löschfahrzeugs vor rund zwei Wochen seien mehrere Bürger mit dieser Frage auf ihn zugekommen. Das neue Löschfahrzeug LF 10 wurde jetzt im November nach rund zwei Jahren Planungs- und Beschaffungszeit feierlich in Dienst gestellt.

Bald ein Camper?

Gut eine halbe Million Euro hat die Gemeinde dafür investiert. Es ersetzt das alte Löschfahrzeug, das nach drei Jahrzehnten im Dienst der Auggener Feuerwehr nun an einen neuen meist bietenden Besitzer wechseln soll. Unter dem Motto „Ein Löschfahrzeug für Abenteuer sucht neues Zuhause“ bietet die Gemeinde das LF 8/6 an.

Für Schrauber und Feuerwehr-Fans

Interessant dürfte das ausrangierte Feuerwehrauto für Bastler und Schrauber sein, die das Fahrzeug in ein Wohnmobil beziehungsweise einen Camper umbauen wollen. Waldkirch denkt bei potenziellen Interessenten zudem an „Feuerwehr-Fans“ oder Leute, die aus Nostalgie-Gründen ein solches Fahrzeug haben wollen.

Gerne andere Wege

„Wir sind in Auggen ja bekannt dafür, gerne auch mal etwas andere Wege zu gehen“, begründet Waldkirch die ausgefallene Aktion. Ein üblicher und einfacher Weg für Behörden, alte Fahrzeuge abzustoßen, sei etwa die Plattform „Zoll-Auktion“, beschreibt der Bürgermeister das übliche Prozedere.

Höherer Erlös erhofft

Davon habe man aber aus mehreren Gründen abgesehen, unter anderem, weil es kein „anonymer Verkauf“ sein sollte – auch wenn die gewählte Variante für die Gemeinde eine gewisse Mehrarbeit bedeute.

Das ausrangierte Feuerwehrauto vor der Rebenkulisse des Winzerortes. Foto: Freiwillige Feuerwehr Auggen

„Zum einen erhoffen wir uns durch die direkte Versteigerung vor Ort einen höheren Erlös“, sagt der Bürgermeister. Zum anderen wolle man mit der Versteigerung des Löschfahrzeugs auch die Aufmerksamkeit auf die örtliche Feuerwehr lenken, sagt Waldkirch, der bei der ganzen Aktion auf eine „Win-Win-Situation“ hofft.

„Im besten Fall bleibt es im Dorf“

Auch ermögliche dieser Rahmen den Kameraden, sich gebührend von dem Feuerwehrauto zu verabschieden: „Schließlich wurde 30 Jahre mit diesem Fahrzeug zusammengearbeitet, da hängt auch was dran.“ In diesem Zusammenhang äußert Waldkirch einen ganz besonderen Wunsch: „Im besten Fall bleibt das Fahrzeug hier in Auggen.“

Mit Bewirtung

Nicht zuletzt ist die Versteigerung auch ein Anlass, bei dem das Dorf zusammenkommt. Für Bewirtung ist gesorgt. Die Jugendfeuerwehr offeriert Würste und Getränke – der Erlös fließt in die Kameradschaftskasse.