Nach vier Tagen ohne Post sind auf einmal 17 Briefe da – immerhin. Foto: Otto

Wer auf wichtige Post wartet, der braucht im Kreis Rottweil ganz schön Geduld. Es hakt bei der Briefzustellung immer wieder gewaltig. Etliche Leserbeschwerden erreichen uns. Wir fragen bei der Post nach den Gründen.

Es ist mittlerweile schon fast Gewohnheit geworden – wenn es nicht so ärgerlich wäre: Tagelang kommt keine Post, dann sind plötzlich 17 Briefe im Briefkasten. Und deren Datum im Briefkopf verrät, dass die Schreiben teilweise schon ganz schön lange unterwegs sind.

 

Leser berichten, dass sie auf wichtige Briefe, die eigentlich längst da sein müssten, bis zu zwei Wochen warten. Andere bekommen Mahnschreiben über verpasste Fristen, weil die entsprechenden Schreiben – beispielsweise vom Finanzamt – zu spät ankamen. Tagelang bleibt der Briefkasten leer und es kommt augenscheinlich irgendwann zu einer „Sammelzustellung“. Und so kommt ein Schreiben einer Behörde, das nachweislich am 7. November in die Post ging, am 15. November an. Absender und Adressat liegen 20 Kilometer auseinander.

Mehr Beschwerden als sonst

Dass der Kreis Rottweil mit solchen Fällen nicht allein ist, zeigen aktuelle Berichte über Beschwerden bei der Bundesnetzagentur über die Post. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden etwa 31 700 Eingaben von Verbrauchern verzeichnet – ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit „Post“ ist in dem Fall meist DHL gemeint, dessen Briefgeschäft Deutsche Post heißt.

Im September war es zum wiederholten Mal unter anderem in Schramberg zu Problemen gekommen. Jetzt, so scheint es, nehmen die Verzögerungen in verschiedensten Teilen des Kreises erneut zu.

Wir haben bei DHL um Stellungnahme zu konkreten Beispielen mit verzögerter Zustellung aus Aichhalden, Villingendorf und Rottweil gebeten, die, so die Rückmeldung einer Sprecherin der DHL Group, „intensiv geprüft“ worden seien.

Auch Witterung schwierig

Grundsätzlich erklärt sie, dass die Brief- und Paketzusteller bundesweit regulär jeden Werktag rund 46 Millionen Briefe und rund 6,3 Millionen Pakete ausliefern. „Natürlich können wir als flächendeckender Postdienstleister Unregelmäßigkeiten nicht gänzlich ausschließen.“ So gebe es immer wieder Fälle, in denen es aus unterschiedlichen Gründen zu betrieblichen Problemen kommen könne – zum Beispiel kurzfristige Erkrankungen oder Witterungseinbrüche.

Erhöhter Krankenstand

Zur verzögerten Zustellung in Aichhalden vor einiger Zeit erklärt sie: „Aufgrund eines kurzzeitig erhöhten Krankenstandes konnten wir punktuell nicht in unserer gewohnten Qualität zustellen. Der Krankenstand hat sich nun wieder normalisiert und die Zustellung findet wie gewohnt statt.“

In Villingendorf wiederum habe man in dem betreffenden Bezirk unseres gemeldeten Beispiels eine neue Zustellkraft eingearbeitet. „Hier kam es in der letzten Zeit zu Unregelmäßigkeiten, die allerdings maximal einen Tag betrugen. Die neue Kraft ist mittlerweile sehr gut eingearbeitet, so dass die Zustellung auch hier wie gewohnt funktioniert“, so die Sprecherin. Man bitte die Kunden um Entschuldigung.

Für die genannte Adresse unserer Redaktion in Rottweil, wo wir ebenfalls teilweise lange auf Post warten mussten, kann sie bei der Prüfung keine Unregelmäßigkeiten erkennen.

Wie es in anderen Fällen zu bis zu zweiwöchigen Verzögerungen kommt, bleibt unklar. Kann dies nur mit der direkten Zustellung zu tun haben? Oder hakt es da schon früher irgendwo?

Hotline für Beschwerden

Die Sprecherin betont jedenfalls: „Wir nehmen jede einzelne Beschwerde unserer Kunden ernst und sind immer bereit, den konkreten Fällen nachzugehen.“ Dafür biete man Kunden zahlreiche Kontaktmöglichkeiten, unter anderem auf der zentralen Kunden-Hotline 0228/4 33 31 12.