Der Gemeinderat beauftragt einen Generalübernehmer mit der Sanierung der Stammheimer Halle zu einem Festpreis. Für knapp 8,4 Millionen Euro, will der das Gebäude komplett richten. Im Sommer sollen die Arbeiten starten, im September 2026 fertig sein.
Der Gemeinderat hat aus dem finanziellen Desaster bei der Sanierung der Hermann-Hesse-Museums gelernt. Explodierende Kosten will das Gremium bei der Sanierung der Stammheimer Gemeindehalle unbedingt vermeiden.
Im Bauausschuss wurde Mitte Januar deshalb der Plan diskutiert, einen Generalübernehmer mit der Sanierung zu beauftragen. Der Clou: Der Kostenrahmen und was die Stadt dafür bekommt, ist fix. Etwaige Mehrkosten bleiben an der Firma hängen.
Für knapp 8,4 Millionen Euro sagt der Generalunternehmer zu, die Arbeiten zu erledigen. Das liegt unter den neun Millionen Euro, welche sich der Gemeinderat als Limit gesetzt hatte. Und das liegt auch unter den 11,5 Millionen Euro, die eine Machbarkeitsstudie ursprünglich für die Sanierung veranschlagt hatte. Die Stadt erhält zudem eine Förderung von knapp 3,6 Millionen Euro.
Das sagt der Gemeinderat
Im Gremium herrschte ob der neuen Herangehensweise an ein Großprojekt Freude. Es sei ein „tolles Projekt“, dass im Kostenrahmen liege, so Dieter Kömpf (FW). Jetzt dürfe an dem Plan nichts mehr geändert werden. Sonst werde es teurer.
Adrian Hettwer (GfC) sah in der Beauftragung des Generalübernehmers ein „super Konzept“.
Das fand auch Udo Raisch (CDU). Trotzdem müsse der Gemeinderat das Projekt „sauber begleiten“, die Verwaltung informieren, sobald es weitere Ausgaben oder Verzug gebe.
„Null-Risiko gibt’s nicht“, sagte Johannes Schwarz (SPD/Grüne). Aber mit einem Generalübernehmer seien die Risiken überschaubar.
Das Gremium stimmte für die Beauftragung des Generalübernehmers, der Firma Goldbeck Süd GmbH NL aus Stuttgart.
Was wird gemacht?
Der Hallenboden und die Tribüne bleiben. Im Prinzip bleibt die Halle so, wie sie ist. Aber alle Bereiche werden saniert. Die jeweiligen Bereiche bekommen ein eigenes Farbkonzept. Außen wird die Halle künftig mit Holz verkleidet. „Die Gebäudestruktur wird deutlich aufgewertet“, sagte Oberbürgermeister Florian Kling.
Es gibt aber auch Neuerungen. Die Halle bekommt einen Aufzug, damit alle Ebenen barrierefrei erreichbar sind. Dazu kommt ein neuer Eingangsbereich. Der alte wird abgerissen. Der neue hat zwei Stockwerke. So entsteht ein helles Foyer mit Empore und Sichtfenstern in die Halle. Im Foyerbereich wird es künftig auch einen Vereinsraum geben.
Deckenheizung und eine neue Lüftungsanlage
Der Stadt schwebt zudem vor, dass das Foyer auch getrennt von der Halle genutzt werden kann. Die Toiletten werden etwas verschoben und sollen mehr werden. In die Halle kommt eine Deckenheizung und eine neue Lüftungsanlage. Eine PV-Anlage auf dem Dach wird aufgrund der Statik nicht angebracht.
Weiterhin gibt es eine Ausgabeküche für Veranstaltungen. „Die Küche hat nicht alles“, so Kling. Es gebe keinen Fettabscheider oder eine Sprinkleranlage mehr. Das hätte die Kosten explodieren lassen. Bei Veranstaltungen werde ohnehin oft vor der Halle gegrillt.
Auch eine große Anlage wird es nicht mehr geben. Veranstalter brächten meist die eigene mit, meint der OB. Eine Anlage für Durch- und Ansagen werde aber wieder eingebaut. Die Kapazität der Halle sinkt von 1200 auf 1000 Menschen.
Eine kleine Unsicherheit bei den Kosten gebe es noch, so Kling. Dabei geht es um einen Öltank. Der sei laut Unterlagen stillgelegt und ausgebaut. Doch sicher sei man sich nicht. Existiere der noch und müsse ausgebaut werden, kämen auf die Stadt Zusatzkosten von 65 000 Euro zu.
Der Zeitplan
Startschuss für die Bauarbeiten ist Ende Juli dieses Jahres, also zu den Sommerferien. 58 Wochen später – zum September 2026 und pünktlich zum neuen Schuljahr – soll alles fertig sein.
Nach der Hälfte der Bauzeit soll das Dach endlich dicht sein. Die Baustelleneinrichtung befindet sich auf dem Parkplatz vor der Halle. Für die Bauzeit fällt dadurch etwa die Hälfte der Stellplätze weg. Ein Zuweg für die Vereine, die im Umfeld der Halle Vereinsheime der Spielstätten haben, soll weiterhin möglich sein. Den Zeitplan bezeichnete der OB als „sportlich, aber machbar“.
Wo in der Zwischenzeit hin?
Für die Schulen und Vereine steht die Halle während der Sanierung logischerweise nicht zur Verfügung. „Einen Winter ist es schlecht mit Sport in Stammheim“, sagte Kling. Man habe zwar Alternativen, wie die Halle beim Sprachheilzentrum, die in Calw oder bei der Heumadenschule.
Aber es stünden insgesamt weniger Kapazitäten zur Verfügung. „Es wird anstrengend“, so der OB. Wo gehobelt werde, fielen Späne, meinte er. Dafür hat Stammheim nach der gut einjährigen Durststrecke eine komplett sanierte Halle.