Als „starkes Signal“ wertet OB Christian Ruf am Mittwochabend im Gemeinderat die Tatsache, dass ein prominenter Gast am Ratstisch sitzt: der Hängebrücken-Investor persönlich, Günter Eberhardt. Und der hatte auch einiges zu sagen.
Wie oft das Thema Hängebrücke schon auf der Tagesordnung stand – es ist wohl kaum mehr nachzuvollziehen. Diesmal allerdings ist es nicht wie sonst: Der Gemeinderat zieht tatsächlich ganz offiziell einen Schlussstrich unter das Bebauungsplanverfahren.
Diskutiert ist längst genug, Oberbürgermeister Christian Ruf macht es kurz. Und die Freude über den Herrn zu seiner Linken ist groß. „Es ist ein starkes Signal, dass Sie da sind“, sagt Ruf, an Günter Eberhardt gerichtet. Der meint gewohnt verschmitzt, er habe „fast den Haupteingang nicht mehr gefunden“, so lange sei er schon nicht mehr da gewesen.
Investor sorgt für Lacher
Und der Investor sorgt – auch nach vielen Jahren Hängepartie – für noch mehr Lacher. Auf den einleitenden Hinweis von Ruf in die Ratsrunde, dass der Bau nun aber wirklich im ersten Quartal beginnen wird, unterbricht Eberhardt und fügt eine entscheidende Zahl an: „Entschuldigung Herr Ruf – man muss betonen: 2025“. Ein Hinweis, der angesichts der langen Vorgeschichte durchaus berechtigt ist. Das Bebauungsplanverfahren reicht tatsächlich bis 2016 zurück.
Kein Wunder, dass Sandra Graf, Abteilungsleiterin Stadtplanung, nach der finalen Abstimmung schmunzelnd und still jubelnd die Fäuste nach oben reckt. Das Abstimmungsergebnis kommt wenig überraschend: Bei sechs Gegenstimmen von SPD+FFR wird die Grundlage für den Hängebrückenbau abgesegnet. Endgültig. Der Bebauungsplan wird nun in den nächsten Wochen offiziell bekannt gemacht.
Ein Gespräch nächste Woche
Wer gehofft hat, dass nun auch der tatsächliche Startschuss-Termin für den Bau bekanntgegeben wird, der wird jedoch enttäuscht. Weiteres, so Ruf, gebe es bei einem Pressegespräch nächste Woche am Mittwoch zu erfahren.
Der Bauunternehmer aus Riedlingen dankt dem Gemeinderat und der Verwaltung mit den Fachabteilungen ausdrücklich fürs „gemeinsame Durchhalten“. Und er weiß: „ Ich habe Sie da schon auf die Probe gestellt.“
Das Projekt Hängebrücke sei „ein Herzensprojekt“ und der Rückhalt in der Stadt sei ihm sehr wichtig. Nach einer Bauzeit von einem Jahr, so prognostiziert er erneut, wird das Bauwerk fertig sein. „Man kann sich drauf freuen, das wird super toll.“
Hohe Erwartungen
In den anschließenden Haushaltsreden wird deutlich, wie hoch die Erwartungen an die Brücke sind. Dass diese Rottweil „pushen“ wird, da ist sich die Mehrheit der Stadträte einig. Der Verwaltung mit OB Ruf an der Spitze gilt Dank für das Voranbringen der Stadt und die erfolgreiche Investorensuche auch für andere Projekte – zum Beispiel die Umnutzung des Alten Spitals zum Hotel. Dass sich das Durchhalten lohnt, zeigt sich am Beispiel der Hängebrücke und dem erhofften Besucherzustrom nun im besten Fall spätestens 2026.