Das Bürgerauto in Wildberg wird auch von Haiterbach aus als Modellprojekt betrachtet Foto: Margit Sailer 

Das Projekt Bürgerauto in Haiterbach ist noch nicht endgültig entschieden. Es wird aber nach Beschluss des Gemeinderats weiterverfolgt. Viele wollen sich als Helfer einbringen.

Ein Arbeitskreis unter Federführung der Stadtverwaltung wird sich jetzt mit den weiteren Details in Sachen Bürgerauto befassen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

 

Der Beschlussvorschlag zur Umsetzung wurde hingegen abgewandelt. Ursprünglich besagte dieser, dass das Projekt realisiert wird. Nun beschloss das Gremium, den Auftrag zu erteilen, das Projekt und die Kosten weiter auszuarbeiten.

Däuble will erst Kosten klären

Julian Däuble (CDU) hatte erklärt, dass es ihm bei unklaren Finanzen schwerfalle, einen Grundsatzbeschluss zu fassen. Das Projekt selbst wertete er als Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raums.

Hauptamtsleiterin Birgit Burkhardt stellte dem Gemeinderat die Ergebnisse einer Umfrage zum Bürgerauto vor. Zudem hatte es am 10. Februar eine Infoveranstaltung für Interessierte gegeben.

Die Auswertung der Umfrage umfasste 110 Rückmeldebögen. Diese Resonanz sei aus Sicht der Verwaltung sehr zufriedenstellend, erklärte Burkhardt.

Mit 109 Stimmen sprach sich eine Mehrheit für das Bürgerauto-Angebot aus. Dabei unterstreichen Beweggründe wie „Könnte in Haiterbach bleiben“, „um als älterer Mensch so lange wie möglich mobil bleiben zu können“ oder „weil ich altersbedingt gerne Hilfe annehmen würde“ das Ergebnis.

Auch kritische Punkte kamen auf, wie die mangelnde Flexibilität, durch eine vorherige Anmeldung.

Große Zustimmung bei Umfrage

Aus der Umfrage ging weiter hervor, dass die Bevölkerung wünscht, dass Ärzte außerhalb von Haiterbach (89 Stimmen), Einkaufsmöglichkeiten in Haiterbach (85 Stimmen), Ärzte in Haiterbach (79 Stimmen) sowie Veranstaltungen seitens der Kirche, Stadt oder der Vereine (61 Stimmen) angefahren werden.

Mit 104 Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme ist die große Mehrheit bereit, ein kleines Fahrtgeld zu entrichten.

Mit 79 Stimmen kam eine Mehrheit der Teilnehmer aus der Kernstadt. Es folgten die Ortsteile Oberschwandorf mit 16 Rückmeldungen, Beihingen mit 13 Rückmeldungen und Unterschwandorf mit zwei Rückmeldungen. Aus Altnuifra und dem Industriegebiet gingen keine Rückmeldungen ein.

26 Personen erklärten sich bereit, bei der Gründung und/oder als Fahrer zu unterstützen.

Erfahrungen aus Wildberg

Die Stadtverwaltung beobachtet in Sachen Bürgerauto das noch junge Projekt in Wildberg. Das Wildberger Bürgerauto ist seit November 2025 im Testbetrieb. Es wird dort vom Stadtseniorenrat organisiert, von Ehrenamtlichen betrieben und von Stadt sowie Land unterstützt.

In den ersten drei Monaten wurde das Angebot bereits stark genutzt: November: 84 Fahrten an 17 Tagen, Dezember: 83 Fahrten an 17 Tagen, Januar: mehr als 100 Fahrten an 20 Tagen. Die Fahrten dienten vor allem für Arztbesuche, Einkäufe, Physiotherapie oder Behördengänge. Das Projekt wird von 22 ehrenamtlichen Fahrern sowie einem Organisationsteam koordiniert.

Arbeitskreis soll Details klären

Der Arbeitskreis in Haiterbach soll klären, welcher Fahrzeugtyp genutzt werden soll, ob ein eigenes Fahrzeug angeschafft oder eine Carsharing- oder Leasing-Lösung genutzt werden soll. Auch die Finanzierung inklusive Förderung und eventuellem Crowdfunding sollen beleuchtet werden.

Weitere Details sind die Organisation der Verwaltung, Buchung, Fahrereinteilung des Bürgerautos sowie auch der Fahrtpreis.

Der Start des Bürgerautos ist laut Zeitplan für das erste Quartal 2027 anvisiert. Im Haushaltsplan 2026 sind 5000 Euro für die Planung des Projekts vorgesehen.

UBL-Sprecher Gerhard Gutekunst ermunterte alle Gemeinderäte, an der weiteren Planung des Projekts mitzuarbeiten.