Der Bauernkrieg und die damit zusammenhängende Zerstörung der Burg Mandelberg jähren sich dieses Jahr zum 500. Mal. In Pfalzgrafenweiler-Bösingen sind schon einige Veranstaltungen geplant. Doch Teile der Ruine sind auch jetzt beschädigt – und dort tut sich nichts.
Zum Ausklang der jüngsten Gemeinderatssitzung in Pfalzgrafenweiler ergriff Adolf Gärtner, Ratsmitglied der Freien Wähler und Ortsvorsteher von Bösingen, das Wort zum Thema „500 Jahre Bauernkrieg“ in Zusammenhang mit der Ruine Mandelberg, die im Jahr 1525 während der Bauernaufstände zerstört wurde. Der Turm sei seit dem 28. August vergangenen Jahres nicht begehbar, rief Gärtner in Erinnerung.
Zum Hintergrund: Wegen massiver Beschädigungen an der Burgruine, die durch Vandalismus herbeigeführt worden seien, hatte die Gemeinde den Zugang zum Aussichtsturm „bis auf Weiteres gesperrt“, wie sie im September in einer Mitteilung berichtete. Insbesondere das Geländer und die Treppenstufen an der Außentreppe seien derart beschädigt worden, dass ein Statiker prüfen müsse, welche Sanierungsmaßnahmen nötig sind, hieß es damals. Die Burgruine selbst mit dem Umfeld sei aber weiterhin zugänglich, so die Gemeinde in ihrer Mitteilung.
Adolf Gärtner war jetzt der Auffassung, dass der aktuelle Sachstand öffentlich bekanntgegeben werden sollte.
Reparatur verzögert sich
Von Verwaltungsseite erklärte Hauptamtsleiter Marco Kaupp, dass die zunächst vorgesehene Firma die laut Statiker verlangten Anforderungen nicht erfüllt habe. Allerdings sei noch im vergangenen Jahr ein Auftrag erteilt worden, um den Turm wieder begehbar zu machen. Jedoch konnte wegen des Wetters in den vergangenen Wochen bislang nichts passieren, so Kaupp.
Gärtner sprach die in Bösingen in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen rund um die 500 Jahre zurückliegende Zerstörung der Burg Mandelberg und die Verbindung zu „500 Jahre Bauernkrieg“ an. Ihm zufolge sind schon mehrere Veranstaltungen in Vorbereitung.
Theater, Film und Buch
Dazu gehören beispielsweise im Mai die Einweihungswanderung des Rundwanderwegs „NaTour“ und im August ein Theaterwochenende an der Ruine Mandelberg. Der Ortsvorsteher erwähnte zudem einen Film zur Ruine Mandelberg, eventuell ein Buch mit allen Informationen zur Burg und weitere Aktionen und Veranstaltungen, die später benannt würden.
Wichtig sei professionelle Hilfe, die gebraucht werde, so Gärtner – insbesondere um die Ruine Mandelberg zeitgemäß zu beschildern mit Tafeln und QR-Codes. Dafür hoffe er auf die Unterstützung durch die Gemeinde. Die Sehnsucht nach Informationen zur Burg Mandelberg und dortigen Ausgrabungen sei groß, ergänzte Gärtner, insofern sollte das Jahr nicht sang- und klanglos vorübergehen.
Die Gemeinde, versprach Bürgermeister Dieter Bischoff, unterstütze gerne finanziell, könne jedoch wegen fehlender „Manpower“ vieles nicht leisten. Angesprochen wurde auch eine Theateraufführung in Pfalzgrafenweiler durch die Volkshochschule zum Thema „500 Jahre Bauernkrieg“. Was es damit auf sich hat, soll noch recherchiert werden.