Noch ist der Andrang auf der Jobs for Future verhalten – am Samstag startet die Messe dann in eine weitere Runde. Die Aussteller hoffen auf regen Besuch. Foto: Simone Neß

Über 270 Aussteller aus den unterschiedlichsten Branchen gaben am Freitag auf der Jobs for Future Einblicke in ihren Berufsalltag. Auch wenn sich der Besucherandrang noch verhalten zeigte, war das Interesse da. Am Samstag startet die Berufsmesse in eine weitere Runde.

Es ist der zweite Tag der Jobs for Future auf dem Schwenninger Messegelände. Nach dem Auftakt am Donnerstag sind schon am Freitagmorgen die ersten Schulklassen auf dem Gelände unterwegs, um sich über Studium, Ausbildung oder Praktika zu informieren. Zwar ist der Andrang noch etwas verhalten, doch die Aussteller haben mal wieder alle Register gezückt, um das Interesse der Besucher zu wecken und auf sich aufmerksam zu machen.

Für Rat zur Seite steht Katharina Benz am Jobs-for-Future-Infostand am Eingang des Schwenninger Messegeländes und verteilt Infobroschüren sowie bunte Buttons, die man sich ankleben kann, damit die Aussteller sofort wissen, wofür man sich interessiert. Am beliebtesten seien dabei der gelbe Aufkleber mit der Aufschrift Mensch und der lilafarbene mit drei Fragezeichen, der für Unentschlossen gedacht ist, verrät sie.

Katharina Benz steht am Infostand der Jobs for Future und verteilt bunte Buttons sowie Informationsbroschüren. Foto: Simone Neß

Die Fleischereifachverkäuferin Jana Kurz von Schwarzwaldhof berichtet von einem eher verhaltenen Andrang – dennoch betont sie: Der Auftritt auf der Jobs for Future ist eine wichtige Sache. Überrascht sei sie, dass in diesem Jahr auch viele Mädchen nach dem Beruf der Metzgerin gefragt haben. Daneben sei auch der Beruf des Bäckereiverkäufers für die Besucher interessant. Viele Lehrer würden außerdem das Angebot der Messe nutzen, um sich über Praktika für Schüler zu informieren.

Am Stand von Schwarzwaldhof, ein Tochterunternehmen von Edeka, haben sich vor allem auch Mädchen für den Beruf der Metzgerin informiert. Foto: Simone Neß

Künstliche Intelligenz entwickelt

Am Stand der Firma Continental stehen Marcel Scherzinger und Anton Huber. Die beiden Schüler besuchen die Staatliche Feintechnikschule in Schwenningen und nehmen an der Schüler-Ingenieur-Akademie teil – ein Kooperationsprogramm zwischen Schule und Firmen. Im Rahmen dieses Projekts haben sie gemeinsam mit Noah Geißler, der ebenfalls Schüler an der Feintechnikschule ist, eine künstliche Intelligenz entwickelt, die Münzen erkennen kann. Das Projekt stellen die Schüler auf der Jobs for Future vor und zeigen, was alles in Kooperation mit Unternehmen möglich ist.

Anton Huber (links) und Marcel Scherzinger haben gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Noah Geißler in Kooperation mit Continental eine künstliche Intelligenz entwickelt, die Geldmünzen erkennen kann. Foto: Simone Neß

Vertreten ist die Staatliche Feintechnikschule mit technischem Gymnasium auch an einem eigenen Messestand. Die beiden Feinwerkmechaniker Hakom van Wasen und Axel Wächter sind im dritten Lehrjahr und erzählen von ihrem Beruf und den Möglichkeiten, die die Schulen bieten. Als Werbegeschenk gibt es dann einen Bleistift – und diesen sogar mit persönlicher Gravur.

Interesse für Handwerk ist da

Das Interesse für das Handwerk ist da – diesen Eindruck hat Robin Kratt von Kratt Holzbau. In traditioneller Arbeitskleidung stellt der Zimmerer gemeinsam mit seinem Kollegen Laurin Ulrich von Mühlberger Holzbau das Handwerk vor. Vor allem werde gefragt, was man denn genau als Zimmermann macht, erzählt Kratt. Von jung bis alt ziehe es alle an den Messestand, an dem natürlich auch gehämmert werden kann.

Am Stand von den Zimmermännern Robin Kratt und Laurin Ulrich wird fleißig gehämmert. Foto: Simone Neß

Eine Schlange hat sich schon am Morgen bei Medicon – ein Unternehmen für chirurgische Instrumente – gebildet. Denn der Box-Automat am Messestand kommt bei den jungen Besuchern ganz besonders gut an. Auszubildende Fiona Heike freut sich, dass sie und ihre Kolleginnen aber auch schon gute Gespräche mit den Besuchern führen konnten. Dabei wurde vor allem Interesse für Studiengänge und Auslandsaufenthalte gezeigt.

Besucherandrang ist noch verhalten

Vertreten ist auch das Technologieunternehmen Anton Häring. Interesse von Seiten der Besucher sei vor allem für die technischen Berufe da, insgesamt sei der Andrang jedoch verhalten, schildert Ramona Leibold aus der Marketing-Abteilung. Ob das an der erst im September 2022 stattgefundenen Jobs-for-Future-Messe liegt, lässt sich nur vermuten. Insgesamt ist Leibold allerdings zufrieden, besonders gut kommt außerdem auch der Unverpackt-Automat an, an dem sich die Gäste Süßigkeiten selbst abfüllen können. Leibold hofft nun auf den Samstag, an dem in der Regel nochmals viele Schüler mit ihren Eltern kommen.

Ramona Leibold (Marketing) und Markus Schreijäg (Gruppenleiter technische Ausbildung) stehen am Messestand von der Firma Anton Häring. Foto: Simone Neß

Und was sagen die Besucher? Sevlija und Sarah, Abiturientinnen der David-Würth-Schule in Schwenningen, sind am Freitagmorgen nicht zum ersten mal auf der Jobs for Future. „Das ist eine echt gute Sache“, sagt Sevlija, sie schätzt vor allem den persönlichen Austausch mit den Ausstellern, bei dem auch von persönlichen Erfahrungen berichtet wird. Die beiden Abiturientinnen freuen sich über das vielfältige Angebot und haben auch schon den ein oder anderen Aussteller ins Auge gefasst.

Klar wird am Freitag, dass die Jobs for Future sowohl für Arbeitgeber als auch zukünftige Arbeitnehmer ein toller Ort zum Austausch ist. Die Aussteller setzen nun auf den letzten Messetag und hoffen, dass am Samstag der Andrang groß sein wird.