Der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar: Die Stadt Lahr versucht mit ihrer Kampagne „Kannst du Kita?“, für sich zu werben. Mit Popcorn als „Lockmittel“ erklärte Ronja Hank vom Amt für Soziales Schülern, welche Ausbildungsmöglichkeiten geboten sind Foto: Kron

Mit Popcornmaschine oder tierischen „Filmstars“ – bei der Berufsinfomesse in Offenburg haben sich Aussteller viel einfallen lassen. Schüler, Wiedereinsteiger und Weiterbildungswillige können sich noch am heutigen Samstag über Karrierechancen informieren.

Welchen Beruf möchte ich nach der Schule ergreifen? Wo kann ich arbeiten? Wie kann ich mich weiterbilden? Antworten auf diese und ähnliche Fragen bietet die diesjährige Berufsinfomesse in Offenburg auch am heutigen Samstag noch.

 

Mehr als 430 Aussteller, eine Weiterbildungslounge und das „Forum Studium“ erwarten Aus- und Weiterbildungswillige – das Angebot nahmen am Eröffnungstag vor allem Schüler an.

Ein Aussteller ist etwa der Verein „Leben mit Behinderung Ortenau“. Janina Fischer und Nicole Maelger hoffen, dass sie gemeinsam viele Schüler auf Pflegeberufe aufmerksam machen können. „Unser Ziel ist es, dass vielleicht der ein oder andere eine Ausbildung bei uns in Erwägung zieht“, erzählte Fischer beim Messebesuch unserer Redaktion am Freitag. An ihrem Stand erhält man mit Videos Einblicke in den Berufsalltag. Kaugummi und Gummibärchen gibt es auch.

Stadt Lahr lockt mit Popcornmaschine

Die Stadt Lahr macht mit einer Popcornmaschine auf sich Aufmerksam. „Viele kommen für eine Tüte Popcorn und dann kommt man gut mit ihnen ins Gespräch“, berichtet Ronja Hank. Sie ist für die Fachberatung zum Thema Kita beim Amt für Soziales in Lahr zuständig. In diesem Jahr präsentiert sie die neue Kampagne „Kannst du Kita?“ auf der BIM. Aber die Stadt Lahr ist nicht nur mit einem Beruf vertreten, alle möglichen Ausbildungen werden vorgestellt.

Mit dabei sind beispielsweise auch das Spital und die Feuerwehr. „Wir haben schon viele interessante Gespräche geführt, der Andrang ist groß – und das nicht nur wegen des Popcorns“, zeigt sich Hank erfreut: „Unsere Kampagne fällt auf.“ Das einzige kleine Problem was sich zeige, seien die vielen Gäste aus Frankreich. Hier komme es ab und an zu Verständigungsproblemen.

Nicht nur Schüler sind die Zielgruppe der Aussteller

Bei den Schülerin Ella, Camille, Mykyta und Aya ist das nicht so. Sie sind mit ihrer Klasse aus Straßburg zur Messe gekommen. Nur Mykyta kann sich vorstellen auch einmal in Deutschland zu arbeiten, aber Deutsch sprechen sie alle. Aya ist 14 Jahre alt und weiß schon was sie einmal machen will: „Ich werde Rechtsanwältin. Aber ich finde es trotzdem interessant zu sehen, was es hier so gibt.“ Ella und Camille, 14 und 15 Jahre alt, sind sich da noch nicht so sicher: „Wir schauen einfach mal.“ Mykyta ist auch 14. Er weiß immerhin schon, dass er mal in den Bereich Wirtschaft will und schaut sich bei den entsprechenden Arbeitgebern um.

Es gab auch ganz ausgefallene Ideen: Sonst treten die Hunde in Filmen auf, jetzt sind sie „Eyecatcher“ auf der Berufsinfomesse. Foto: Kron

Einige Aussteller laden zum Mitmachen ein: auf dem Freigelände kann gebaggert werden, bei der Firma Feger Bau werden Nägel um die Wette eingeschlagen, es gibt Glücksräder und Gewinnspiele. Die Tierbedarfshandel Fressnapf hat tierische Unterstützung. Sie haben eine Filmhundeagentur aus Dortmund gebucht, um Besucher anzulocken. „Der Eyecatcher funktioniert definitiv,“ berichtet Betreuerin Lina Scherrinsky während sie mit den beiden Terriermischlingen Strupi und Snowi Kunststücke vorführt.

Auch Lilia Wiesner hat beim Besuch unserer Redaktion genug zu tun. Sie ist Make-up-Artist in der „Weiterbildungslounge“. Als Expertin gibt sie Tipps zum Schminken mit auf den Weg und zeigt auch gleich vor Ort wie man seinen Typ unterstreichen kann.

„Ich finde das kann etwas Wichtiges für den Beruf sein, wenn man weiß wie man sich am besten schminkt. Viele Leute fühlen sich damit wohler und besser“, erzählt sie im Gespräch. Einen Tipp, den sie allgemein geben kann: Für Fotos darf immer alles ein klein wenig mehr betont werden. Make-up, Farbberatung und Fotoservice sind in diesem Jahr Teil des Beratungsangebots für Interessierte.

Kostenloser Eintritt

Auch zum Thema Studium wird auf der Berufsinfomesse informiert: Am heutigen Samstag, 20. April, beginnt das entsprechende Programm um 10 Uhr mit einem Vortrag der Agentur für Arbeit Offenburg. Um 11 Uhr geht es um das Thema Bafög. Am Nachmittag präsentieren sich verschiedene Hochschulen aus der Region. Interessierte können die BIM noch von 9 bis 17 Uhr auf der Messe Offenburg/Ortenau besuchen. Der Eintritt ist kostenlos.