Schulleiter Arndt Bayer eröffnete die Berufsinformationsmesse. Foto: Marcus Paula

Da die Kreissporthalle renoviert wird, fand die diesjährige Berufsinformationsmesse des Beruflichen Schulzentrums im BSZ-Neubau statt.

Mehr als 60 Unternehmen aus Industrie, Gesundheit, Sozialwesen, Handel, Finanzen und Verwaltung, sowie Hochschulen und Körperschaften verteilten sich auf den drei Stockwerken am Schlossberg. Schulleiter Arndt Bayer eröffnete die Messe.

 

Schüler des BSZ und weiterer Schulen hatten die Möglichkeit, sich über Karrierechancen zu informieren. Ausbilder und Ausbilderinnen sowie Auszubildende der Aussteller standen für die Interessierten bereit und halfen manchen, gleich ihre Bewerbung einzuleiten.

Die große Ausstellerzahl dürfte die teilweise nach wie vor problematische Lage am Ausbildungsmarkt widerspiegeln. Viele Betriebe und Einrichtungen gaben an, immer noch Probleme bei der Besetzung offener Ausbildungsstellen zu haben.

Messen wichtig für Kontakte

Doch teilweise scheint die Talsohle durchschritten zu sein. So berichtete etwa KBF-Ausbildungskoordinatorin Olga Goss, dass bei ihnen alle 30 Azubi-Stellen besetzt seien und die Nachfrage deutlich angezogen habe: „Image und Bezahlung in der Pflege haben sich deutlich verbessert. Wir haben mittlerweile eine höhere Ausbildungsvergütung als in der Industrie und bieten zudem noch Wohnmöglichkeiten an.“

Messen wie diese seien dennoch wichtig, um einen guten Kontakt aufzubauen und motivierte Bewerberinnen und Bewerber zu finden. „Bei der Messe letztes Jahr haben uns drei Abiturientinnen des beruflichen Gymnasiums angesprochen und sich direkt bei uns beworben. Jetzt haben wir drei tolle Auszubildende“, so Goos.

Auch bei Banken und Versicherungen scheint sich die Ausbildungslage zu verbessern. Anja Weiß-Ruff von der Volksbank Zollernalb bestätigte eine größere Nachfrage nach Ausbildungsstellen.

Bewerbungsprozesse dauern länger als früher

Die Bewerbungsprozesse dauerten jedoch deutlich länger als früher. Deutlich abgrenzen wolle sich die Volksbank-Ausbildung von verstaubten Bankklischees, um motivierte Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen.

Dass die Bewerbungsprozesse immer länger dauern, wurde auch am Stand von RIDI aus Jungingen bestätigt: „Wir konnten manche Stellen sogar erst nach Ausbildungsbeginn besetzen“, berichtete die Ausbildungsleiterin Tanja Gaartz. Bewerberinnen und Bewerber würden sich wohl mehr Zeit lassen, weil das Angebot an Ausbildungsstellen größer als die Nachfrage sei.

So ist es auch bei der Hechinger Firma Getinge. Laut Teamleiter Marco Wohlgezogen und Personalreferentin Sabrina Nübel konnten dieses Jahr nicht alle Stellen besetzt werden.

Firmen machen auf sich aufmerksam

„Wir haben einige Jahre nicht ausgebildet und sind daher wohl auf dem Ausbildungsmarkt nicht so bekannt.“ Messen wie diese seien enorm wichtig, um dies zu ändern und gute Leute zu finden.

Die Rückmeldungen der Aussteller seien durchweg positiv, zeigte sich die Mitorganisatorin Elisabeth Batt hochzufrieden. Auch die neuen Räumlichkeiten würden gelobt.

Auch bei den Schülerinnen und Schülern kam die Messe gut an. „Sicherlich sehen einige Schülerinnen und Schüler nun klarer, wie der nächste Karriereschritt aussehen könnte“, zeigte sich Mitorganisator Stefan Weber zuversichtlich. „Es wurden viele gute Gespräche geführt, die hoffentlich in viele FSJ, Praktika, Ausbildungen oder Studiengänge münden.“