Jessica Zwick, Beauftragte für Berufsorientierung, und Christof Probst, Rektor des Schulzentrums in Stetten am kalten Markt, nehmen das Berufswahl-Siegel entgegen – eine Rezertifizierung in drei Jahren wird bereits angestrebt. Foto: Annemarie Ziegler

Das Schulzentrum Stetten am kalten Markt hat das „BoriS-Berufswahl-Siegel“ für Baden-Württemberg erhalten. Damit wird gewürdigt, dass an der Einrichtung in den meisten Fächern die berufliche Orientierung fester Bestandteil ist.

Es ist ein weiterer Meilenstein der Berufsorientierung am Schulzentrum Stetten: Rektor Christof Probst und die BO-Beauftragte Jessica Zwick nahmen in Weingarten das hellblaue BoriS-Schild in Empfang.

Drei Jahre behält die Auszeichnung ihre Gültigkeit, danach darf sie in einer Rezertifizierung für fünf Jahre erworben werden. „Das ist kein Prädikat, das man einfach so nebenbei mitnimmt“, erläutert Probst den Zertifizierungsprozess.

„Es steckt eine Menge kontinuierlicher Planung und Umsetzung von Praxis-Projekten dahinter. Die einzelnen Aktivitäten müssen nachweisbar erbrachte Leistungen der Berufs- und Studienorientierung sein, die in der Schulstruktur fest verankert sind und über einen mehrjährigen Zeitraum auch unabhängig von personellen Veränderungen aufrecht erhalten werden.“

Hohe Qualität in der Berufsorientierung soll die Schulen sichtbarer machen

Das BoriS-Siegel zeichnet diejenigen weiterführenden und allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg aus, die über die in den Bildungsplänen und Verwaltungsvorschriften geforderten Standards der Berufsorientierung (BO) weit hinausgehen.

Ziel der Vergabe ist es, eine hohe bis hervorragende BO-Qualität einzelner Schulen nach außen hin sichtbar zu machen. Ins Leben gerufen wurde das „Netzwerk Berufswahl-SIEGEL“ 2004 von einzelnen Regionen Baden-Württembergs zusammen mit der Bertelsmann-Stiftung, um ein verlässliches Instrument gemeinsamer Qualitätsstandards und der Fachkräftesicherung zu etablieren.

Vor dem Erhalt des Siegels hatte das Schulzentrum einen umfassenden Kriterienkatalog mit einem Audit an der Schule zu absolvieren, mit dem zu den verschiedenen Feldern der BO gefragt wurde.

Neben dem Themenbereich „Jugendliche im Fokus“ umfasst der Kriterienkatalog Aussagen zum „System Schule“ sowie „Schule im Netzwerk“, deren Funktionalität für die BO anhand einer fünfstufigen Skala eingeordnet wird.

Das Stettener Schulzentrum musste einige Nachweise vorlegen

Die Schule muss neben den Curricula eine umfassende Dokumentation, zum Beispiel ein Schulportfolio, vorlegen. Die Bewertungsmaßstäbe sind streng. Die berufliche Orientierung muss in den meisten Fächern und in jedem Schuljahr fixe Bestandteile an Themen und Inhalten bieten, die alle Lehrkräfte verpflichtend umzusetzen haben.

„Das Schulzentrum ist für seine hervorragende Dokumentation ausgezeichnet worden“, erläutert Jessica Zwick. An dieser Schulentwicklung haben etliche Lehrer über Jahre hinweg mitgearbeitet.

„Für die nächste Zeit wird überlegt, ob wir eventuell unsere Berufspraktika auf einen zweiwöchigen Zeitraum verlängern.“ In der Diskussion steht derzeit auch, inwiefern man die Lernstufe fünf in die BO-Vorbereitung mit einbezieht.

Probst: „Ein Ausweis nachhaltiger Schulqualität“

Zwick tauschte sich mit den Vertretern der anderen Schulen aus: „Das hat mich mit vielen Anregungen bereichert.“ Das Fernziel in der BO am Schulzentrum steht fest: „Wir streben in den nächsten Jahren die Rezertifizierung an“, sagt Probst.

„Das Berufswahlsiegel ist ein Ausweis nachhaltiger Schulqualität, die den komplexen Anforderungen, die der Arbeitsmarkt aktuell an Auszubildende stellt, gerecht wird.“