Berufe mit hohem Einkommen Top-Gehalt ohne Studium – das sind die bestbezahlten Jobs

Jonas Schöll
In manchen Ausbildungsberufen verdienen Angestellte deutlich mehr als viele Akademiker. Foto: KI/Midjourney/Montage: Pichlmaier

Wer viel Geld verdienen will, braucht einen Hochschulabschluss – nicht unbedingt! In manchen Berufen winken auch ohne Studium attraktive Gehälter.

Eines Tages möglichst viel Geld verdienen: Das ist eines der Kriterien, von denen sich junge Menschen bei der Berufsfindung leiten lassen. Weit verbreitet ist dabei die Annahme, dass Akademikerinnen und Akademiker ein höheres Einkommen erzielen als Beschäftigte ohne Studium. Aber: „Das lässt sich so pauschal nicht sagen“, sagt Susanne Schnieber von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

 

Auch wer mit einer Ausbildung in das Berufsleben starte, sich weiterbildet und zusätzliche Qualifikationen erwirbt, kann eines Tages in Betrieben und Einrichtungen durchaus eine herausgehobene Position einnehmen, sagt die Expertin. Das kann eine Lohnentwicklung mit sich bringen, in deren Folge der Verdienst schließlich höher liegt als das Gehalt vieler Menschen mit Hochschulabschluss.

Ausbildung bringt finanziellen Vorsprung

„Es ist ja nicht immer gegeben, dass eine Person mit einem Studium tatsächlich später in einem Studienberuf unterkommen kann“, erläutert die Arbeitsmarktexpertin. Professor Bernhard Boockmann vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen gibt außerdem zu bedenken: „Neben den Monatsverdiensten sollten auch die Lebenseinkommen berücksichtigt werden.“ Ein Vorteil bei einer Ausbildung: Junge Menschen beziehen – im Gegensatz zu vielen Studierenden – frühzeitig eine Vergütung in Form eines festen Gehalts.

Bernhard Boockmann vom IAW in Tübingen Foto: IAW

Studierende dagegen müssen ihr Studium selbst finanzieren oder sind auf Bafög angewiesen. Viele Akademikerinnen und Akademiker fangen erst mit Mitte oder Ende 20 an zu arbeiten und müssen dann zunächst oft ihren Studienkredit abbezahlen. Wirtschaftsforscher Boockmann verweist in diesem Zusammenhang auf eine IAW-Studie, nach der das Lebenseinkommen von Meistern und Technikern und Menschen mit Hochschulabschluss im Durchschnitt eine ähnliche Höhe erreicht.

So viel verdient man mit Uni-Abschluss – und so viel ohne

Ein Blick auf die aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt: Im Schnitt bringt ein akademischer Abschluss ein höheres Gehalt als eine abgeschlossene Ausbildung. Wer einen Bachelor-Abschluss hat, verdient durchschnittlich 5183 Euro brutto im Monat. Mit einem Master, Magister oder Diplom summiert sich das Durchschnittsgehalt auf monatlich 6850 Euro brutto.

Am besten verdient, wer einen Doktor- oder sogar einen Professorentitel hat: durchschnittlich 9296 Euro brutto im Monat. Das ist mehr als das, was Menschen mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung durchschnittlich verdienen: nämlich 3973 Euro im Monat.

Wo man ohne Studium das meiste Geld verdient

Dennoch: Dass auch ohne Studium mit einer Ausbildung in bestimmten Branchen Top-Gehälter möglich sind, zeigt der Stepstone-Gehaltsreport 2025:

1. Pilot: Mit einem Brutto-Mediangehalt von 96.750 Euro üben Piloten den bestbezahlten Job ohne Studium aus. Wer so viel verdienen will, muss allerdings in Vorleistung gehen: Die Ausbildung ist mit 60.000 bis 100.000 Euro ziemlich kostspielig.

2. Meister in der Produktion: Top-Gehälter ohne Uni-Abschluss gibt es auch in der Fertigungsindustrie. Meister in der Produktion tragen Verantwortung für Produktionsabläufe. Das Brutto-Mediangehalt liegt bei 87.750 Euro pro Jahr.

3. Bank-Filialleiter: Neben fachlicher Expertise bei Geldanlage oder Finanzierungen erfordert der Job auch Fähigkeiten in der Mitarbeiterführung. Mit einem Mediangehalt von 84.000 Euro brutto pro Jahr wird die Verantwortung auch honoriert.

4. Industriemeister (Chemie): Sie übernehmen in Chemiekonzernen die Produktionsleitung und bilden die Schnittstellen zwischen Management und Belegschaft. Das zahlt sich aus: Das Median-Bruttogehalt liegt bei 79.000 Euro pro Jahr.

5. Verkaufsleiter im Außendienst: Außendienstmitarbeiter sind viel unterwegs, stellen Kunden Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens vor. Führungskräfte können mit einem Top-Gehalt von 77.500 Euro pro Jahr im Median rechnen.

6. Fluglotse: Dieser Job stellt hohe Anforderungen: Fluglotsen überwachen und steuern den Flugverkehr. Dabei müssen sie risikobehaftete Situationen managen und präzise Entscheidungen treffen. Sie verdienen im Median 77.250 Euro brutto pro Jahr.

7. Produktionsleiter Maschinenbau: In diesem Job gilt es, Prozesse auf Personalebene ebenso wie die Maschinen optimal einzusetzen. Mit einem Brutto-Mediangehalt von 76.000 Euro pro Jahr bietet die Arbeit eine solide Einkommensperspektive.

8. Prüfer von Luftfahrtgerät: Sie sind unerlässlich für die Sicherheit in der Luftfahrt – und überprüfen dort die Sicherheitsstandards. Mit einem Median-Bruttogehalt von 71.000 Euro pro Jahr zählen sie zu den gut verdienenden Fachkräften.

9. Gebietsverkaufsleiter: Der Weg startet meist mit einer klassischen Ausbildung, etwa zum Einzelhandelskaufmann. In vielen Unternehmen gibt es gute Aufstiegschancen – um so auf einen Median-Lohn von 70.750 Euro brutto pro Jahr zu kommen.

10. Angestellter Verkaufsleitung: Sie tragen Verantwortung für die strategische Ausrichtung des Verkaufs in einem Unternehmen. Mit einem Median-Bruttogehalt von 70.500 € pro Jahr ist dieser Job nicht nur herausfordernd, sondern auch gut entlohnt.

Berufliche Ausbildung kann lohnende Alternative sein

Fazit: Bei der Wahl eines Ausbildungsberufs oder Studiengangs kommt es natürlich auf die eigenen Vorlieben und Neigungen an. Ein Studium ist aber nicht automatisch Garant dafür, später viel Geld oder in jedem Fall mehr als mit einer beruflichen Ausbildung zu verdienen.