Entsteht hier bei den Bertholdshöfen bald ein Solarpark? Foto: Marc Eich

Im Technischen Ausschuss von Villingen-Schwenningen wurde der Weg dafür frei gemacht, dass die Detailplanungen für den geplanten Solarpark bei den Bertholdshöfen aufgenommen werden. Ein betroffener Stadtrat stellte sich quer und bekam dafür Kritik.

Welche Ausmaße der Solarpark bei den Bertholdshöfen in Villingen-Schwenningen tatsächlich haben wird, steht noch in den Sternen. Doch der Emotionalität tut dies in der Diskussion kaum Abbruch. Das zeigte sich auch im Technischen Ausschuss.

 

Dabei war insbesondere SVS-Chef Gregor Gülpen um Sachlichkeit bemüht. Er machte deutlich: Festgelegt ist nichts, der Prozess könne auch nach der angeschobenen Änderung des Flächennutzungsplans für einen Solarpark, noch gestoppt werden. Der Aufstellungsbeschluss sei jedoch notwendig, um Details zu erarbeiten.

Wie groß wird der Park am Ende?

In diesem Zusammenhang machte OB Jürgen Roth deutlich: Die Ausweisung passender Flächen für die Realisierung eines Solarparks sei vom Gemeinderat bereits verabschiedet worden, „und jetzt ist es wieder nicht Recht“. Er verstehe zwar, dass die Emotionen hochkochen, wenn diese Anlage vor der eigenen Haustüre sind – klar sei aber auch, dass man die Reduzierung von CO₂ hinarbeiten müsse.

Die Größe des geplanten Solarparks stellt sich dabei als Knackpunkt das – das wurde in der Ausschusssitzung deutlich. Die Grünen hatten zur Befriedung der Situation sogar zunächst vorgeschlagen, die Fläche zu reduzieren. Doch Gülpen machte auch diesem Zusammenhang deutlich: Wie groß der Park am Ende wird, hänge von der Bereitschaft der Eigentümer und den umwelt- sowie artenschutzrechtlichen Untersuchungen ab.

Bürger müssten Kompromisse machen

Derzeit gebe es für einen 40 Hektar großes Solarfeld (Spitzenleistung 30 Megawatt zur Versorgung von 9000 Einfamilienhäusern) Absichtserklärungen von Eigentümern. Vollerwerbslandwirte spare man hier ohnehin aus. Auch Roth betont: „Wir wollen die Landwirtschaft nicht vertreiben.“

Die Mehrheit der Stadträte war deshalb dafür, den Prozess zur Realisierung des Solarparks anzutreiben. Dirk Gläschig (Freie Wähler) pochte darauf, Nägel mit Köpfen zu machen. Edgar Schurr (SPD) betonte, man brauche keine Bremser. Ohne Zweifel handle es sich um ein Naherholungsgebiet, „wir müssen aber Kompromisse machen – das ist bitter für Einzelne, aber für das Gemeinwohl vertretbar“.

Wildi und Barth gegen Vorhaben

Neben Olaf Barth (AfD), der solche Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen als ein „No-Go“ sieht („Strom kann man nicht essen“), äußerte sich auch Dietmar Wildi (CDU) kritisch. Als Teil der Interessensgemeinschaft Bertholdshöfe – Wildi hat im betroffenen Bereich Grundstücke von der Stadt gepachtet – sieht er Alternativen für solche Anlagen dort, wo Flächen bereits versiegelt sind. Zudem hätten „Bürger in VS nichts von dem dort produzierten Strom“.

Dafür erhielt er jedoch gleich doppelt Gegenwind. Gülpen betonte, dass „der Strom physikalisch hier hergestellt und physikalisch auch hier verbraucht“ werde. Zudem stehe weiterhin im Raum, den Strom vor Ort für Wasserstoff zu nutzen. Bernd Lohmiller (SPD) kritisierte zunächst die Position Wildis als „Fürsprecher für die Gegner der Anlage“. Zudem habe eine Untersuchung ergeben, dass es in der Doppelstadt nicht genügend versiegelte Flächen gebe, die man für Photovoltaik nutzen könne, um den Bedarf zu decken.

Letztlich stimmten acht Stadträte zu, das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans für einen Solarpark zu starten. Drei stimmten dagegen, vier enthielten sich. Beschlossen wird dies jedoch erst im Gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft VS.