Der Jungstorch in Haslach wurde von Norbert Hauer (von links), Max Lorenz und Lisa Kopas beringt,Storchenvater Alois Krafczyk freute sich mit ihnen. Foto: red

Die Haslacher Storchenfreunde freuen sich über die Ausstattung des rund sechs Wochen alten Küken. Auch die Helfer wurden bedacht.

Die Storchenfreunde haben mit einer kleinen Anzahl geladener Gäste, Interessierten und Gönnern die Beringung des Jungstorchs gefeiert. Die 39-jährige Lisa Kopas aus Bollenbach, die diese gefährliche Arbeit zum fünften Mal ehrenamtlich übernahm, hat auch die Patenschaft für den geschätzt sechs Wochen alten Storch übernommen. Der wurde auf den Namen Ferdinand getauft.

 

Viele Haslacher freuen sich darüber, dass sich in 60 Metern Höhe Deutschlands höchst gebautes Storchennest befindet. Seit 2014 ist dies, oftmals gepaart mit lautem Geklapper, auf der Spitze des Haslacher Kirchturms zu sehen. Äußerst spannend war es nun, als sich kurz nach 17 Uhr Lisa Kopas und ihre Helfer Norbert Hauer sowie Max Lorenz auf den Weg nach oben begaben – stets unter den Blicken der Gäste, die sich beim Storchensteg an der Seilerbahn versammelt hatten.

Storchenvater Alois Krafczyk berichtete über eine neuartige „Besenderung“, mit der man vor allem die Flugrouten und Aufenthaltsorte eines Storches nachvollziehen könne. Kurz darauf gingen die Blicke der Interessierten zielgerichtet nach oben, wo die Beringung begann. Mit Seilen gut gesichert, näherte sich Lisa Kopas dem Storchennest und versuchte, den aufgeregt flatternden Jungstorch zunächst mit Worten zu beruhigen, bevor sie ihm ein Handtuch überlegte und ihn mit einem Erkennungsring sowie dem neuartigen Sender ausstattete.

Mit großem Respekt und viel Applaus begrüßten die Zuschauer die drei Kletterer bei ihrer Rückkehr. Die Spannung, ob die gefährliche Aktion gelungen war, stieg. Alois Krafczyk erlöste dann alle mit einer guten Nachricht und gab bekannt, dass der Jungstorch künftig den Namen Ferdinand tragen und mit der Ringnummer DERAFN61 erkennbar sein wird.

„Damit hat Lisa Kopas einen alten, im deutschen Sprachgebrauch früher üblichen Vornamen gewählt“, unterstrich Haslachs Storchenvater. Dass sie in diesem Jahr selbst die Patenschaft übernimmt, erfreute alle. „Obwohl der Storch, der schon eine ordentliche Größe hat, äußerst munter ist und sogar nach dem Handtuch schnappte, konnte ich den Erkennungsring an seinem rechten Bein gut anbringen. Zum ersten Mal habe ich danach einen Sender am linken Bein des jungen Storches mit Sekundenkleber befestigt. Auch das hat wunderbar geklappt. Und: Wir haben sogar noch zwei Eier im Nest“, berichtete Kopas von der Brutstätte in luftiger Höhe. Silvia Gleissle überreichte ihr als Dank für ihren Einsatz ein Präsent.

Ehrung der Helfer

Storchenbeobachter Rainer Krüger übergab die Patenschaftsurkunde. Auch die Helfer Max Lorenz und Norbert Hauer wurden mit einem kleinen Geschenk überrascht. Anschließend wurde mit dem Storchenpatenwein auf das gute Gelingen angestoßen.