Bei dem Treffen stellten die Beauftragten Karl-Heinz Nock und Rudi Allgaier die Gesamtsituation der besonderen Vögel ausführlich dar. Erklärt wurde auch, welche Herausforderungen im Kinzigtal als nächstes anstehen.
Beim sehr gut besuchten Storchentreff der Storchenfreunde im Stammlokal „Hellas“ (Storchen) wurde einmal mehr deutlich, wie gut und eng die Zusammenarbeit all jener Ehrenamtlichen im Bereich Kinzig- und Harmersbachtal geworden ist, die sich für die Belange der Störche engagieren.
So waren es am Dienstag Rudi Allgaier (Haslach) und Karl-Heinz Nock (Zell), die über die jeweils aktuelle Storchen-Situation referierten. Außerdem war auch Vogelexperte Franz Trautwein (Biberach) gekommen.
Galt der Rückblick zunächst dem zu Ende gehenden ersten Vierteljahr, einmal geprägt von den zurückkehrenden Storchenpaaren und dann vom „Storchentag-Treff“ der Storchenfreunde am Storchentag, bei dem als Ehrengast unter anderem Justizministerin Marion Gentges und Hebelpreis-Träger Dominik Wunderlin anwesend waren.
Storchen-Population in Kinzig- und Harmersbachtal
Dann gab es ausführliche Informationen zur aktuellen Storchen-Population im Kinzigtal und im benachbarten Harmersbachtal. Während Rudi Allgaier, zuständig für die Storchenhorste im Bereich zwischen Ortenberg und Hausach über den augenblicklichen Stand berichtete, wo inzwischen nahezu alle Nester wieder besetzt seien, konnte Karl-Heinz Nock für Zell, Unterentersbach und Unterharmersbach davon berichten, dass die Zeller Storchenkolonie inzwischen über ein Dutzend Storchenpaare zählen und inzwischen sogar auf dem Zeller Storchenturm, dem Wahrzeichen der Stadt zwei Nester bewohnt seien.
Nock teilte auf eine Frage hin mit, dass nachweislich ein Jungstorch, der hier geboren war, wieder zurück gekommen sei. Auch Allgaier vermeldete für das Kinzigtal einen ähnlichen Fall, bestätigt durch das Ablesen der Ringe. Beringungen werde es in diesem Jahr, sofern möglich, auch wieder geben, auch wenn diese Aktion auf längere Sicht ein Auslaufmodell sei, es seien aber ausreichend Ringe der Vogelwarte Radolfzell vorhanden.
Während Allgaier noch einmal Details zur Sicherung des Haslacher Nests bekannt gab, berichtete Nock über die durchgeführte Säuberung und den Abbau einiger Nester. Doch die Störche, Nest treu wie sie sind, würden alle wieder an ihren Stammplatz zurück kommen und ihr Nest neu richten, so die jüngsten Beobachtungen.
Nester auch in den Bäumen
Neu für Zell sei, so Nock, dass man inzwischen auch ein Storchenpaar habe, das auf einem Baum sein Nest gebaut habe. Bei Störchen sei das keine Seltenheit. Das Fazit für dieses Jahr ist, dass die Störche fast alle in diesem Gebiet früher als sonst üblich zurück gekommen seien, oft schon Mitte Januar und das sich in Zell und Hausach ganze Storchen-Kolonien gebildet haben, so seien diese beiden Standorte zu Storchenzentren in unserem Gebiet geworden, derzeit nur noch überholt von Riegel am Kaiserstuhl.
Auf der dortigen Pfarrkirche St. Martin hätten allein 14 Storchenpaare ihre Nester. Eine Ausnahme bilde weiterhin Haslach, wo das dort ansässige Storchenpaar einmal keine Nachbarn dulde und auch die Nahrungsgebiete inzwischen weniger geworden seien. Am Ende wurde deutlich, dass es nun gilt, in den nächsten Wochen besonderes Augenmerk der Storchenentwicklung zu widmen.
Vielfach habe schon die Brutzeit begonnen und man darf auch gespannt sein, was sich in Haslach tue, vieles jedoch hänge vom Wetter ab und hier hofft man auf ein gutes Storchenjahr. Wenn alles gut und erfolgreich verlaufen solle, dann wird Lisa Kopas, an diesem Abend auch anwesend, wieder die Beringung möglicher Jungstörche übernehmen.
In luftiger Höhe
Laut den Storchenexperten bleibt das Storchennest auf dem Kirchturm von St. Arbogast in Haslach Deutschlands höchstes Storchennest. Es befindet sich in rund 60 Metern Höhe und ist auch ein Wahrzeichen der Stadt geworden.