Der Bau von Windrädern in Niedereschach war Thema in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. So ist der aktuelle Stand.
Bei einer Gegenstimme von Rüdiger Krachenfels hatte der Gemeinderat mehrheitlich dafür gestimmt, mit dem Regionalverband Gespräche zu führen mit dem Ziel, eine vorgesehene Fläche für Windkraft auf dem Kappeler Berg in das formale Fortschreibungsverfahren des Regionalverbandes für Windkraftstandorte aufzunehmen.
Bürgermeister Martin Ragg hatte das Windkraft-Vorhaben damit begründet, dass durch den Gesetzgeber neue Bestimmungen erlassen und die Bundesländer aufgefordert wurden, auf einer Fläche von 1,8 Prozent des Landesgebiets Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Und er hatte das Szenario befürchtet, dass ein x-beliebiger Investor von außerhalb kommt und der Gemeinde eine Windkraftanlage vor die Nase setzt, und die Kommune dann nichts davon habe.
Nachdem man im Ort die ehrenamtlich aktive Bürgerenergie Niedereschach hat, war diese auch an die Gemeinde herangetreten mit dem Vorschlag, die Planung von zwei oder drei Windrädern am Kappeler Berg in Angriff zu nehmen – soweit der Sachstand vor noch zwei Jahren.
Wie ist der aktuelle Stand?
In der jüngsten Gemeinderatssitzung wollte in der Fragestunde der frühere Gemeinderat Reinhold Hummel vom Bürgermeister wissen, wie es um den Stand des geplanten Ausbaus der Windkraft in Niedereschach aussehe.
Denn, nachdem er sich den Regionalplan genauer angesehen habe, habe er festgestellt, dass im Schwarzwald-Baar-Kreis überhaupt kein Standort mehr ausgewiesen sei.
Allein Sache der Regionalverbände
Bürgermeister Martin Ragg erläuterte, dass die Planungen in Sachen Windenergie nach der Neuregelung durch das Land inzwischen allein Sache der Regionalverbände sei. Auf dieser Grundlage habe die Landesregierung die Regionalverbände beauftragt, zwei Prozent ihrer Fläche für Windkraftnutzung auszuweisen.
Im Regionalverband Schwarzwald-Baar Heuberg, dem Niedereschach angehöre, sei in mehreren Gesprächen die Frage aufgeworfen worden, ob die Standorte Kappeler Berg und in Fischbach im Bereich Bubenholz mit in die Planung aufgenommen werden könnten.
Ziel mühelos erreicht
Der Regionalverband habe darauf geantwortet, dass inzwischen bereits so viele Flächen in die Planung aufgenommen wurden, dass das Zwei-Prozent-Standortziel mühelos erreicht sei.
Man werde keine neuen Standorte in die Planungen aufnehmen. Bliebe für Niedereschach momentan also nur die Alternative, einen Windpark in Eigenregie zu planen. Aber da sollte man eher die Finger davonlassen, beurteilte Bürgermeister Ragg die Situation, zumal die Meinungen im Gemeinderat dazu ja sehr unterschiedlich seien und von „uneingeschränkter Zustimmung“ bis hin zu „subventioniertem Irrsinn“ reichten.
788 Windkraftanlagen im Land
Ausbau
Baden-Württemberg hat im Bereich der Windkraft in den vergangenen Jahren einen Ausbau erlebt. Im März 2025 gab es 788 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1875 Megawatt, weitere 147 Anlagen sind genehmigt. Im Jahr 2022 deckte die Windenergie 5,4 Prozent der Bruttostromerzeugung des Landes. Die Landesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 insgesamt 1000 neue Windräder zu errichten, was bisher nicht erreicht wurde. Aktuell gibt es eine Debatte über die Geschwindigkeit des Ausbaus und die Erreichung der Klimaziele.