Um die Schädlinge zu bekämpfen, soll in Seelbach nicht nur eine Fachfirma Giftköder auslegen. Auch die Anwohner sind langfristig gefordert.
Die Schwanauer Firma Förster erhält den Auftrag, die Rattenpopulationen in der Seelbacher Kanalisation zu bekämpfen. Der Gemeinderat hat am Montag dem Vorschlag der Verwaltung geschlossen zugestimmt. Die Firma erhält den Zuschlag für die kommenden zwei Jahre. Das Gesamthonorar beträgt knapp 44 000 Euro.
Simon Grimm und Daniel Schüssele (Bau- und Umweltamt) stellten die Beschlussvorlage vor (wir berichteten). Schüssele, der sich mit den Details der Köder, mit denen die Ratten in den Kanälen in Seelbach und Wittelbach dezimiert werden sollen, im Vorfeld ausführlich beschäftigt hatte, beantwortete Fragen. Insgesamt gehe es um 15 Boxen, deren Giftköder in den Kanälen verteilt werden sollten. Jeder der Köder hat eine Reichweite von rund 500 Metern. Der Vorteil, den die Vergabe an eine Fremdfirma für die Gemeinde hat, ist, dass sich der Anbieter um das Auslegen der Köder und deren Wirkung kümmert.
Die Gemeinde muss davon ausgehen, dass auch nach diesen zwei Jahren, die Ratten, die Schäden anrichten und Krankheitserreger übertragen, weiter bekämpft werden müssen. Schüssele vermutete, dass dann aber aufgrund strengerer Auflagen das Anwenden von Gift nicht mehr zulässig sein könnte. Daher sollte die Gemeinde informieren, wie man die Lebensbedingungen in den Kanalrohren auf natürlichem Weg verschlechtern könne.
Ein einfaches Beispiel, bei dem man ansetzen könnte, sei es, auf die Entsorgung von Essensresten mittels Toilettenspülung zu verzichten. Sollten die Ratten nicht mehr genügend Essbares in den Kanalisationen finden, würde die Population automatisch schwinden. Wolfgang Himmelsbach (SPD) regte hier an, dass man diese Information möglichst breit in der Gemeinde streuen solle.