Ehrungen bei der Bergwacht (von links): Uli Metzger, Atilla-Gyula Fazekas, Edwin Blessing, Rolf-Dieter Blumer und Ramona Bettinger. Foto: Schweizer

Auch die Bergwacht Zollernalb des DRK sah sich 2020 durch die Corona-Pandemie vor neue Herausforderungen gestellt – so lautet der Tenor der Bilanz, welche die Verantwortlichen bei der Hauptversammlung zogen.

Albstadt - Auf allen Gebieten waren die Helfer im vergangenen Jahr mehr gefordert als sonst. Die Bergwacht musste eine Strategie für den Umgang mit infektiösen Patienten entwickeln. "Dafür mussten wir unsere Schutzausrüstungen überdenken und uns überlegen, wie wir in der Pandemie taktisch vorgehen", berichtete Edwin Blessing, der Leiter. Die überwiegend jüngeren Aktiven wurden in Absprache mit dem Impfzentrum Meßstetten geimpft; laut Blessing hat das gut geklappt.

Als mittelbare Folge der Corona-Pandemie stieg die Zahl der Einsätze: Da die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung stark limitiert waren, verlagerte sich diese in die Natur: Es wurde gejoggt, gewandert und Fahrrad gefahren; die Folge waren deutlich mehr Einsätze als in früheren Jahren, darunter Luftrettungen mit dem Helikopter. Auch zwei Leichen mussten geborgen werden – so etwas, merkte Blessing an, gehe nicht spurlos an seinen Aktiven vorüber. Das Spektrum umfasste viele Radunfälle, doch auch auf der Rodelpiste oder bei der Rettung von Wanderern waren die Aktiven gefordert. Die beiden Einsatzfahrzeuge legten 2020 3732 Kilometer zurück; 3498 Dienststunden standen zu Buche. Obwohl die Corona-Situation sich seit einiger Zeit wieder entspannt, ist die Bergwacht in diesem Jahr bereits 47 mal alarmiert worden.

Die Vesperstube war nur virtuell besetzt

2020 war eine praktische Ausbildung nicht möglich gewesen; die Dienstabende fanden online statt, und der Landesverband gab alle 14 Tage im Rahmen einer virtuellen "Württembergischen Vesperstube" Informationen an die Bereitschaften weiter. Auch das neue Fahrzeug, einen VW-Bus, sprach Edwin Blessing an – und in diesem Zusammenhang von einer "etwas schwierigen Geburt". Der Wagen werde bei einer Ausrüsterfirma im Schwarzwald so umgebaut, dass ein Patient darin transportiert werden könne; das bedeute eine deutliche Aufwertung des Fuhrparks. Zur Statistik: Die Bergwacht hat derzeit 15 Aktive, 32 Inaktive und viele Anwärter in ihren Reihen.

Über den Winterdienst und die Einsätze mit dem Schneemobil informierte Alexander Herter.

Der neue Schatzmeister Axel Nufer erläuterte die Finanzen und freute sich über ein stattliches Spendenaufkommen, das überwiegend der Initiative von Edwin Blessing zu verdanken sei.

Die stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin Ramona Bettinger sprach ein Grußwort und übermittelte Informationen vom Kreisverband; Stadtrat Uli Metzger ließ die Versammelten wissen, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat den selbstlosen Einsatz der Bergwacht sehr zu schätzen wisse.

Die Ehrungen nahm Rolf-Dieter Blumer, stellvertretender Landesleiter und Landesreferent Naturschutz der Bergwacht, vor. Seit 20 Jahren gehört Thilo Fritzenschaf (inaktiv) der Bergwacht an; für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Atilla-Gyula Fazekas, der auch aktiver Notarzt ist, Anwärter Tobias Bartsch und Michael Schlaich (inaktiv) ausgezeichnet.