Adrian Probst, Landesvorsitzender der Bergwacht, und Thomas Strobl bei der Übergabe eines Modellfahrzeugs, einen VW-Bus älterer Bauart, mit dem die Bergwacht in den Anfangszeiten unterwegs war. Foto: Stadler

Eigentlich sollten die zehn neuen Fahrzeuge für die Bergwacht Schwarzwald bereits Ende 2020 offiziell übergeben werden. Doch die Feier wurde wegen Corona verschoben. Nun fand die Übergabe mit Innenminister Thomas Strobl (CDU) bei der Glashütte Buhlbach statt.

Baiersbronn-Buhlbach - "Schnelle und professionelle Hilfe in Notlagen, die durch die Bergretterinnen und Bergretter sowohl hauptberuflich als auch ehrenamtlich bei jedem Wetter rund um die Uhr geleistet wird, setzt zwei Dinge voraus: das unbezahlbare persönliche Engagement sowie moderne Technik und Ausrüstung. Die zehn neuen Fahrzeuge ermöglichen selbst Einsätze in unwegsamem Gelände oder im Wasser und leisten einen wichtigen Beitrag bei Rettungseinsätzen", sagte Strobl.

Das Land habe zur Beschaffung von Rettungsmitteln allein in den Jahren 2018 bis 2020 den Bergrettungsorganisationen rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Bergwacht Schwarzwald hat davon unter anderem die zehn Fahrzeuge beschafft.

Auch Rettungs-ATVs zählen zur Ausrüstung

Die Ortsgruppe Obertal erhält ebenso wie die Ortsgruppen Freiburg, Waldkirch, Pforzheim und Todtnau sowie die Landesleitung der Bergwacht Schwarzwald jeweils ein Einsatzfahrzeug. Ein Mannschaftstransportwagen wurde für die Ortsgruppe Breisgau-Hochschwarzwald beschafft und die Ortsgruppen Lörrach und Waldshut sowie die Landesleitung haben einen neuen Kommandowagen erhalten.

Neben Geländeeinsatzfahrzeugen für Patiententransporte wurden auch sogenannte Rettungs-ATVs (All Terrain Vehicles – also Fahrzeuge für jedes Gelände) übergeben.

Zahlreiche Vertreter der Ortsgruppen waren zur Feier gekommen – ebenso wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Katrin Schindele, Matthias Miller und Thomas Blenke (CDU) sowie Andrea Schwarz (Bündnis 90/Grüne). Noch vor den Begrüßungsworten von Adrian Probst, dem Landesvorsitzenden der Bergwacht Schwarzwald, war bereits eines der Fahrzeuge ausgeschwärmt zu einem Einsatz im Bereich von Baiersbronn. Probst sagte, dass die neuen Fahrzeuge unter anderem bereits zur Lageerkundung im rheinland-pfälzischen Ahrtal nach der Flutkatastrophe unterwegs waren.

Seit 2016, so Probst, habe sich die Schlagkraft der Bergwacht enorm verbessert. Er sprach auch das Engagement der Einsatzkräfte an, die keine Nachwuchssorgen hätten. Es fehle aber noch an weiterer Infrastruktur, etwa einer modernen Rettungswache mit Unterstellplätzen für Fahrzeuge.

Auch Drohnen stehen auf der Wunschliste

Er verwies auf den Bau und die Erweiterung der Rettungswache Ruhestein und auf die im Jahr 2023 geplante Einweihung der Rettungswache Hinterzarten. Aber auch Drohnen, Funk und Wärmebildkameras brauche die Bergwacht. Über die neuen Fahrzeuge sagte er: "Ich hätte im Traum nicht geglaubt, dass wir irgendwann mal Fahrzeuge auf dem Hof stehen haben werden, mit denen jeder zufrieden ist. Das zeugt von großem Respekt und Anerkennung."

Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf lobte die Bereitschaft der Einsatzkräfte. Durch Corona sei die Zahl der Menschen, die die Natur genießen, gestiegen und damit auch das Unfallrisiko.

"Sie alle machen einen erstklassigen Job, der gute Technik erfordert, und dafür müssen sie bestmöglich ausgestattet sein. Das sind wir ihnen schuldig", sagte Strobl. Deshalb habe das Land viel Geld in die Hand genommen, damit die Fahrzeuge nicht wie in der Vergangenheit älter als die Einsatzkräfte seien.

Rettungseinsätze nehmen zu

"Spaß an der Technik leistet der Motivation einen Schub nach vorne", sagte er. Und bei den neuen Fahrzeugen gebe es nichts zu "maulen", ergänzte er. "Die Rettungseinsätze haben seit der Corona-Pandemie durch qualitativ und quantitativ verändertes Freizeitverhalten zugenommen und vor Unwettern sind wir auch hier in Baden-Württemberg nicht sicher, weshalb die Arbeit der Rettungskräfte immer wichtiger wird", schloss er sein Rede vor der feierlichen Übergabe der Fahrzeuge, die Adrian Probst mit einem Gegengeschenk, dem Modell eines VW-Busses älterer Art quittierte. "Mit diesem Fahrzeug war die Bergwacht zu Beginn ihrer Arbeitsaufnahme unterwegs", sagte er.

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