Hubertus fällt Polizist Otto um den Hals, der Rest der Belegschaft verfolgt die Szene (v.l.): Patricia Wirwall, Silvia Trefzer, Tobias Laile, Sabrina Lais, Michael Sprich und Philip Behringer Foto: Hartmut Schwäbl

Die Laienspielgruppe der Bergmannskapelle Wieden zeigte das Stück „Hubertus, der große Geschäftsmann“.

Dass in Wieden wahrlich der Winter los war tat dem Besuch des Theaterabends der Bergmannskapelle Wieden keinen Abbruch. Sowohl die Nachmittagsveranstaltung für Senioren und Kinder als auch die am Abend waren sehr gut besucht, resümierte Vorsitzende Ingrid Hillbrecht erfreut. Die Gruppe aus Laienschauspielern – Regie führte wieder Tanja Wiesler – hat eine in Jahren gewachsene Fangemeinde, und die Stücke rund um Hubertus, in die immer wieder lokale Bezüge eingebaut werden, haben Kultstatus. So war das Publikum schon auf das dreiaktige Lustspiel „Hubertus, der große Geschäftsmann“ von Peter Schwarz gespannt, das in zwölf Proben einstudiert worden war.

 

Die Lachmuskeln bekamen schnell viel zu tun. Spielfreude prägte das vom Publikum begeistert aufgenommene Stück.

Geldmangel plagt Hubertus Hammer (Michael Sprich), der vor allem seiner Frau Roswitha (Silvia Trefzer) einen harten Sparkurs aufzwingen will, gibt sie doch in seinen Augen zu gerne Geld für alle möglichen Annehmlichkeiten aus, das dann für seine „Schinkewurscht“ fehlen könnte. Ein täglich abgezähltes von ihm zu genehmigendes Haushaltsgeld könnte helfen, beim Essen zu sparen und solche unnötigen Dinge wie Salat und Gemüse zugunsten des „Schwiinsbrate“ von der Speisekarte zu streichen. Eine flapsige Bemerkung über das Gewicht seiner Frau bringt das Fass zum Überlaufen und führt zum Ehestreik von Roswitha.

Nachbar Fridolin Mausloch (Tobias Laile), der gerade zuhause rausgeflogen ist, kommt gerade recht, um das mit ihm zu besprechen.

In einem Zeitungsinserat wirbt die windige Anlageberaterin Chantal Schniegel (Anita Born) mit dem schnellen Geld. Anita Born – eigentlich nach jahrzehnten Laienschauspiels quasi im Ruhestand – hatte als Krankheitsvertretung als „alte Häsin“ die Rolle mit nur fünf Proben spontan übernommen.

Mit englischen Wortfetzen verkauft sie ihr Geschäftsmodell den gutgläubigen Herren: Die Bundesregierung vermiete mangels Geld alle Straßen und habe sie als Maklerin bestellt. Wer eine Straße miete, dürfe beliebigen Wegezoll erheben. Nachdem die „Autobahn ins Münstertal zu teuer ist wie auch die „vierspurige Bundesstraße“ nach Utzenfeld, bleibt die „Hauptstraße“ in den Ortsteil Laitenbach, für das die Sparbücher der beiden Männer ausreichen, um das Geschäft zu besiegeln.

Gesagt, getan wird bald in ulkigen Uniformen als „Wägezollbolizisden“ ohne Erfolg versucht, die Gebühr von Vorbeikommenden einzutreiben.

Derweil ist die entfernt verwandte, von Roswitha heimlich eingeladene Studentin Danuta (Sabrina Lais) aus Polen ist eingetroffen und hat begonnen, im chaotischen Männerhaushalt aufzuräumen. Auch Roswitha mit Freundin und Nachbarin Maria Mausloch (Patrizia Wirwall) haben längst den windigen Vertrag entdeckt.

Der sich weigernde echte, sehr zaghafte Polizist Otto Hebeisen (Philip Behringer) wird mit Friedolins Socke geknebelt zur „Beugehaft“ ins Schlafzimmer gesperrt, wo er von den Frauen entdeckt und befreit wird. Diese haben längst einen Plan, um die Betrügerin dingfest zu machen und zugleich den Polizisten zu besänftigen, der neben Chantal Schniegel ihre Männer gerne verhaften würde. Unter Einsatz von Selbstgebrannten wird die mit einem weiteren Geschäft angelockte Betrügerin abgefüllt und kann so verhaftet werden. Am Ende stehen kleinlaute Männer, die ihre Sparbücher zurückbekommen und der Dorfpolizist als Held.