Schwerer Unfall: Gegen 15.30 Uhr am Dienstag kam es auf der B 33 nahe der "Marktscheune" in Berghaupten zum tödlichen Zusammenstoß eines Sattelzugs mit einem 69-jährigen Rollerfahrer. Foto: Marco Dürr/Einsatz-Report 24

Einsatz: 69-jähriger Rollerfahrer stirbt bei Unfall auf B 33 / Polizei bittet um Bild- und Videoaufnahmen

Berghaupten - Nach dem Horrorunfall am Dienstag auf der B 33 bei Berghaupten ist die Fahndung nach dem flüchtigen Sattelzug bisher ergebnislos verlaufen. Derweil gibt die Polizei grausige Details des Vorfalls bekannt – und ruft erneut zu Zeugenhinweisen auf.

Grausige Gewissheit

Der aus Richtung Biberach kommende Sattelzug soll nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei am Dienstagnachmittag die B 33 in Richtung Offenburg befahren haben. Der 69-jährige Rollerfahrer wiederum fuhr zur gleichen Zeit im Bereich der Einmündung Gengenbach-Nord auf die B 33 auf – diese verläuft von dort an Richtung Offenburg zweispurig.

Der Lastwagen wechselte dann kurz nach der Auffahrspur (Höhe "Marktscheune" Berghaupten) vom linken auf den rechten Fahrstreifen – den daneben fahrenden Zweiradfahrer dürfte er dabei übersehen haben. Der 69-Jährige kam zu Fall, wurde von dem Lastwagen überrollt und dabei tödlich verletzt.

War zu Beginn der Ermittlungen noch unklar, wie sich der Unfall ereignet und ob der Lkw-Fahrer den Unfall überhaupt realisiert hatte, so vermeldet die Polizei am Mittwochnachmittag grausige Gewissheit: Der Fahrer des Gespanns soll nach dem Unfall wenige hundert Meter weiter in einer Haltebucht gestoppt haben – sei dann aber weitergefahren.

Unmittelbar nach dem Unfall seien Hubschrauber in der Luft gewesen, um den flüchtenden Sattelzug auszumachen, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Kramer im Gespräch mit unserer Zeitung. "Sämtliche Autobahnparkplätze im Bereich sind auf ein Fahrzeug mit Spuren, die zum Unfall passen, überprüft worden." Zudem sei die Grenze zu Frankreich von Beamten besetzt worden – jedoch ohne Erfolg.

Ob es sich um einen in- oder ausländischen Lkw handelte, konnte die Polizei am Mittwoch noch nicht beantworten. Zum Lastwagen war bis Redaktionsschluss nur bekannt, dass es sich um einen blauen Sattelzug mit weißer Aufschrift gehandelt hat. Aktuell würden unter anderem Videoaufnahmen von Tunneldurchfahrten im Kinzigtal nach Hinweisen untersucht.

Verkehrspolizei, Schutzpolizei sowie Kriminalpolizei ermitteln

Auch Waschstraßen und Werkstätten, die der Flüchtige eventuell aufgesucht haben mag um Spuren zu verwischen, würden überprüft, berichtet Kramer. "Derzeit sind es zu wenige Erkenntnisse um ganz gezielt zu ermitteln." Bisher sei noch kein Hinweis eingegangen, der zu einer konkreten Überprüfung geführt hätte.

Die inzwischen eingerichtete gemeinsame Ermittlungsgruppe beim Polizeipräsidium Offenburg – Verkehrspolizei, Schutzpolizei sowie Kriminalpolizei – sei dringend auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. So bitten die Ermittler Privatpersonen, die mit dem Handy Bild- oder Videoaufnahmen vor oder nach dem Unfall im Umfeld der Strecke gemacht haben, sich zu melden.

Darüber hinaus sucht die Polizei Hinweise, ob der Sattelzug vor oder nach dem Unfall an einer Ladestelle oder zuvor irgendwo im Kinzigtal aufgefallen war. Auch Angaben zum Fahrer, Kennzeichen oder sonstigen Merkmalen des Lastwagens werden erbeten.

Mögliche Zeugen und Verkehrsteilnehmer sollen sich unter Telefon 0781/21 42 00 bei der Polizei melden.

Zuletzt hatte es Mitte Oktober auf der B 33 bei Berghaupten gekracht. Die Geisterfahrt einer 77-jährigen Autofahrerin auf der B 33 zwischen Offenburg und Berghaupten verlief trotz Unfall jedoch noch glimpflich. Die Seniorin war bei Offenburg auf die Bundesstraße aufgefahren. Auf der Spur in Richtung Offenburg fuhr sie circa fünf Kilometer in Richtung Kinzigtal, bis es zu einem Zusammenstoß mit einem weiteren Auto kam – verletzt wurde niemand.

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