„Genauso bled wie mir“ ist ein Hit. Foto: Rhinwaldsounds

Der musikalische Abschiedsgruß der Band aus Kappel-Grafenhausen wurde in kürzester Zeit in den Sozialen Medien tausendfach geteilt.

Eigentlich wollte die „Kerlibänd üs Kappel“ kürzertreten. Das für Januar geplante Mini-Album sollte ein letztes musikalisches Geschenk an die Fans vor einer längeren kreativen Pause sein. Ausgepowert seien sie, ließen die Rhinwaldsounds ihre Zuhörerschaft wissen.

 

Doch jetzt bekommt die Gruppe, genauer: der am Wochenende frisch ins Netz gestellte Song „Genau so bled wie mir“ ganz viel Aufmerksamkeit. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte er sich in den sozialen Medien zu einem Hit und wurde tausendfach geteilt.

Die vielen positiven Kommentare zeigen: Mit diesem Lied hat Rhinwaldsounds offensichtlich einen Nerv getroffen. Ist die Band überrascht vom Erfolg? „Absolut“, berichtet Dominik Büchele unserer Redaktion. „Wir wussten zwar, dass wir hier ein cooles Lied geschaffen haben aber dass es sich so verbreitet konnte natürlich keiner ahnen.“

Ist das der Hit für die nächste Fasent?

Rhinwaldsounds posieren vor Ortseingangsschildern zwischen Ringsheim und Oberweier und singen dabei herrlich witzige Vierzeiler mit viel Lokalkolorit. Ein Beispiel gefällig? „In Wallburg isch hit einer ufgwacht, un er het traimt, er isch us Schmie. Es riecht nach kaltm Schweiß, ’s ganz Deckbett isch versaicht – und er het Angscht, er wird wi di.“ An anderer Stelle heißt es: „In Sulz hän alli roti Hoor. Des sage d’meischde Lit üs Lohr. Willsch Du gut und billig mausen, fahr nach Kappel-Grafenhausen. Debi isch des garnid wohr.“

Was auf „Genau so bled wie mir“ so humorvoll präsentiert wird, hat für die Band auch einen ernsten Hintergedanken. Büchele: „Die Dynamik zwischen benachbarten Dörfern zu verstehen, ist etwas, das man mit auf den Weg bekommt, wenn man auf dem Land aufwächst. Meistens wird das Thema ja mit einem Augenzwinkern behandelt. Und das tun wir auch. Wir wollen nicht die Moralapostel spielen. Wir wollen nur sagen, wie es ist: unterm Strich sind wir alle gleich – egal, woher wir kommen.“

Trotz des großen Erfolgs bleibt es bei der Bandpause, wie Büchele bestätigt: „Was wir in den letzten zehn Jahren erlebt haben, war ziemlich surreal. Hunderte Konzerte, Kleinkunstförderpreis und zahlreiche Veröffentlichungen. Das alles zehrt an einem.“ Ein vorerst letztes Mal zu sehen sind Rhinwaldsounds am Montag, 5. Januar, im Lahrer Schlachthof, zuvor spielt die Band am Freitag, 19. Dezember, in Altdorf.