Im Kreis Freudenstadt herrscht am Wochenende hohe Waldbrandgefahr. Kreisbrandmeister Daniel Schwaderer appelliert daher an die Vernunft der Bürger.
Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen und mit ihnen das Risiko für Waldbrände – auch im Kreis Freudenstadt. Zwar blieb der Landkreis mitten im Schwarzwald in diesem Jahr bislang verschont, auch ist er aufgrund der hohen Niederschlagsrate eigentlich keine klassische Waldbrandregion, doch anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen verschärfen die Lage.
Wie ernst die Situation dabei tatsächlich ist, wird klar mit einem Blick auf den Waldbrand-Gefahrenindex WBI des Deutschen Wetterdienstes. Unter Berücksichtigung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Trockenheit und Vegetation zeigt dieser, wie hoch das Risiko ist, dass sich ein Waldbrand unter den jeweiligen Wetterbedingungen entwickeln oder ausbreiten kann.
Die Skala reicht dabei von eins (sehr geringe Gefahr) bis fünf (sehr hohe Gefahr). Für die Region Freudenstadt klettert der Gefahrenindex am Samstag, 30. und Sonntag, 31. Mai, bereits auf Stufe vier – bedeutet, es herrscht hohe Waldbrandgefahr. Was es für Bürger nun zu beachten gilt und warum Waldbrände für die Feuerwehren besonders herausfordernd sein können, erklärt Daniel Schwaderer. Er leitet die Stabsstelle für Bevölkerungsschutz im Landratsamt und wurde zum April als neuer Kreisbrandmeister eingesetzt.
Blitzeinschläge und Menschliches Fehlverhalten als Hauptursache
Die häufigsten Ursachen für Waldbrände im Kreis Freudenstadt sind laut Schwaderer Blitzeinschläge und menschliches Fehlverhalten – wobei sich Blitzeinschläge schlecht vermeiden lassen, menschliche Fehler hingegen sehr wohl. Das Landratsamt appelliert daher auch auf Facebook an die Vernunft der Bürger und gibt ihnen ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg, damit der Aufenthalt in der Natur sicher bleibt.
So ist zwischen März und Oktober etwa das Rauchen im Wald verboten. Auch sollten Fahrzeuge aufgrund des heißen Auspuffs nicht über trockenem Gras abgestellt werden. Wer gerne Grillen möchte, könne dies zwar tun, jedoch sollten nur kleine Grillfeuer entfacht werden, um Funkenflug zu vermeiden. Dieser werde laut Schwaderer gerne mal unterschätzt.
Auch sollte das Feuer niemals unbeaufsichtigt sein und vor dem Verlassen vollständig gelöscht werden. Generell ist das Feuermachen nur an fest eingerichteten, genehmigten Feuerstellen auf Grillplätzen erlaubt. Bei hoher bis sehr hoher Waldbrandgefahr sollte jedoch auch hier auf das Grillen verzichtet werden.
Enge Waldwege und schlechte Wasserversorgung
Waldbrände können für Feuerwehren besonders herausfordernd sein – selbst wenn es sich um vergleichbar kleinere Brände handelt. Neben den oft langen Anfahrtswegen und der schlechten Wasserversorgung vor Ort, erschweren die engen Waldwege die Anfahrt mit den großen Fahrzeugen der Feuerwehr – wenn diese denn überhaupt weiß, wo sie genau hin muss.
„Im Wald brennt’s“, ist keine sehr konkrete Ortsangabe. Sollte es also tatsächlich einmal zu einem Waldbrand kommen, rät Schwaderer dazu, umgehend die Feuerwehr unter der 112 zu kontaktieren und den Einsatzkräften den Weg zur Brandstelle bestmöglichst zu beschreiben. Am einfachsten gestalte sich die Situation, wenn sich das Handy des Anrufers orten lässt. Zum Leidwesen der Feuerwehr ist dies bei schlechtem Empfang jedoch nicht überall möglich, so Schwaderer.
Die Waldbrände nehmen jährlich zu und werden, da ist sich Schwaderer sicher, die Feuerwehren in den kommenden Jahren noch weiter beschäftigen. Das Land Baden-Württemberg sei daher derzeit dabei, Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Es wolle die Feuerwehren mit Sonderausrüstung unterstützen, damit diese im Falle eines Waldbrandes bestmöglichst zusammenarbeiten können.