Die erfolgreiche Patenaktion der Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler läuft und läuft. Innerhalb von fünf Jahren wurden bereits 100 Obstbäume in der Gemeinde gepflanzt.
Die Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler und der Bauhof Pfalzgrafenweiler sind vor fünf Jahren eine für beide Seiten vorteilhafte Kooperation eingegangen, an die der örtliche Nabu-Vorsitzende Arthur Hauck in einer Mitteilung erinnert.
Die Gemeinde stellte gemeindeeigenen Grund, beispielsweise Wegrandstreifen, zur Verfügung. Der Bauhof besorgte den Aushub der Pflanzlöcher, legte Humus und Mutterboden bereit und setzte im Anschluss an die Pflanzungen die Stützpfähle und band die Bäume an. Der Nabu kaufte das Pflanzgut – Hochstämme von Obstbäumen, die sich in der Gegend als geeignet erwiesen hatten – und organisierte das Eingraben.
Letzteres geschah in den vergangenen vier Jahren über eine erfolgreiche Baumpatenaktion, so Hauck. Zunächst war jeweils eine Drahthose um das Wurzelwerk aus Hasengitterdraht zu fertigen. Die Baumpaten, oft Familien mit Kindern, wirkten aktiv beim Einpflanzen mit, erhielten eine Urkunde und wurden auf einem angebrachten Sortenschild mit QR-Code, der weitere Informationen zur Baumsorte bereitstellt, namentlich erwähnt.
Baumpaten werden bei der späteren Ernte bevorzugt
Es gilt die Vereinbarung, dass die Baumpaten auch bei der späteren Ernte bevorzugt werden, wenn sie dies in Anspruch nehmen wollen.
Dieses Jahr werden 20 weitere Obstbäume in Herzogsweiler auf einer Fläche hinter dem Friedhof eingegraben. Die Jubiläumspaten werden ihre besonderen Bäume – zwei Esskastanien und einen Maulbeerbaum – vor der Heuwasen-Hecke pflanzen und repräsentieren die drei wichtigen Säulen der Aktion: das Bereitstellen der Flächen durch die Gemeinde sowie die Vorarbeiten des Bauhofs, die Finanzierung und die Triebfeder für eine solche Aktion aus dem Umwelt- und Naturschutzgedanken heraus.
Jubiläumsbäume weisen in die Zukunft
Für diese drei Säulen stehen laut Hauck auch die Jubiläumspaten: Jan Vogt als Leiter des Bauhofs der Gemeinde, Martin Schmiederer als Vorstandsmitglied der Volksbank Nordschwarzwald und Karl-Heinz Gänßle als jahrzehntelanger Betreuer des seit 1991 ausgewiesenen Naturschutzgebiets Egenhäuser Kapf.
Gleichzeitig weisen die zwei Jubiläumsbäume auf ein künftiges Ziel der Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler hin: ein Anpflanzgebiet für klimaresistente und den künftigen klimatischen Herausforderungen besser angepassten Baumarten für Privatgärten, den öffentlichen Raum und mit Einschränkungen auch den Forst zu schaffen.
Naschen im Arboretum
Ein solches Baumanpflanzareal wird vielfach auch Arboretum genannt und war in früheren Jahrhunderten eher eine Ansammlung exotischer Bäume aus fremden Ländern, erklärt Hauck. Heutzutage haben sie vielfach die Aufgabe, zu zeigen, dass das betreffende Gebiet zur Anpflanzung geeignet ist.
Neben den bereits erwähnten „Zukunftsbäumen“ wie die Maulbeere und die Esskastanie werden in diesem Zusammenhang auch der Nussbaum, die Feige, die Elsbeere, bestimmte Ahornarten, die Mispel oder der Sanddorn immer wieder genannt. Das Arboretum soll auf diese für die Anpflanzung geeigneten Arten aufmerksam machen und zum Naschen sowie Probieren der Früchte einladen. Zumindest die Nascher am schwarzen Maulbeerbaum wird man rasch identifizieren, kündigt der Nabu-Vorsitzende scherzhaft an: Färben die Früchte die Finger doch kurzzeitig deutlich dunkelviolett an – beim Händewaschen mit Seife verschwinde diese Markierung aber schnell wieder.