Lokalkolorit, Spaß, Musik und Tanz: Zahlreiche Besucher erlebten in der voll besetzten Halle in Münchweier den vierstündigen Brauchtumsabend der „Gelruewe Ritter“.
Nach dem Einmarsch der Hästräger und der närrischen Begrüßung durch Zunftmeister Julian Zanger nahm das bunte Nonstop-Programm Fahrt auf, welches nur von kurzen Umbaupausen unterbrochen wurde. Doch auch diese nutzten die Besucher gern für gemeinsame Schunkelrunden, angeheizt von der mitreißenden Stimmungsmache des Duos „Happy Melody“.
Luana Brüggert führte souverän durch den Abend und stellte alle Akteure auf der Bühne namentlich vor und sorgte dafür, dass sich die Gäste jederzeit unterhalten fühlten.
Den schwungvollen Auftakt übernahmen die Kleinsten, der „Narrensome“, eröffnete das Programm als Detektive zur Filmmusik von James Bond und dem Paulchen-Panther. Mit ebenso viel Schwung eroberten im Laufe des Abends weitere Tanzgruppen die Herzen der Zuschauer: Die 14 Kinder des SVM-Kinderballetts als süße Pippi Langstrumpf, die unbeschwerten Teenies des SVM-Balletts mit einem ABBA-Medley, das Frauenballett der „Dancing Generation“, mit Verstärkung von fünf Männern, zum Thema „Ghostbusters“, die Sirenen und dunklen Meerjungfrauen der „Dancefloor Destruction“ sowie die Männer der Dancing Carrots, die als Backstreet Boys begeisterten.
Auch die humoristischen Beiträge kamen nicht zu kurz. Für Clownerie und Pantomime sorgte Uwe Fischer: Er spielte Luftgeige, balancierte über ein imaginäres Hochseil und brachte mit seinen Schenkelklopfer-Einlagen die Gäste zum Lachen. Gerold Ebert und Harald Sutter nahmen das Publikum mit auf einen humorvollen Einkaufsbummel, bei dem die Bäckerei Henninger und die Metzgerei Rebstock die Requisiten zur Verfügung gestellt hatten. Dabei wurde unter anderem darüber gescherzt, ob „ihre Charlotte“ die Nachfolge von Bruno Metz antreten werde. Karin Schmieder schlüpfte in die Rolle der Ministerin für Familie und Bildung und erteilte als Mechthild Gans den Auftrag, in Münchweier die Rechtschreibung zu stärken. Max Studer und Dirk Hug, Mitorganisatoren des Weihnachtsmarkts, mussten daraufhin noch einmal die Schulbank drücken, nachdem bei den Vorbereitungen zum Markt so manche vermeidbare Rechtschreibfehler aufgefallen waren. Auch bei den ausschließlich positiven, aber dennoch sinnlosesten Münchweirer News von Elisa Weber und Marcus Ibig wurde die Nachfolge von Metz humorvoll thematisiert, allerdings unter der Bedingung, dass der künftige Kandidat zwingend aus Münchweier stammen müsse. Schließlich wurde Metz selbst auf die Bühne gebeten und offiziell verabschiedet. Mittlerweile sei er zu einer ausgewachsenen und stabilen „Gelruewe“ herangewachsen, reif für die Ernte. Als Zeichen der Anerkennung wurde ihm die Gelruewe-Kette umgehängt.
Hästräger beeindrucken mit Choreografie
Verbesserungsvorschläge zum neuen Radweg nach Ettenheimmünster präsentierten Emely Rieder und Celine Weidler als Liesel und Traudel, nachdem sie bei ihrer Fahrt mehrmals absteigen mussten, um die Straßenseite zu wechseln sehr zur Erheiterung des Publikums.
Eine weitere besondere Darbietung lieferten die Hästräger selbst: Mit einer Choreografie auf dem Gymball, kombiniert mit Zauberei und verblüffenden Kartentricks, zeigten sie ihr sportliches Können.
Gelruewe-Lied
Zum Finale stimmten alle in ein altes Gelruewe-Lied ein, das von Alina Mühlhaupt gesungen wurde. Es war bereits in den 1980er-Jahren bei den Brauchtumsabenden erklungen, dann in Vergessenheit geraten und nun zufällig wieder aufgetaucht.