Im Bürgerhaus diskutierten die Kippenheimer Gemeinderäte die Haushaltspläne für 2026. Foto: Piskadlo

Vom Festplatz bis zu dem Seniorennachmittag hat der Kippenheimer Gemeinderat viele Wünsche für den Haushalt 2026. Finanziell steht es noch gut um die Gemeinde.

Das Jahr 2026 steht unter einem guten Stern für die Gemeinde Kippenheim, das geht zumindest aus den aktuellen Planungen der jüngsten Gemeinderatssitzung hervor. Nach aktuellem Stand wird für den Ergebnishaushalt der Gemeinde ein Plus von gut 200 000 Euro prognostiziert – das wäre eine Verbesserung zum vergangenen Jahr.

 

Hauptverantwortliche für die Erstellung des Haushaltsplans waren Stephanie Tarakci und Carolin Schaub, ihrerseits Rechnungsamtsleiterin der Gemeinde. Auf Wunsch des Gremiums lag dieses Jahr erstmalig der gesamte Haushaltsplan vor. Die Gemeinde profitiert laut vorläufigem Haushaltsplan auch dieses Jahr wieder durch den Länderfinanzausgleich.

Der sich daraus ergebende Überschuss betrug im vergangenen Jahr etwa 2,6 Millionen Euro und liegt in diesem Jahr mit rund 3,2 Millionen knapp 600 000 Euro besser als vergangenes Jahr. Kämmerin Schaub erläuterte, dass die Errechnung des Finanzausgleichs der in der Gemeinde Kippenheim rund zwei Jahre zurückliegende Steuerkraft zugrunde liegt.

Konservative Schätzung bei der Gewerbesteuer

Die Prognose für das Jahr 2027 schätzt sie hingegen als schwieriger ausgleichbar ein. Einer der Hauptunterschiede zum vergangenen Jahr ist die mit 2,5 Million Euro rund 200 000 Euro höher angesetzte Gewerbesteuer, die insgesamt zu einem besseren Ergebnis führt. Bürgermeister Matthias Gutbrod ordnete gegenüber dem Gemeinderat ein, dass es gängiger Konsens der Gemeinde sei, die Gewerbesteuer konservativ einzuordnen. Am Ende profitiere die Kommune von einem Ergebnis, das höher ausfällt als ursprünglich angesetzt.

Auch personelle Veränderungen verbessern das Ergebnis. Die Gemeinde lagert die Lohn- und Entgeltabrechnung an den Kommunale Versorgungsverband Baden-Württemberg (KVBW) aus, die hierfür angesetzten 15 000 Euro sind laut Gutbrod um einiges günstiger als die dafür sonst anfallenden Personalkosten.

Die Seniorenarbeit will die Gemeinde weiter ausbauen. Neu sei hier vor allem der Seniorennachmittag. Die Veranstaltung soll voraussichtlich am Donnerstag, den 19. März, in den Räumlichkeiten des Gemeindehauses stattfinden und für die Teilnehmer kostenlos sein. Für die Kommune fallen wohl Ausgaben von 2000 Euro an.

Neues Spielgerät auf Dorfspielplatz geplant

Ein weiteres Thema in der Sitzung am Montag war die Sanierung des morschen Holzspielgerätes auf dem Spielplatz. Der sei laut Gemeindevertretern der beliebteste und meistbesuchteste der Umgebung. Der Austausch des defekten Gerätes wurde mit 7000 Euro veranschlagt und ohne Gegenstimmen mit in den Haushaltsplan aufgenommen.

Weiter plant die Gemeinde auf Basis einer Umfrage in der Elternschaft eine von Mahlberg unabhängige zweiwöchige Sommerferienbetreuung. Die hierzu anfallenden Kosten von rund 4300 Euro wurden vom Gemeinderat ebenfalls einstimmig in den Haushaltsplan aufgenommen.

Der Festplatz war ein vieldiskutiertes Thema in den vergangenen Gemeinderatssitzungen. Bürgermeister Gutbrod betonte, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Planungsvarianten zur Diskussion standen. „Mal mehr, mal weniger Parkplätze, mal mehr, mal weniger Grün – am Ende war keine der Beschlussvorlagen mehrheitsfähig“, äußerte sich Gutbrod gegenüber unserer Redaktion. Für die Schaffung von zusätzlichen Parkflächen waren im diesjährigen Haushaltsplan etwa 170 000 Euro vorgesehen. Aufgrund des im Juli angesetzten Bockbierfestes und des Weinfestes können bauliche Maßnahmen frühestens im Oktober angesetzt werden, so Gutbrod. Da sich für die Vorschläge über die zukünftige Gestaltung des Geländes bisher keine Mehrheit finden ließ, einigte sich der Gemeinderat darauf, dass die Planung des Untergrundes vorrangig sei. Dafür sind statt der 170 000 nun 15 000 Euro in die Vorlage aufgenommen worden.

Auch die Erlöse durch den Verkauf von Wasser schlagen im kommenden Jahr mit Einnahmen von einer halben Million Euro Positiv zu Buche. Für die Unterhaltung und Reparaturmaßnahme durch beispielsweise Rohrbrüche oder Sanierungen wurden in der Planung zur gemeindlichen Wasserversorgung 105 000 Euro Veranschlagt, diese Summe ergibt sich Laut Kämmerin aus Priorisierungsschätzungen des Wasserversorgers Badenova.

Die wichtigsten Zahlen

Kippenheim rechnet für 2026 mit einem Plus im Haushalt. Den Erträgen von rund 15,2 Millionen Euro stehen ordentliche Aufwendungen in Höhe von knapp 15 Millionen Euro gegenüber. Das macht den Plänen nach einen Überschuss von 200 000 Euro.