Ein Bauzaun trennt derzeit die Zollernstraße von der Villa Eugenia. Foto: privat

Die Fürstengartenfreunde bestehen darauf, dass die abgeschnittene Hainbuchhecke wieder neu gepflanzt wird – und gehen gegen Aussagen der Rathausspitze in die Offensive.

Die Stadt lässt die Zollernstraße derzeit sanieren. Im Zuge der Arbeiten musste auch die Hainbuchhecke gerodet werden, die die Straße optisch vom Bereich der Villa Eugenia trennt. Anstelle der Hecke steht inzwischen ein verhangener Bauzaun.

 

Die Bauarbeiten ruhen in der derzeitigen Sommerpause zwar, doch alles andere als ruhig sind die Fürstengartenfreunde, die sich bekanntermaßen für den Erhalt des ursprünglichen Zustands rund um die Villa Eugenia einsetzen.

Neugestaltung „offen“

Im Zentrum steht die abgeschnittene Hainbuchhecke, die schon in der Vergangenheit zum Politikum geworden war. Die Fürstengartenfreunde feuern die Diskussion darüber erneut an. Anlass dafür: Ein Pressetermin wegen der Fertigstellung des ersten Bau-Abschnitts der Zollernstraße. Wenn auch am Rande wurde dabei die Neupflanzung der Hainbuchhecke entlang des Fürstengartens thematisiert. Von den Vertretern der Stadt wurde die Neupflanzung als „offen“ bezeichnet. Die Fürstengartenfreunde wollen das gleichwohl nicht so stehen lassen. Sie erinnern daran, dass die ursprünglichen Planungen zur Sanierung der Straße gar den Erhalt der Hecke vorgesehen hatten.

Frage eben nicht „offen“

„Nachdem dies nach Angaben der Stadt aus technischen Gründen doch nicht möglich sei, hätten die Fürstengartenfreunden wie auch die Öffentlichkeit immerhin die verbindliche Zusage erhalten, dass entlang des Fahrbahnrands ‚eine neue Hecke mit bereits brusthohen Jungpflanzen‘ gepflanzt werde, um den ursprünglichen Zustand baldmöglichst wiederherzustellen“, schreiben die Fürstengartenfreunde in einer Pressemitteilung.

Das Bild zeigt die Hainbuchhecke, bevor sie aufgrund der Bauarbeiten an der Zollernstraße abgeschnitten wurde. Foto: privat

Daher sei die Frage der Neupflanzung keineswegs „offen“, betonen die Fürstengartenfreunde. Zwar sei es, wie die Fürstengartenfreunde schreiben, möglich, bei neuen Erkenntnissen eine Planung auch wieder zu ändern, dies bedürfe hier allerdings einer erneuten Befassung des Gemeinderats und der Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden, also Denkmalschutz und Naturschutz.

Eine „Insel der Ruhe“

Die Fürstengartenfreunde halten die Neupflanzung für unverzichtbar, um den Charakter des Parks als innerstädtische „Insel der Ruhe“ zu erhalten. Die Hecke schütze Parkbesucher und Nutzer der Villa Eugenia, für die aktuell ein provisorischer Schutzbehang vorhanden ist, zudem vor Abgas und Lärm und verhindere auch eine Verschmutzung durch den bei der Straßennutzung regelmäßig entstehenden Abfall.

Kritik an Aussage

Auf Verwunderung stieß die Äußerung des Bürgermeisters, die von den Fürstengartenfreunden zitierte Wertung des Gartenkünstlers Fürst Pückler „könne für uns nicht die Maßgabe sein“. Fürst Pückler hatte nach Angaben der Fürstengartenfreunde in seinem Hauptwerk „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ ausgeführt „ich stimme den Engländern zu, die jeden Park sehr sorgfältig begrenzen, eine Umschließung ist etwas Zweckmäßiges, nicht selten Notwendiges zum ruhigen und sicheren Genuss“. Dies gelte, so die Pressemitteilung, erst recht im Zeitalter der Motorisierung.

In der Vergangenheit sei doch von der Stadt auf die Wiederherstellung der von den Pückler’schen Anschauungen inspirierten historischen Gestaltung des Fürstengartens besonderer Wert gelegt worden, erinnern die Fürstengartenfreunde. Dringender Wunsch der Fürstengartenfreunde ist, dass eine etwaige Planänderung unter Einbeziehung der Öffentlichkeit, namentlich auch der Fürstengartenfreunde, vom Gemeinderat beraten und entschieden wird.

Dabei sollten die Belange der Spaziergänger und im Park Ruhe suchender Bürger sowie der zahlreichen Gäste der Villa Eugenia eine höhere Gewichtung erfahren als die Interessen „der mit Sicherheit auch künftig zahlreichen Autofahrer und der vermutlich weiterhin geringen Zahl an Fußgängern entlang der Straße“, heißt es weiter.