Mit der Sonderausstellung „100 Jahre Alter Benz“ würdigt das Museum Wolfach die bewegte Geschichte des historischen Feuerwehrfahrzeug.
Die Flößerstube im Museum war voll mit Feuerwehrleuten in ihren historischen Uniformen und anderen geladenen Gästen: Der Verein Kultur im Schloss hatte zur Vernissage der Sonderausstellung „100 Jahre Alter Benz“ ins Museum eingeladen. Vorausgegangen war eine Andacht in der Schlosskapelle, gehalten von Gemeindereferentin Lioba Kerber.
Museumschef Christian Oberfell hieß die vielen Gäste zu „etwas ganz Besonderem“ willkommen: Zu einem „zweimal gekauften und zweimal restaurierten“ Feuerwehrfahrzeug, dem Wolfacher Vorzeige-Oldtimer Alter Benz, eine vor 100 Jahren in Gaggenau gebaute Motorspritze. Die bewährte sich bei so manchen Wolfacher Katastrophen und half auch, einen Stadtbrand zu verhindern.
1967 wurde sie ausgemustert und 1994 in Westfalen wieder aufgespürt. 2011 dann der große Schock für die Wolfacher Wehr: Der sorgsam restaurierte Alte Benz ging in Flammen auf und wurde völlig zerstört. Aber, wie der legendäre Phönix aus der Asche, erstand er wieder unter den Händen eines Restauratoren-Teams um Joachim Oberfell. „Ein europaweit einmaliges Projekt“, betonte Christian Oberfell und dankte dem Chefrestaurator und dessen Team für diese unglaubliche Leistung.
Mit der Sonderausstellung „100 Jahre Alter Benz“ wolle man anschließend „tief eintauchen in die Geschichte dieses einzigartigen Fahrzeugs“. Oberfell dankte auch den Machern der aufwendigen Sonderschau, allen voran Museumsbaumeister Martin Seger, der die Ausstellung mittels CAD-Programm penibel geplant hatte. „In dieser Schau steckt eine ganze Menge KI“, verriet Oberfell. Von dieser waren unzählige Quelltexte als Grundlage für diese Ausstellung ausgewertet worden. „Es war nicht einfach, solange dranzubleiben“, erinnerte sich Joachim Oberfell an die zwölf Jahre währende Restauration und den festen Glauben an die Auferstehung des Alten Benz.
Zum Dank für dieses „Beispiel bürgerschaftlichen Engagements“ überreichte ihm Christian Oberfell unter großem Applaus ein Bild des restaurierten Feuerwehr-Oldtimers. Auch Feuerwehr-Kommandant Christoph Mayer und Bürgermeister Thomas Geppert schlossen sich diesem Dank an. Dann wurde der Eingang zum Museum symbolisch enthüllt und die Ausstellung „100 Jahre Alter Benz“ eröffnet. Die Besucher strömten zu dem im langen Gang installierten „Lebenslauf“ des Alten Benz vom Brand 2011 über die Restaurierung bis zu seiner Fertigstellung.
Der magische Anziehungspunkt war zweifellos der Fahrsimulator, mit dem man im Alten Benz eine kleine Stadtrundfahrt unternehmen kann. Auch die Multimedia-Installation mit Einblicken in die Technik des Alten Benz und ein Wackelbild, das je nach Blickwinkel die verkohlten Reste und den wiedererstandenen Alten Benz zeigt, lockten die Besucher an.
Katastrophen
Im großen Museumssaal sind viele vom Benz und der Feuerwehr insgesamt miterlebte Wolfacher Katastrophen dokumentiert, von Eisgängen über Hochwasser bis zu Großbränden – nicht zuletzt die Weibermühle, nach deren Aufführungen laut Josef Krausbeck regelmäßig Feuer ausbrachen.