Die Mehrzweckhalle in Göllsdorf kann von allen Rottweilern für private Veranstaltungen gebucht werden. Die Anlieger befürchten eine vermehrte Lärmbelästigung. Foto: Schmidt

Nach nur drei Jahren musste die Benutzungsordnung der neuen Göllsdorfer Mehrzweckhalle (MZH) geändert werden. Der Gleichheitsgrundsatz wiegt für die meisten Räte schwerer, als ein Versprechen an die Anwohner.

Rottweil-Göllsdorf - Bislang war die private Nutzung der Halle auf Göllsdorfer Bürger beschränkt. Das widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz, berieten sich die Räte vor vier Wochen. Wenn Hallen anderer Teilorte für alle Rottweiler offen stünden, könne man mit der Göllsdorfer MZH keine Ausnahme machen. Der entsprechende Paragraf wurde von den Räten daher in jüngster Sitzung ratifiziert. Die Göllsdorfer Halle kann damit fortan von allen Rottweilern gebucht werden.

Zwei Räte richteten sich allerdings dagegen. Hans Maier hatte Bauchschmerzen: "Den Gleichheitsgrundsatz sehe ich, daher fällt es mir schwer, dagegen zu stimmen, aber ich tu es". Um die Lärmbelästigung so gering wie möglich zu halten, hätten die Anwohner vor drei Jahren plädiert, nur Gölls­dorfern private Veranstaltungen in der Halle zu ermöglichen. Die Räte hätten Verständnis gezeigt, erinnerte Maier, und in der Benutzungsordnung die private Nutzung auf die eigenen Bürger beschränkt. Das damals gegebene Versprechen an die Anwohner müsse bei der Entscheidung mit in die Waagschale geworfen werden.

Halle hat hohe Anziehungskraft

Darüber hinaus könne er die Sorgen der Anwohner nach wie vor nachvollziehen. "Die Halle hat einen herausragenden Charakter, ihre Anziehungskraft ist viel höher als die anderer Hallen der Teilorte", so Maier. Daher sehe er sich in der Verantwortung, zu seinem Wort zu stehen, "bevor der Frieden kippt", mahnte er. Carina Bold "geht es gleich. Ich würde da auch nicht wohnen wollen, wenn jedes Wochenende was los ist".

Die Überzeugung von Wolfgang Dreher, dass sich mit der Öffnung an der Belegung nur wenig ändern werde, teilten sie nicht. Zum Sinneswandel konnte auch der Empfehlung der anderen Räte nicht beitragen. Sie schlugen vor, die Halle für alle zu öffnen, aber die neue Benutzungsordnung in einem Jahr noch einmal auf den Prüfstand stellen. Es blieb dabei. Am Ende stimmten die beiden dagegen und sechs Räte dafür.

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