Sie bezirzte die Besucher im Keller des Alten Rathauses mit ihrer Stimme: Jazz-Sängerin und Künstlerin Martina Achermann. Foto: zVg/Veranstalter

Zum 20-jährigen Jubiläum der Benefizkonzerte konnte der Haltinger Freundeskreis einen Rekord feiern. Eine stolze Summe kam für die „Tapferen Herzen“ zusammen.

Nach der Versteigerung eines Ölbildes der Jazz-Sängerin und Künstlerin Martina Achenbach verkündete Moderator Tonio Paßlick gegen Ende des über dreistündigen Musikprogramms einen absoluten Spendenrekord von 6000 Euro.

 

Die aus Vorverkauf, Abendeintritten, Getränken und Speisen sowie einer Hutsammlung und der Versteigerung des Bildes erbrachte Summe kommt ohne Abzug den „Tapferen Herzen“ zugute.

Seit zwölf Jahren kümmert sich der einstige Ableger der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck im Kinderland Lörrach um Kinder, die Eltern oder andere wichtige Personen verloren haben.

In einem berührenden Gespräch erfuhr das Publikum im ausverkauften Gewölbekeller des Alten Rathauses von Angelika Mauch und Sonja Hütter, das aktuell 30 Kinder betreut werden und alle Ausgaben für die Betreuung sowie die kostspieligen intensiven Ausbildungen für die ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen auf Spenden finanziert werden.

Schon viele Projekte weltweit unterstützt

Paßlick erinnerte zu Beginn des Abends an die vielen Projekte, die seit 2006 vom Freundeskreis mit Michael Feldges, Elke Hayler, Chrystel Breuer, Andrea Buschhaus, Cornelia Schöne-Glanzmann und Ulrike Löhle unterstützt worden sind.

Von einem Leprahaus in Pakistan bis zu Wasserprojekten in Südamerika, der Wärmestube in Weil am Rhein, der Kinderhilfe KiHev, Dörfern in Syrien oder Kenia, Krankenhäuser in Rumänien oder Eritrea reicht die Palette der Projekte, die durch die Einnahmen aus Konzerten einer großen Bandbreite von Stilrichtungen von Jazz bis Blues, Dixieland bis Gipsy-Jazz, Salsa und Weltmusik unterstützt werden.

Die Konzerte bringen seither eine seltene Mischung aus hohem musikalischen Niveau und abwechslungsreicher, bunter und ansteckend spontaner Unterhaltung.

Das liegt am internationalen Netzwerk der Gruppe genauso wie an der verlässlichen Mitwirkung treuer Begleiter. Elke Hayler bedankte sich dafür beim Gitarristen und Bühnentechniker Walter Schneider, dem Bassisten Gerd Maier und Moderator Tonio Paßlick.

Die berührende Reaktion zeigte, wie sehr sich die Akteure als Freundeskreis empfinden, der in früheren Jahren auch die Basis für große Festivals wie das Kieswerk-Open-Air gebildet hatte. Und so lassen sich auch bekannte Musiker und Schauspieler für Auftritte gewinnen.

Gipsy-Jazz und Swing-Melodien

Die virtuose Geigerin Carolina Mateos ist in der Klassik genauso wie im Gipsy-Jazz zuhause. Sie eröffnete den Abend gemeinsam mit Michael Feldges (Gitarre), Alexander Schweizer (Bass) und Timo Timmermann (Gitarre) mit ihrem Enkidu Projekt. Gipsy-Jazz mit betörenden Swing-Melodien wie im Valse Bistro Fada oder mitreißenden Moll-Dur-Verschiebungen wie bei „Tea for Two“.

Der bekannte Schauspieler Vincent Leittersdorf umrahmte die Pause mit höchst unterschiedlichen Beiträgen, mit denen er die Zuhörer am Valentinstag bezauberte. Erst mit der raffiniert verschachtelten Geschichte von Kurt Tucholsky über ein Ehepaar, das seinem Pseudonym Peter Panter einen Witz erzählen möchte. Dann mit Hölderlins bewegendem Gedicht „Da ich ein Knabe war“ als Reverenz an die „Tapferen Herzen“. Und später noch mit einer urkomischen Comedy-Parodie eines Zauberers.

„It’s wonderful“ mit mitreißenden Saxofon-Soli

Vor der Versteigerung bewies die Jazz-Sängerin Martina Achermann mit ihren „Allstars“ Rainer Müller (dr), Günter Berger (sax), Gerd Maier (b), Michael Feldges und ihrem langjährigen Klavierbegleiter Walter Jauslin, dass sie Swing-Standards wie „Day by day“, die man von Sinatra oder Bing Crosby kennt, eine eigene rauchige Note geben kann. Besonders tiefgründig in Ella Fitzgeralds Bossa-Titel „It’s wonderful“, jeweils garniert mit mitreißenden Saxofon-Soli von Günter Berger.

Häufiger Gast bei den Benefizkonzerten ist der Liverpooler Blues-Sänger und Saxofon-Spieler Dominic Ferns. Dafür machte Sax-Spieler Berger dem Gitarristen Walter Schneider auf dem Podium Platz. Begeistert tanzten viele aus dem Publikum zu den Evergreens „Mustang Sally“ oder „Honky Tonk Women“. Mit einigen Zugaben fand dieser restlos gelungene Abend ein rauschendes Ende.