Der frühere Schramberger Pfarrer, heute im Ruhestand in Blaubeuren lebend, spielte erstmals ein vollständiges Soloprogramm. Foto: sw

Ein musikalisches Wiedersehen mit ihrem früheren Pfarrer erlebten viele Gemeindemitglieder beim Auftritt von Michael Hauser.

Zahlreiche Werke hatte Michael Hauser, einst Pfarrer in Schramberg und heute im Ruhestand, für sein Benefizkonzert sorgfältig ausgewählt und eingeübt. Eine besondere Beziehung verbindet ihn mit der französischen Orgelmusik – nicht zuletzt durch mehrere theologische Studiensemester im südfranzösischen Montpellier.

 

So spannte sich der musikalische Bogen von Komponisten an der Schwelle zum 17. Jahrhundert wie Jean Titelouze mit dessen „Magnificat“ über François Benoît mit dem „Grand Chœur“ bis hin zum Höhepunkt des Abends, der kraftvollen „Sortie“ von Marcel Dupré. Den Abschluss bildete mit Jean Langlais und dessen „Adoration in G“ zugleich der modernste Komponist des Programms.

Das Konzert machte deutlich, dass sich die französische Orgelmusik bereits im Mittelalter weitgehend unabhängig von der deutschen Tradition entwickelte. Einen ersten Höhepunkt erreichte diese besondere Klangästhetik in der Barockzeit, etwa in François Couperins „Chromhorne sur la Taille“.

Erlös für Partnergemeinde

Für Michael Hauser war das Benefizkonzert zugunsten der Partnergemeinde in Guatemala zugleich eine Premiere: Zwar hatte er in früheren Jahren immer wieder andere Musiker mit seinem Orgelspiel begleitet, ein vollständiges Solokonzert hatte er jedoch bislang noch nie gegeben. Die Verbindung zur Partnergemeinde besteht bereits seit seiner Zeit als Pfarrer in Schramberg und wird auch von seinem heutigen Wohnort Blaubeuren aus weiterhin gepflegt.

In ihrer Begrüßung erinnerte die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Tanja Gerger, daran, dass Hauser bereits seit seinem 15. Lebensjahr Orgel spielt. Zudem habe er schon vor vielen Jahren die C-Kantorenprüfung abgelegt.

Interessanter Austausch

Während seiner aktiven Zeit als Pfarrer habe ihm jedoch häufig die Zeit gefehlt, sich intensiver der Musik zu widmen. Erst der Ruhestand ermögliche ihm nun, diesem Interesse wieder stärker nachzugehen – und erstmals auch mit einem Solokonzert in Schramberg aufzutreten.

Für viele Gemeindemitglieder wurde der Abend zugleich zu einem Wiedersehen mit ihrem früheren, beliebten Pfarrer. Entsprechend groß war auch das Interesse am anschließenden Austausch im „Café Zwischenzeit“, einem neuen Angebot des Kirchengemeinderats im benachbarten Gemeindehaus, das nach Gottesdiensten und Veranstaltungen Gelegenheit zur Begegnung bietet.