Das Blasorchester des Musikvereins Bierlingen gab zusammen mit dem Projektchor Felldorf ein Benefizkonzert in der Kirche. Foto: Marzell Steinmetz

Rund 200 Besucher dürften es am späten Sonntagnachmittag beim Benefizkonzert des Musikvereins Bierlingen und des Projektchors Felldorf gewesen sein.

Pfarrer Franz Xaver Weber freute sich über eine volle Kirche. Es war ein besonderes Konzert - ein musikalisches Experiment, bei dem die Blasmusiker bestens mit den Sängerinnen und Sängern harmonierten.

 

Eintritt ist nicht verlangt worden, dafür wurde um Spenden gebeten. „Wir wollen etwas Gutes tun“, sagte die Vorstandssprecherin des Musikvereins Bierlingen, Jessica Deuble. Der Veranstaltungstermin an Muttertag war bewusst gewählt, denn der Spendenerlös geht an das Frauenhaus in Tübingen. Dort finden oft von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mit ihren Kindern Zuflucht und Hilfe in ihren schwierigen Lebenslagen. Man dürfe nicht wegschauen, appellierte Jessica Deuble. Durchs anschließende musikalische Programm führte Jörg Stein, Diakon in Starzach, mit Erklärungen zu den einzelnen Stücken und humorvollen Texten.

Mit einem gelungenen Auftakt geht es los

Das Orchester unter der Leitung von Birgit Wohlhüter eröffnete mit „Voices“ , arrangiert von Ron Sebregts, das Konzert. Eine einfache, besinnlich anmutende Melodie nahm an Volumen zu, entfaltete sich schließlich zum vollen Orchesterklang, der die großartige Majestät der Bergwelt zum Ausdruck brachte. Das war schon mal ein gelungener Auftakt, so ging es weiter. Mit dem „Chicago Festival“ von Markus Götz setzten die Triller der Klarinetten den Kontrast zum tiefen Blech, bis die Trompeten die Melodie übernahmen. Das Schlagwerk glänzte dabei mit exakten Einwürfen. Der bombastische, mit spanischen Folklore-Klängen bereicherte Schluss beeindruckte das Publikum. Das Stück „Palladio“ hatte der Komponist Karl Jenkins der Renaissance-Architektur gewidmet. Entsprechend klar und strukturiert war die Komposition mit ihrer eingängigen Melodie, gespielt von den einzelnen Registern des Orchesters. Auch hierfür gab es großen Beifall.

Im Altarraum wurde es eng, als sich der Projektchor von Bruno Sacha hinter den Musikern aufstellte. Mit „Da berühren sich Himmel und Erde“ sang der Chor ein Friedenslied mit Beispielen dafür, wie der Hass überwunden und neue Wege hin zum Guten gegangen werden können. Die Anspielung auf die aktuellen Kriege in der Ukraine und im Iran waren naheliegend.

„My secret Lovesong“ von Kees Vlak ist eine schöne Ballade, die mit den Worten ein „Song for you and me“ das Gemeinsame von Frau und Mann hervorhebt. Das anschließende „Baba Yetu“ („Papa unser“), ein fröhlich und rythmisch vorgetragener Song, war an das Vaterunser angelehnt.

Noch einmal ging es mit dem Blasmusikorchester in die Berge, diesmal nach St. Moritz in der Schweiz. Das Stück „Yellow Mountains“ von Jacob de Haan beschreibt die morgendliche Ruhe der Berglandschaft vor dem Hereinbrechen des Tourismus. „Dramatic Tales“ von Markus Götz machte seinem Namen alle Ehre. Der Komponist hatte sich von der Gründungsgeschichte von Todtmoos im Schwarzwald inspirieren lassen. Der Sage zufolge gab es dort einen giftigen Waldsumpf, der Menschen und Tieren den Tod brachte. Diese Dramatik kam auch musikalisch sehr gelungen zum Ausdruck. Das spannungsreiche Werk stellte dabei größere rhythmische Herausforderungen an die Kapelle, die die Schwierigkeitsgrade aber bravourös meisterte.

Pfarrer kündigt bereits das nächste Ereiginis an

„Thank you for the Music“ von Abba, gesungen wiederum vom Projektchor in Begleitung des Orchesters, war die Zugabe, der ein minutenlanger Applaus folgte. Entsprechend bedankte sich auch Pfarrer Weber bei den Mitwirkenden mit einem Danke für die Musik.

Er kündigte bereits das nächste Ereignis in der Kirche an. Am Sonntag, 17. Mai, begleitet die Jugendkapelle des Musikvereins, die ihr 70. Jubiläum feiert, den Gemeindegesang im Gottesdienst. Nach dem Segen sangen alle in der Kirche den Choral „Maria, Maienkönigin“.