Die Saison für den Hagelflieger und die Hagelabwehr beginnt in wenigen Wochen, am 1. Mai.
Villingen-Schwenningen/Donaueschingen - So war es nun Zeit, den erprobten Haudegen zu überprüfen, sprich Probe zu fliegen. Gleichzeitig sollte die Software, die von der Schwenninger Firma sternplastic mit ihrem Chef Peter Hellstern, Vorsitzender der Hagelabwehr Südwest, und seinem Software-Entwickler Roman Wehrle eingebaut werden sollte, zu testen.
Kaffee an diesem Tag besonders wichtig
Um 9.30 Uhr war Treffpunkt am Flugplatz Donaueschingen. Hagelfliegerpilot Holger Miconi stand schon bereit, der Hagelflieger auch, allerdings noch im Hangar. Vorgesehen war, dass er einen Probeflug macht, also drei Runden dreht mit dreimal "Touch and Go", das sei die Vorschrift, wenn der Flieger länger gestanden habe, ansonsten dürfe er niemand mitnehmen, erklärte er.
Jetzt musste das gute Stück aus dem Hangar geholt werden. Ein mit Akku betriebenes Zuggerät stand bereit, der Akku war voll, das war gut. Inzwischen war der Software-Entwickler der Firma sternplastic, Roman Wehrle, mit zwei weiteren Mitarbeitern sowie Tablet, Kamera, Videoapparat und ganz viel heißem Kaffee eingetroffen. Der Kaffee war besonders wichtig, denn es ging ein schneidender Wind.
Er springt zunächst nicht an
Das Zuggerät tat seinen Dienst. Der Flieger stand vor dem Hangar, und Holger Miconi schaute ihn sich genau an, jede Schraube, alle Dichtungen, nein, es tropfte nirgends, alles schien gut zu sein. "Dann starten wir mal", meinte er und schwang sich ins Cockpit. "Denkste", meinte Heinz I, das ist der Name des Fliegers, benannt nach Heinz Messmer, dem Gründer des Vereins Hagelabwehr Südwest, und rührte keine Kralle, also er sprang nicht an.
Da sei wohl die Batterie leer, meinte der Pilot lakonisch und sprintete los, ein fahrbares Ladegerät zu holen. Der Stecker passte nicht, war nur ein Zwölf-Volt-Stecker, der Hagelflieger hätte gerne einen 24-Volt-Stecker. Also noch einmal losgesprintet und mit leeren Händen zurückgekommen. Den Stecker habe wohl jemand mitgenommen, meinte Miconi, aber Piloten lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, wäre auch nicht gut. Was tun? Ein Anruf am Flugplatz Schwenningen genügte, und es dauerte nicht lange, da kam ein Zweisitzer angeflogen, es war sowieso ein Einweisungsflug, im Gepäck, also diese Zuladung ging gerade noch, der 24-Volt-Stecker, das war Service.
Maschine muss zurück nach Mannheim
Einstecken, laden, Heinz I sagte "Danke schön" und sprang an. Während des Flugs lade die Batterie sich weiter auf, meinte Miconi und startete seine drei Rundflüge. Inzwischen hatte Roman Wehrle schon die Verbindung zum Wetterradar aufgebaut und schaute auf sein Tablet, wo der Hagelflieger war. Der war noch im Warmlaufmodus und dann kam er plötzlich, ganz schön flott dafür, dass er vor einer halben Stunde die Arbeit verweigert hatte. In kürzester Zeit landete Holger Miconi, rollte zur Tankanlage, alle sprinteten dorthin, denn die Zeit war inzwischen davongelaufen, schließlich sollte er die Maschine wieder nach Mannheim in die Werft fliegen.
90 Liter in jeden Flügel tanken
Der Tank war leer, also jeweils 90 Liter in jeden Flügel tanken, selbst natürlich, dann sollte es losgehen. Oh, der Sprit kostet pro Liter nur 1,40 Euro? Leider nicht, das sind 140 Liter, die gerade in die Tragfläche geflogen sind, antwortete Roman Wehrle, der die Anlage im Blick hatte.
Einsteigen und los ging es mit zwei Mitarbeitern, für eine verkürzte Runde, dann musste Miconi nach Mannheim fliegen. In der Werft würde die Sache mit dem Transponder nachgebessert, erklärte Wehrle und Miconi meinte, ein paar andere Kleinigkeiten müssten auch noch ausgebessert werden.
Alles gut, gerade noch mal alles geschafft, bis zum 1. Mai ist der Flieger einsatzbereit und am 7. Mai zum Benefizfest im Hangar des Schwenninger Flugplatzes sowieso, alle waren zufrieden.