Marie und Luca führen 2023 in Calw die Hitliste der beliebtesten Vornamen an. Foto: © jchizhe - stock.adobe.com

Kurz und melodisch war vergangenes Jahr ein Kriterium für die Auswahl der Babynamen. Doch wie war das bei uns in Calw?

Die Begriffe „Milka“ und „Dino“ kennen die meisten. Was aber haben die Schokolade mit der lila Kuh und der Steinzeitriese mit Babynamen gemein? Sie wurden schon vergeben. Üblich ist das aber nicht – und beliebte Namen sind oft überall dieselben. Auch in Calw?

 

456 Geburten beurkundete das Standesamt Calw im Jahr 2023. Anders als die oben genannten Beispiele gehörten zu den beliebtesten Namen hier aber altbekannte Klassiker. Marie, Emilia und Clara waren bei den Mädchen unter den Ersten. Bei den Jungen waren es Luca, David und Ben.

Gleich wie landes- und bundesweit sind damit vor allem kurze und melodische Namen die Spitzenreiter. Hier hatten sich für Baden-Württemberg Emma, Sophia, Emilia und bei den Jungs Noah, Luca und Matteo durchgesetzt. Für Deutschland insgesamt waren es Emilia, Emma und Sophia sowie Noah, Matteo, und Elias.

Unisexnamen sind in Calw übrigens nicht gehäuft aufgetreten. Bundesweit lag das zuletzt im Trend. Und das obwohl seit 2008 ein Vorname kein spezifisches Geschlecht mehr erkennen lassen muss.

Ende 2008 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass Eltern in der Namenswahl ihrer Kinder frei sind. Unisexnamen müssen seither nicht mehr durch einen zweiten Namen ergänzt werden.

164 Kinder bekommen einen zweiten Vornamen

Dennoch hält sich die Vergabe von mehr als nur einem Vornamen. In Calw waren es 164 Kinder, die einen zweiten bekamen. Acht Mal wurde drei Vornamen vergeben und sogar darüber hinaus gab es zwei Fälle, in denen die Kinder mehr als drei Vornamen erhielten.

Am Rande bemerkt: Mehr als fünf sind ohnehin nicht möglich. Nachdem eine Mutter vor einigen Jahren versucht hatte, gleich zwölf Vornamen für ihr Kind eintragen zu lassen, einigte sich das Bundesverfassungsgericht 2013 darauf, die Anzahl auf fünf Vornamen zu beschränken.

„Es wurden keine Namen abgelehnt“, lässt Stephanie Schweigert, Pressesprecherin der Stadt Calw, zudem verlauten.

Grundsätzlich gibt es keine Liste mit „verbotenen Namen“, allerdings können die Standesämter nach eigenem Ermessen Namen ablehnen, wenn diese nicht als Vornamen zu erkennen sind oder das Wohl des Kindes gefährden könnten.

Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt

Orientierung gibt dabei die „Gesellschaft für Sprache“, deren Einschätzungen vielen Gerichtsurteilen zugrunde liegen. Lucifer, Störenfried und „Frieden Mit Gott Allein Durch Jesus Christus“ gehörten zu den Namen, die in der Vergangenheit schon abgelehnt wurden.

Der Kreativität der Eltern bei der Namengebung sind also fast keine Grenzen gesetzt.

Auch in Calw soll es laut Schweigert außergewöhnliche und fremd klingende Namen gegeben haben, was aber nicht zuletzt mit der Nationalität der Eltern zusammenhänge. Aus Datenschutzgründen könne sie aber keine konkreten Beispiele nennen.